Montag, 24. Mai 2021

Eurovision 2021: Barbara Dex-Voting eröffnet


Niederlande
- Das Voting für den Barbara Dex Award 2021 läuft. Auf der belgischen Song Contest-Website songfestival.be kann noch bis zum Wochenende für das schlimmste Kostüm der 39 Interpreten im diesjährigen Wettbewerb abgestimmt werden. Das Voting ist hier zu finden, zum Abstimmen wird ein Twitter-, Google-Plus- oder Facebook-Account oder ein Profil auf der Website selbst benötigt. Nachdem man seinen Favoriten gefunden hat, kann man auf dem entsprechenden Bild den "Daumen hoch" geben und auf "Stem" drücken.

Seit 1997 wird alljährlich der Barbara Dex-Award vergeben, der den Interpreten mit dem fürchterlichsten Kostüm auszeichnet. Bisherige Preisträger sind u.a. t.A.T.u. aus Russland, Verka Serduchka aus der Ukraine und in den letzten Jahren Slavko Kalezić aus Montenegro, Eye Cue aus Nordmazedonien und Conan Osíris aus Portugal. Sobald das Ergebnis vorliegt, werden wir natürlich darüber berichten. Zudem bin ich noch auf einen anderen Award gestoßen, der nach einer belgischen Song Contest-Kandidatin gestoßen, nämlich auf den Kate Ryan-Award.

Dort kann man offenbar auch schon seit 2018 vergeben wird und zwar an den Kandidaten, der nach Ansicht der Abstimmenden auf jeden Fall einen Finaleinzug verdient hätte. Hier können bis zu drei Kandidaten ausgewählt werden, die den Sprung in das Finale am Samstag hätten schaffen sollen. Auch hier ging Conan Osíris mit "Telemoveis" im letzten Jahr als Sieger hervor, im Jahr der Einführung hätte nach Ansicht der User Lukas Meijer mit Gromee für Polen im Finale dabei sein sollen. Auch hier sind wir gespannt auf den Ausgang des Votings.

Niederlande: AVROTROS startet Suche für 2022


Niederlande
- Nach einem bravourös gemeisterten Eurovision Song Contest in Rotterdam haben die Niederlande ihre Teilnahme für das nächste Jahr bestätigt. Der verantwortliche Rundfunk AVROTROS sucht hierfür bis zum 31. August Beiträge, die den Anforderungen des Wettbewerbs entsprechen. Hierbei wird explizit darauf hingewiesen, dass man nicht erst den Künstler und dann den Song sucht, sondern ein harmonisches Gesamtpaket, das der Interpret bereits mitbringen sollte. Zudem wünscht sich das Auswahlkomitee einen authentischen und zeitgemäßen Beitrag.

Das Team, das sich mit der Auswahl des Beitrags beschäftigt bleibt seit 2019 unverändert. Darin sitzen AVROTROS-Direktor Eric van Stade, Kommentator Cornald Maas sowie die Radio-DJs Coen Swijnenberg und Sander Lantinga und Jan Smit, der in diesem Jahr aufgrund seines Engagements als Moderator in dieser Funktion aussetzen musste. Die Niederlande haben seit 2013 interne Auswahlen veranstaltet und fahren damit sehr gut, lediglich Trijntje Oosterhuis verpasste seither den Finaleinzug, mit den Common Linnets und Duncan Laurence stehen dem zwei Treppchenplatzierungen entgegen.

Einen Mangel an Interesse bei den niederländischen Künstlern muss der nationale Rundfunk nicht befürchten. Schon direkt nach dem Finale sagte u.a. der diesjährige Pausenfüller Afrojack, dass er im kommenden Jahr sehr gerne bei der kreativen Produktion eines neuen Eurovisionsbeitrags mitwirken möchte. Gemeinsam mit Glennis Grace und Wulf brachte er den Titel "Music binds us" auf die Bühne. Gegenüber RTL Boulevard sagte er: "Ich weiß nicht, was passieren wird, aber es wäre toll, am nächsten niederländischen Beitrag für die Eurovision in Italien eingebunden zu werden."

Sonntag, 23. Mai 2021

Andorra: RTVA-Generaldirektor verneint Teilnahme


Andorra
- Die großen Hoffnungen, Andorra könnte im nächsten Jahr nach über einer Dekade der Abwesenheit wieder in den Kreis der Eurovisionsteilnehmer zurückkehren, wurden nur einen Tag nach dem Wettbewerb 2021 wieder zerschlagen. Der Generaldirektor des Senders RTVA sagte gegenüber einer spanischen Website, dass Andorra 2022 erneut nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen wird. Dabei hatte es zwischenzeitlich positive Signale gegeben.

"Bisher gibt es keine Möglichkeit, unabhängig davon, ob ein ehemaliger Teilnehmer mit der Regierung gesprochen hat. Dies liegt in der Verantwortung von RTVA und gehört momentan nicht zu unseren geplanten Projekten.", heißt es vom Generaldirektor Xavier Mujal. Gemeint ist Susanne Georgi, die 2009 für Andorra letztmals bei der Eurovision an den Start ging. Sie trat mit der andorranischen Regierung in Kontakt, um eine Rückkehr zu ermöglichen. Diese hatte im August letzten Jahres vermeintlich auch zugestimmt.

"Mündlich gibt es grünes Licht, aber nicht für 2021. Dem kann ich zu 100% zustimmen, es wäre einfach zu früh. Wir haben hier genug mit COVID-19 zu tun und wir hätten zu viel Sorge, dass wir die ganze Arbeit und das Geld für etwas investieren, was es 2021 möglicherweise nicht geben wird.", so Georgi damals. Eine mündliche Zusage der Regierung, das Projekt zu unterstützen, lief beim andorranischen Fernsehen heute jedoch ins Leere, wodurch das Land auch 2022 aller Voraussicht nach zuhause bleiben wird.

News-Splitter (860)


Niederlande
- Die EBU hat Probleme beim niederländischen Televoting eingeräumt. Der Sender NOS bestätigte die Meldung diverser Niederländer, die sich darüber beklagten, erst nach Ablauf des Votingfensters eine SMS bekommen zu haben, in der ihnen mitgeteilt wurde, dass das Voting bereits beendet sei. Die Probleme liegen jedoch nicht bei der EBU sondern bei dem entsprechenden Mobilfunkanbieter. Die EBU sagte hierzu: "Es tut uns für diejenigen leid, die darüber enttäuscht sind, aber die EBU hat hierüber keine Kontrolle. (...) Wir können nur Wertungen entgegennehmen, die innerhalb der Zeit ankommen." Wie viele Stimmen hiervon betroffen sind, ist momentan nicht bekannt.

Deutschland
- In diesem News-Splitter möchte ich noch kurz ein recht unreflektiertes Statement der deutschen Delegationsleiterin Alexandra Wolfslast einstreuen. Wie in einer Pressemeldung des NDR zu lesen ist, heißt es von ihr: "Das war ein perfekter Auftritt, eine in sich schlüssige Inszenierung mit einer wichtigen Botschaft. Dass Musik polarisiert und Geschmackssache ist, wussten wir auch. Trotz aller Enttäuschung, Jendrik hat seinen Traum vom ESC mit uns gelebt! Wir sind stolz auf ihn." Angesichts der Platzierung von Jendrik, kann man sich aber vorstellen, wo er in Zukunft vom NDR noch eingeplant wird, Ann-Sophie, Levina und die S!sters lassen grüßen. Wir sind gespannt, ob und wie der NDR die Kritik auf die Auswahl 2021 auffasst.

Italien
- Nach Mailand, Turin, Bologna und der Provinzstadt Reggio Emilia hat nun auch die italienische Hauptstadt Rom Interesse an einer Ausrichtung der Eurovision bekundet. Bürgermeisterin Virginia Raggi erklärte: "Rom ist stolz auf seine Leute. Nächstes Jahr wird in Italien der Eurovision Song Contest 2022 stattfinden. Rom ist die perfekte Bühne, um die Herausforderung neu zu starten." Der Eurovision Song Contest fand bereits 1991 in der Filmstadt Cinecittà vor den Toren Roms statt, ursprünglich hätte er damals in San Remo ausgetragen werden sollen, wurde aus Sicherheitsgründen aber nach Rom verlegt. Die damalige Show weckt aufgrund chaotischer Zustände während der Finalübertragung bei vielen Eurovisionsfans böse Erinnerungen.

Italien: Auch Turin plant Bewerbung für 2022


Italien
- Die italienische Delegationsleiterin Simona Martorelli gab in der Nacht noch während der Pressekonferenz der Sieger bekannt, dass es eine öffentliche Ausschreibung um die Ausrichtung des Eurovision Song Contests 2022 geben wird. Keine 24 Stunden nach dem Sieg von Måneskin haben in der Euphorie über den ersten italienischen Sieg seit 31 Jahren mehrere Städte, darunter Mailand und Bologna, erstes Interesse bekundet, den Wettbewerb in die Stadt zu holen.

Inzwischen ist auch Chiara Appendino, die Bürgermeisterin von Turin, auf diesen Zug aufgesprungen und erklärte via Twitter, sobald das offizielle "Go" von Seiten der RAI gegeben wurde, dass man eine Kandidatur einreichen werde. Noch heute Nacht würde man mit den entsprechenden Vorbereitungen beginnen, heißt es aus Turin. Die Stadt kennt sich mit Großveranstaltungen aus und hob u.a. hervor, dass man 2006 erfolgreich die Olympischen Winterspiele ausgerichtet hat. Turin war bereits 2017 im Falle eines Sieges von Francesco Gabbani im Gespräch.

Zudem gibt es mehrere potentielle Locations in der Stadt, die bei Konzerten bis zu 13.000 Menschen Platz bieten können. Auch aus Neapel, wo 1965 bereits einmal der Eurovision Song Contest stattfand, gibt es erste positive Zeichen. Hier gibt es zwar keine ausladend große Halle, dafür aber das Messezentrum Mostra d'Oltremare, wo nach ähnlichen Aspekten wie in Tel Aviv eine Messehalle umgebaut werden könne. Die EBU wird Anfang der Woche erste Gespräche mit der RAI führen und über die Planungen für 2022 beraten.