Donnerstag, 25. Februar 2021

Deutschland: "I don't feel hate" vorgestellt


Deutschland - Jendrik wurde 1994 in Hamburg geboren und intern vom NDR mit Hilfe zweier Jurys ausgewählt. Heute wurde sein selbstgeschriebener Titel "I don't feel hate" präsentiert. Das offizielle Musikvideo folgt am späten Nachmittag. Morgen wird er in der NDR-Talkshow auftreten, für Samstag ist ein Auftritt bei den Schlagerchampions mit Florian Silbereisen geplant. Deutschland ist direkt im Finale am 22. Mai qualifiziert.

Jendrik - I don't feel hate

Mittwoch, 24. Februar 2021

Beyond Eurovision (198): Britische Jungferninseln


Britische Jungferninseln
- 60 Inseln bilden die Britischen Jungferinseln, kleine karibische Eilande, die Namen wie Virgin Gorda, Anadega, Jost Van Dyke oder Tortola haben und insbesondere bei Seglern hoch im Kurs stehen. Sie bilden den nordöstlichen Teil der Jungferninseln, in nächster Nachbarschaft liegen noch die Amerikanischen Jungferninseln und die Spanischen Jungferninseln, die Inseln Vieques und Culebra, die zu Puerto Rico gerechnet werden. Hierzulande sind sie aber weniger als tropisches Paradies sondern vielmehr als Steueroase bekannt.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Road Town
Sprachen
Englisch
Fläche
150km²
Währung
US-Dollar ($)
Einwohner
28.100
Internet-TLD
.vg
Zeitzone
UTC-4
Wiki-Info

Gerade einmal 28.000 Menschen bevölkern die Inseln, dafür aber sind über 800.000 Briefkastenfirmen gemeldet, auch als Billigflagge wird der Union Jack mit der Heiligen Ursula von Köln, die Schutzpatronin der Insel, von vielen Reedereien zweckentfremdet. Kolonialisiert wurde das britische Überseegebiet nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Die indigenen Arawak wurden dabei nahezu komplett vernichtet. Später war der niederländische Freibeuter Joost van Dyk auf Tortola ansässig, ihm zu Ehren wurde die Nachbarinsel benannt. Seit 1960 sind die Inseln eine britische Kronkolonie.

Die Bevölkerung setzt sich aus den Nachfahren afrikanischer Sklaven, dereinst für den Anbau und die Ernte von Zuckerrohr benötigt und europäischen Siedlern zusammen. Seit 2002 sind alle Inselbewohner gemäß Pass britische Staatsbürger. Kulturell fließen hier sowohl europäische bzw. britische Elemente, etwa im Nationalsportart Cricket, als auch amerikanische Einflüsse und die Traditionen der umliegenden Inseln ein. So ist man musikalisch stark vom Calypso, Soca oder Reggae angetan. Dabei kommen improvisierte Instrumente wie die Calabash, ein ausgehöhlter Flaschenkürbis zum Einsatz.

Die Musikszene der Britischen Jungferninseln orientiert sich zudem stark an den Nachbarn von den amerikanischen Inseln. So bin ich auf den Sänger Delyno Brown gestoßen, der 1981 auf St. Thomas geboren wurde und unter seinem Reggae-Künstlernamen Pressure bekannt ist. Seit 2005 macht er als Solist Musik und veröffentlichte im gleichen Jahr sein Debütalbum "The pressure is on", zwei Jahre später hatte er mit dem hier vorgestellten Remix von "Love and affection" einen Hit in Jamaika. Inzwischen sind sieben Reggae-Alben entstanden. Er ist bekennender Rastafari und engagierte sich nach einem Angriff auf ihn gegen Gewalt auf den Virgin Islands.

Pressure - Love and affection

Zypern: "El diablo" von Elena Tsagkrinou vorgestellt


Zypern
- Am Nachmittag hat Zypern seinen Song "El diablo", gesungen von Elena Tsagkrinou ( Έλενα Τσαγκρινού) auf CyBC 1 vorgestellt. Im Rahmen der Show "Happy Hour" mit Andreas Giortsios wurde das von George Benioudakis produzierte Video vorgestellt, mit dem Elena am 18. Mai im ersten Halbfinale von Rotterdam auftreten wird. Komponisten sind Jimmy Thornfeld, Laurell Barker, Oxa und Thomas Stengaard. Anhören kann man sich den Titel auf der Website von Panik Records.

Unterschwellig ist für meinen Geschmack ein Hauch von Lady Gaga wahrzunehmen. Elena Tsagkrinou wurde durch ihre Teilnahme an der Talentshow "Ellada Eheis Talento" bekannt. Sie wurde 1994 in Athen geboren und folgt beim Eurovision Song Contest auf Sandro, der nach seiner Nominierung im Vorjahr nicht wieder für Rotterdam 2021 nominiert wurde. Seit 2013 ist sie musikalisch aktiv und war u.a. Leadsängerin der griechischen Band OtherView. Ein Debütalbum steht derzeit noch aus.

QR-Code zum Video von "El diablo" 
(da noch nicht auf Youtube verfügbar)

News-Splitter (837)


Irland
- "Maps", der Titel, den Lesley Roy beim Eurovision Song Contest in Rotterdam singen wird, feiert seine Premiere am Freitag in der 2FM Breakfast-Show im irischen Radio RTÉ 2fm. Die Show wird zwischen 7 und 10 Uhr (MEZ) gesendet und hat schon im Jahr zuvor den Titel "Story of my life" uraufgeführt. Lesley hat Freitag zudem noch einen Auftritt in der Late Late Show bei RTÉ One. An ihrem Lied hat u.a. auch Lukas Hallgren mitgewirkt, der 2019 den Schweizer Beitrag "She got me" von Luca Hänni produziert hat. Eigenen Angaben zufolge hat Lesley drei Monate an ihrem Song gearbeitet und diesen im Studio aufgenommen.

Island
- Daði og Gagnamagnið werden in diesem Jahr mit dem Lied "10 years" an den Start gehen. Via Twitter bestätigte der Daði Freyr, dass der isländische Song Contest-Beitrag am 13. März veröffentlicht wird. Auch die Dreharbeiten zum Musikvideo scheinen bereits abgeschlossen. RÚV wird zudem eine zweiteilige Dokumentation über Daði und die Eurovision ausstrahlen, die Sendungen sollen am 27. Februar und 6. März laufen. Daði und seine Freunde gewannen im letzten Jahr den isländischen Vorentscheid Söngvakeppnin mit "Think about things" und galten als Mitfavoriten auf den Sieg in Rotterdam, ehe der Wettbewerb aus bekannten Gründen ersatzlos gestrichen wurde.

Rumänien
- Gute Nachrichten kommen zudem noch aus Rumänien. Die Organisatoren des Festivals Cerbul de Aur und der Sender TVR gaben bekannt, dass der Musikwettbewerb in diesem Jahr wieder stattfinden wird, nachdem er 2020 coronabedingt ausfiel. Die Planungen in der gastgebenden Stadt Braşov gehen weiter und man hoffe, dass man konstruktive Lösungen finden wird, das Festival traditionsgemäß fortzuführen. Das Cerbul de Aur-Festival findet seit 1968 statt, zeitweise wurde die Austragung allerdings ausgesetzt, zwischen 2009 und 2018 pausierte der Wettbewerb erneut. Immer wieder nehmen auch Teilnehmer des Eurovision Song Contests am Festival teil.

Beyond Eurovision (197): Spanien


Spanien
- Erst waren es die Phönizier, die im 11. Jahrhundert v.Chr. Handelsstützpunkte an der spanischen Küste öffneten, dann kamen die Römer, später eroberten die Mauren die Iberische Halbinsel, aus deren Zeit noch heute kolossale Bauwerke wie die Alhambra in Granada zeugen. Es begann die Reconquista, in deren Zuge Königin Isabella von Kastilien ihren Herrschaftsbereich zurückholte, 1492 startete Kolumbus von hier aus in die Neue Welt, in der Neuzeit prägte General Franco das Land und führte Spanien diktatorisch und isolierte es über Jahrzehnte vom Rest der Welt. Seit 1975 fand die Transición statt, in deren Zuge Spanien 1978 wieder zur Monarchie wurde.

Schnelle Fakten

Hauptstadt

Madrid

Sprachen

Spanisch

Fläche

505.970km²

Währung

Euro (€)

Einwohner

47,1 Mio.

Internet-TLD

.es

Zeitzone

UTC +1

Wiki-Info

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Heute gliedert sich Spanien in 17 autonome Regionen, die in einem föderalen System die gleichen Kompetenzen haben, wie beispielsweise die deutschen Bundesländer. Aus dieser Stellung versuchten insbesondere die Katalanen mehrfach auszubrechen. Hinzu kommen noch die beiden autonomen Städte Ceuta und Melilla an der marokkanischen Küste. Ansonsten braucht man Spanien wohl nicht näher vorstellen, jeder kennt den Osborne-Stier, die Sangría, Tapas, Siesta, Flamenco und Co., die ein oftmals stereotypisches Bild auf die spanische Gesellschaft werfen, wenngleich die spanische Kultur derart vielfältig ist, dass es hier den Rahmen sprengen würde. 

Die spanische Musiklandschaft kann man hingegen nicht vereinheitlichen, zwar gilt der Flamenco als Sinnbild für spanische Klänge, im Laufe der Geschichte haben sich aber sowohl maurische, religiöse und gitane Klänge vermischt und spätestens nach der Franco-Diktatur eine eigene Wertigkeit eingenommen. Nachdem alles unterdrückt wurde, was anders war, blühte die spanische Musikszene auf und zweigte in sämtliche moderne Musikgenres ab. So gibt es heute sowohl eine ausgeprägte Alternative-, Rock- und Popkultur als auch weiterhin den temperamentvollen andalusischen Flamenco. 

Mit der Einfühung von Castingshows begann auch in Spanien die Suche nach neuen Topstars. 2001 startete die Operación Triunfo, ein Konzept aus Idols und Big Brother, mit deren Hilfe auch mehrere Song Contest-Vertreter gefunden wurden. In der ersten Staffel war auch María Laura Corradini Falomir dabei, die 1975 im argentinischen Mar del Plata geboren wurde und heute als Chenoa bekannt ist. Sie belegte hinter Rosa, David Bisbal und David Bustamante den vierten Platz. 2003 veröffentlichte Chenoa mit "Soy mujer" ihr erstes Album, das ad hoc die #1 der Charts erreichte. Auch die fünf Folgealben konnten sich in den Top Ten platzieren. In Spanien und Lateinamerika verkaufte sie bisher mehr als eine Million Tonträger.

Chenoa - Soy lo que me das