Dienstag, 6. Januar 2015

Litauen: Songtitel von Eurovizijos 2015 benannt


Litauen - Nachdem die Kandidaten des litauischen Vorentscheids Eurovizijos 2015 nun bereits einige Tage feststehen, hat der ausrichtende Sender LRT nun auch die zwölf Titel vorgestellt, die abwechselnd von den Interpreten vorgestellt werden. Zehn Beiträge sind auf Englisch, einer auf Litauisch und einer, zumindest der Titel, auf Deutsch.
 
Die Beiträge des litauischen Vorentscheids:
01. - I'm feeling love
02. - Say you love me
03. - Es tut mir nicht leid
04. - Not perfect
05. - Skestu
06. - Feel my love
07. - No more tears
08. - Dangerous
09. - The right way
10. - Sound of colours
11. - Take my love
12. - Factory hearts
 
Am Wochenende werden die Interpreten des litauischen Vorentscheids im ersten Duell dezimiert. In zwei Wochen sollen sie mit den Beiträgen konfrontiert werden, die unabhängig von den Sängern durch eine interne Jury von LRT ausgewählt wurden. Das Finale der Eurovizijos 2015 findet am 21. Februar in Vilnius statt.

Israel: 45 Kandidaten sind noch im Rennen


Israel - Die Castingphase des israelischen Song Contest-Vorentscheides "Hakochav haba" ist nun abgeschlossen und insgesamt 45 Interpreten haben es in die nächste Runde geschafft. Hierfür mussten die Kandidaten mehr als 70% Zustimmung bei den Juroren und den Zuschauern finden. Nun startet in Israel die nächste Phase der Vorauswahl.
 
Hierfür wurde den Interpreten unter einem Vorwand erklärt, man solle in einem Probenraum für die nächste Audition-Show üben. Allerdings wurden sie hierbei von den Juroren beobachtet, die darüber entscheiden, welche Interpreten eine Runde weiter kommen.
 
Die qualifizierten Interpreten von "Hakochav haba" (alphabetisch sortiert):
01. - Abraham Ratiga
02. - Adir Edri
03. - Alanya Landau
04. - Albert Gregorian
05. - Almog Nashawi
06. - Amichai Yosef Ben Avraham
07. - Asher Amar
08. - Asif Zilberman
09. - Avia Shoshani
10. - Aviv Levy
11. - David Maman
12. - Eva Al Knarsh
13. - Evyatar Adir
14. - Evyatar Ofri
15. - Gal Hayk
16. - Ground Heights
17. - Ha'trempistim
18. - Iki Levy & The Rasta Hebrew Men
19. - Jonathan Blank
20. - Kalanit Maron
21. - Liroz Blas
22. - Matan Agami
23. - Mor Boni
24. - Nadav Gadaj
25. - Nava & Tehila Walker
26. - Nir Klingel
27. - Noam Farag
28. - No Name Quartet
29. - Noy Gover
30. - Omer Carmeli
31. - Omer Reuven
32. - Orit Binsai
33. - Random Dogs
34. - Raz Shani
35. - Rotem Shimlovich & Ariel Goldstein
36. - Sarai Nachmias
37. - Sa'ar Davidov
38. - Shai Sol
39. - Sheina Reinberg
40. - Shelly Farjon
41. - Yagel Yahud
42. - Yakir Chen
43. - Yifi & Osher Aricha
44. - Yochi Edwards
45. - Zadok Garame
 
Die Kandidaten müssen drei von vier "Ja"-Stimmen durch die Juroren erhalten um in die nächste Runde zu gelangen. In drei Shows werden jeweils 15 Kandidaten antreten, fünf werden von den Juroren bewertet, sollten es mehr als fünf Kandidaten schaffen, drei oder mehr Juroren zu einem "Ja" zu bewegen, muss erneut über die Kandidaten geurteilt werden. 

News-Splitter (388)


Deutschland - Carolin Fortenbacher ist vorläufig obdachlos. Beim Brand in einer Nachbarwohnung in ihrem Wohnhaus am Eppendorfer Baum in Hamburg wurde das Gebäude stark beschädigt. Statiker prüfen nun die Festigkeit des Giebels. "Ich bin erst mal zu H&M. Wir fangen bei Null wieder an. Aber das Wichtigste ist, dass wir mit dem Leben davongekommen und gesund sind.", so Fortenbacher, die mit "Hinterm Ozean" beim deutschen Vorentscheid 2008 teilnahm. der Vermieter brachte sie und ihre Nachbarn zunächst in einem nahen Hotel unter.

Portugal - Das Festival da Canção wird auch 2015 wieder als portugiesischer Vorentscheid für den Eurovision Song Contest dienen. Dies bestätigte der Rundfunk RTP gegenüber dem portugiesischen Fanclub. Nähere Einzelheiten oder gar ein Termin für das traditionelle Festival sind noch nicht bekannt. Portugal kehrte nach einjähriger Pause 2014 in Kopenhagen wieder in den Kreis der Teilnehmer zurück, schied jedoch mit der Sängerin Suzy im Semi aus.

Österreich - Der ORF teilte unterdessen mit, dass sich inzwischen über 900 Volunteers für den Eurovision Song Contest in Wien beworben haben. Bewerbungen seien aus allen Altersschichten und allen österreichischen Bundesländern, sowie aus Estland, Lettland, Spanien, Schweden und sogar Nepal eingegangen. "Volunteers stehen beim Song Contest in der ersten Reihe, sie sind ein Aushängeschild für den gesamten Event und eben auch für unser Land.", bekräftigte Edgar Böhm erneut. Bis Ende Januar kann man sich weiterhin als Volunteer bewerben.

Polen - Der polnische Song Contest-Kommentator Artur Orzech erklärte in einem Interview, dass die Polen seiner Meinung nach zu stolz für einen Wettbewerb wie die Eurovision sind. Ihm zufolge legten die polnischen Zuschauer extrem viel Wert auf den Gesamtsieg und die ausgewählten Interpreten würden sich zu sehr als "wahre Stars" feiern. Polen bestätigte im Oktober 2014, dass man an der Eurovision teilnehmen und voraussichtlich im März intern einen Beitrag küren wird. Gerüchten zufolge soll die Sängerin Doda beim Sender TVP im Gespräch sein.

Montag, 5. Januar 2015

News-Splitter (387)


Armenien - Armeniens Delegationsleiterin Gohar Gasparyan kündigt Großes für den Eurovision Song Contest 2015 an. "Wir bereiten eine große Überraschung für den Eurovision Song Contest 2015 vor. In Kürze werden nähere Details folgen.", hieß es aus Yerevan. Armenien, das bisher nur einmal im Halbfinale ausschied und 2012 nicht dabei war, gab sein Debüt im Jahr 2006 in Athen. Ob man nun armenischstämmige Künstler wie Cher erwarten darf oder lediglich einen nationalen Vorentscheid bleibt abzuwarten.

Russland - Supervisor Igor Matvienko erklärte gegenüber einer russischen Nachrichtenagentur, das man nach der verzögerten Neuauflage des Intervision Song Contest nun mitten in den Vorbereitungen für den ersten Wettbewerb dieser Art steckt. Ursprünglich war der Wettbewerb bereits im Oktober 2014 geplant, aus politischen Gründen jedoch verschoben.

Folgende Nationen sind bisher für den Intervision Song Contest gemeldet:
- China 
- Kasachstan 
- Kirgisien 
- Russland 
- Tadschikistan 
- Turkmenistan 
- Usbekistan

Zudem stehe man in Verhandlungen mit Weißrussland, das ebenfalls der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) angehört, sowie den baltischen Staaten, deren Teilnahme jedoch als unwahrscheinlich beurteilt wird. Einzelheiten oder ein Termin für die Intervision stehen jedoch noch nicht fest.

Dänemark - Am 26. Januar wird DR die zehn Kandidaten des Melodi Grand Prix bekannt geben. Man habe alle Beiträge in aller Sorgfalt bewertet und eine gute Mischung gefunden, heißt es aus Kopenhagen. Insgesamt wurden 687 Titel beim dänischen Fernsehen eingereicht. Die Titel sollen am 26. Januar bei Youtube veröffentlicht werden, der Melodi Grand Prix selbst findet am 7. Februar statt. Dänemark war Gastgeber des letztjährigen Song Contests.

Kommentar: Live Auditions und Online-Castings


Deutschland - Jede Eurovision Song Contest-Saison beginnt auf ganz unterschiedliche Art und Weise. 2015 "plagen" wir uns zunächst durch Vorrunden mit mehr oder weniger talentierten zypriotischen Interpreten und werden ab dem Wochenende auch wieder mit unzähligen Shows aus Litauen bombardiert, bis irgendwann zum Ende der Saison im März die Knaller-Vorentscheide aus Schweden oder Ungarn kommen.
 
Vor einigen Jahren war das noch anders, damals war Albanien die Auftaktnation, im Januar folgten fröhliche Melodi Grand Prix-Vorrunden in Norwegen und irgendwann folgten von Thomas Hermanns geführte deutsche Vorentscheide im Deutschen Schauspielhaus von Hamburg. Heute gibt es überall Online-Votings und Live Auditions. Heuer wurde schon in Weißrussland, Mazedonien und Malta abgehalten. Es ist gut, dass sich quasi jeder bewerben kann, dieses Ziel hatte sich Stefan Raab 2010 bei "Unser Star für Oslo" auch gesetzt, aber dort wurde zumindest eine Vorauswahl getroffen.
 
Heutzutage darf man in den Online-Vorentscheiden die ungefilterte Brutalität an Eigenkompositionen von Privatpersonen anhören, ob sie nun singen können oder nicht. Man kann zwar subjektiv für seine Favoriten abstimmen, angesichts der Masse fällt dies aber extrem schwer. Ich glaube, die wenigsten hören sich mal eben 200 Lieder in einer Schweizer Online-Auswahl an... ähnliche Verfahren gab es testweise aber auch schon 2008 in Spanien, damals gewann Roberto Chikilicuatre, mittlerweile geht man aus kostengründen interne Wege. Formate wie "Salvemos Eurovision" waren damals revolutionär, heute sind sie ausgelutscht.
 
Der Trend geht dennoch weg vom klassischen Vorentscheidungsmodell, hin zu einem Wettbewerb der jedem offensteht. Die Frage ist nur, ob sich das dauerhaft nicht auch auf die Qualität der Beiträge auswirkt. Ich muss zugeben, dass ich mir die meisten europäischen Vorrunden, ob nun in Litauen, der Schweiz oder Zypern gar nicht anschaue, lediglich mir vertraute Namen rufe ich hin und wieder auf.
 
Durch die Nutzung des Internets zeigen viele Rundfunkanstalten Europas, dass sie offen für neue Wege sind. In Schweden, dem Land mit einem der klassischsten Vorentscheide überhaupt, ist man inzwischen vom Online-Vorentscheid wieder abgerückt, die Künstler hatten gegen die namhaften Interpreten, die sich jedes Jahr im Melodifestivalen tummeln, keinerlei Chance.
 
Dass es auch die Underdogs, die noch keinen Plattenvertrag haben, gibt, die Erfolg haben können, zeigten Elaiza in Kopenhagen. Zugegeben, das Lied war rückblickend betrachtet, keine Offenbarung vor dem Herren, aber ganz anständig. Macht dieses Beispiel jedoch Karriere, treten am Ende nur die "netten" Beiträge bei der Eurovision an, für das musikalische Niveau der Show ist es jedoch nicht unbedingt förderlich, wenn der kleinste gemeinsame Nenner antreten darf. 
 
Jedes Showformat mag seine Vor- und Nachteile haben, interne Auswahlen, wie sie in Tschechien geplant sind, können vielleicht mehr bewirken, als eine zähe Vorrunde in Bulgarien, wie es sie vor einigen Jahren gab, als immer wieder Künstler aus und in die Show gewählt wurden. Eine klassische Dora in Kroatien kann ebenso einen guten Sieger hervorbringen, wie eine Operación Triunfo in Spanien oder ein ukrainischer Vorentscheid.
 
Dennoch verstehe ich diesen neumodischen Trend nicht, vieles im Vorwege ins Internet auszulagern. Außer Hardcore-Fans dürften sich wohl die wenigsten ernsthaft mit den Bewerbungen für das Clubkonzert in Hamburg auseinandersetzen. Ich glaube nicht, dass die breite Mehrheit, die den deutschen Vorentscheid schaut, wusste, dass es ein Clubkonzert und eine vorherige Internetabstimmung gab. 
 
2007 fand ich es interessanter morgens im Radio Ö3 zu erfahren, wer für Österreich zum Eurovision Song Contest fährt, als mir nun vorzustellen, wie über mehrere Wochen aus allen No Name-Interpreten einer ermittelt wird, der das Gastgeberland des 60. Eurovision Song Contests in Wien vertreten darf. Selbst österreichische Song Contest-Fans regen mittlerweile Protest gegen dieses fade Auswahlprinzip. Eric Papilaya hat es damals in Helsinki zwar auch zu recht wenig Ruhm gebracht, aber da war noch Vorfreude auf die Verkündung spürbar...
 
Wirklich abendfüllend und spannend sind diese Vorauswahlen leider nicht, ich setze mich lieber samstagabends vor den Livestream des dänischen oder norwegischen Melodi Grand Prix, wo es um Zahlen, Stimmen und ein endgültiges Ergebnis geht und nicht um die Bewertung einer Jury, wie auf Zypern, auf die sowieso vorerst niemand Einfluss hat. Für das seit Jahren durchgeführte Auswahlverfahren in der Schweiz gilt das Gleiche. Je länger die Show, desto mehr verliert sich meiner Meinung nach der Spannungsbogen. Das Livevoting bei Roman Lob einst war für mich weniger spannend als der Moment in dem die Kessler-Zwillinge 2007 "Roger Cicero" riefen.
 
Früher war es innovativ, weil neu. Heute nerven mich Live Auditions sowohl bei deutschen Castingshows und auch beim Eurovision Song Contest. Klar, man kann wunderbare Ergebnislisten nach dem Ende solcher Shows anlegen und teilen, aber wer hört sich die Beiträge tatsächlich im Vorwege alle an? Nach und nach kegeln die Rundfunkanstalten Europas Kandidaten aus ihren Vorentscheiden, am Ende bleibt einer übrig. Manchmal ist es so, dass man den Favoriten wochenlang im Voraus kennt.


Für die Eurovision würde ich mir persönlich für die Zukunft wieder die Rückkehr zu alten Mustern wünschen. Es soll nicht verstaubt sein, aber zumindest wieder so, dass man gerne mal einen ruckeligen Livestream anschaltet.