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Sonntag, 23. November 2025

Ägypten: Arabische Welt als potentieller Markt


Ägypten
- Voxovation, die Produktionsgesellschaft, die die Rechte des Eurovision Song Contests hält und das Projekt bereits nach Kanada, Lateinamerika und Indien veräußert hat, plant einen weiteren Ableger, diesmal im arabischen Raum. Darin heißt es: "Stellen Sie sich die Leidenschaft des Arabien-Pokals, den Glamour des Cairo Film Festivals und das kulturelle Prestige der Expo Dubai vor, das alles vereint macht den Eurovision Song Contest aus." Wie kompliziert eine multinationale Veranstaltung ist, zeigen Beispiele aus Asien und Südamerika.

Offenbar sieht Voxovation die arabische Welt, die 22 Länder von Mauretanien über Nordafrika und die Arabische Halbinsel bis in den Oman umfasst, als potentiellen Markt für einen Song Contest-Ableger. Bereits 2007 gab es Gespräche zwischen der Europäischen Rundfunkunion und einem Medienunternehmen, im Januar 2008 wurden die Rechte an die Nibras Media Ltd. verkauft, die einen auf der Eurovision basierenden Wettbewerb organisieren sollte. Über das Planungsstadium kam der Wettbewerb nie hinaus.

Mit Ausnahme des 2022 einmalig durchgeführten American Song Contests sind alle Projekte auf anderen Märkten bislang gescheitert. Ein Wettbewerb im asiatisch-pazifischen Raum versucht man seit fast 20 Jahren auf die Beine zu stellen und auch die übrigen Visionen in Kanada, Mittel- und Südamerika oder Indien liefen schleppend, ehe sie ganz eingestampft wurden. Statt eines eigenen Wettbewerbs mit kanadischen Provinzen und Territorien gibt es aktuell Verhandlungen, den öffentlich-rechtlichen Sender CBC zur 70. Eurovision nach Wien einzuladen.

Samstag, 14. September 2019

Beyond Eurovision (41): Ägypten



Ägypten - Im Altertum waren die Ägypter eine der frühesten Hochkulturen der Welt, von deren geschichtlichen Hinterlassenschaften der Tourismus des Landes heute noch zehrt, die Sphinx, Pyramiden, Tempel entlang des Nils, alles imposante Bauwerke, auf die mehrere Jahrtausende zurückblicken. Die Revolution im Jahr 2011 und der Terror auf dem Sinai haben dem Tourismus jedoch über Jahre schwer zugesetzt, sodass Nilkreuzfahrten und Badeurlaub dem Preisverfall ausgesetzt waren, Planstädte wie El Gouna oder Sharm el Sheikh verweisten. Heute erholt sich die Wirtschaft des Landes mit seinen fast 100 Millionen Einwohnern und dem größten Musikmarkt in der arabischen Welt langsam wieder. 

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Kairo
Sprachen
Arabisch
Fläche
1.001.449km²
Währung
Ägyptisches Pfund (LE)
Einwohner
97,0 Mio.
Internet-TLD
.eg
Zeitzone
UTC+2
Wiki-Info

Die Musikszene, insbesondere Künstler, die in die Kategorie "Independent" fallen oder durch provokante Texte oder Videos auffallen, haben es seit der Revolution und dem Sturz von Hosni Mubarak allerdings schwer, ihre musikalische Leidenschaft auszuleben. So berichten einige ägyptische Interpreten, dass jedes veröffentlichte Lied von der staatlichen Zensurbehörde geprüft wird und oftmals ohne Angabe von Gründen nicht zugelassen wird bzw. Auftrittsverbote ausgesprochen werden. Die durch die Revolution bekannte Band Cairokee beispielsweise erhält überhaupt keine Genehmigungen mehr, öffentlich Konzerte zu spielen. Bandleader Amir Eid sagte gegenüber der ARD einmal: "Fast alle in Ägypten sind verstummt, nur wenige sprechen über in die Situation im Land. Nur noch wenige Sänger trauen sich darüber zu singen, viele haben das Land verlassen.

Wer sich an das System hält, kann in Ägypten allerdings auch weiterhin kommerziell erfolgreich sein, wenngleich man den Preis der Freiheit dafür bezahlt und nicht immer über das Singen kann, was einem auf der Seele brennt. Viele ägyptische Interpreten haben sich daher inzwischen auf den Weg in andere Länder gemacht, wenngleich die Situation in umliegenden Ländern nicht viel besser sein dürfte. Seit Jahren eine feste Größe in der ägyptischen Musikszene ist Amr Diab, der 1961 in Port Said geboren wurde und eine Bilderbuchkarriere hinlegte. Im Radio seiner Heimatstadt sang er die Nationalhymne, wurde vom Gouverneur mit einer Gitarre ausgezeichnet, was ihm später die Möglichkeit eröffnete, in Kairo Musik zu studieren und von Scouts für Probeaufnahmen eingeladen zu werden. 

1985 veröffentlichte er seine erste Musik-Kassette, seither erscheinen fast jährlich neue Alben von ihm. Er gilt als Superstar in der arabischen Welt und wurde mehrfach mit dem World Music Award ausgezeichnet. Er wurde vom deutschen Musikproduzenten Gerhard Augustin für den europäischen Markt entdeckt und erlangte mit seinem mediterranen Musikstil auch in Europa und Amerika große Aufmerksamkeit. Seinen größten Erfolg landete er 1996 mit dem Lied "Nour el ain", die kommerziell erfolgreichste arabische Melodie aller Zeiten. Nach dem Aufkommen des Privatfernsehens in arabischen Ländern drehte Amr vermehrt teuer produzierte Musikvideos und gilt gleichzeitig als Stilikone und Symbol für ein modernes Ägypten.

Amr Diab - Ya agmal eyoun

Sonntag, 30. Januar 2011

News-Splitter (289)


Ägypten - Die ägyptische Regierung hat nach den tagelangen Straßenschlachten und Demonstrationen weitere Schritte eingeleitet. Nachdem der Zugang zum Internet und Mobilfunknetz eingeschränkt wurde, hat Hosni Mubarak nun auch den katarischen TV-Sender Al-Jazeera verboten, wie die ägyptische Nachrichtenagentur MENA berichtet. Der Sender hatte ausführlich über die Proteste berichtet. Der einzige frei empfangbare Sender ist der staatlich kontrollierte Sender ERTU, der auch an das Netzwerk der EBU angeschlossen ist.

Deutschland - Die Stimmung über die erneute Nominierung von Lena Meyer-Landrut scheint so kurz vor der ersten Vorrunde auch in der ARD kritisiert zu werden. "Es ist deutlich geworden, dass die Sängerin mittlerweile ihre Unbefangenheit verloren hat (...) und nun nur noch eine Rolle spielt.", so der ARD-Programmbeirat in einem Sitzungsprotokoll. Lena erklärte kürzlich, dass sie Angst davor habe, als "Gejagte" den letzten Platz zu belegen. Morgen findet die erste Vorrunde von "Unser Song für Deutschland" statt.

Österreich - Noch ein Tag, dann endet in Österreich das Onlinevoting, durch das die zehn Finalisten für den Vorentscheid ermittelt werden. Gerade auf den Rängen 9-11 ist derzeit Bewegung drin. So haben sich Luttenberger*Klug aus der Top Ten verabschiedet und die Trackshittaz mit "Oida Taunz!" wieder den neunten Platz inne. Nadine Beiler steht unverändert auf der 9, so der aktuelle Stand von 11 Uhr. Das häufige Wechseln der Platzierungen spricht jedoch auch dafür, wie eng die Teilnehmer derzeit beieinander liegen.

Niederlande - Egal welcher der Songs heute Abend den niederländischen Vorentscheid gewinnt, die 3J's haben gegenüber dem Algemeen Nederlands Persbureu (ANP) erklärt, dass ihr Beitrag, mit dem sie die Niederlande in Düsseldorf vertreten werden, in jedem Fall auf Englisch gesungen wird. "Niederländisch klingt schwierig und wir müssen sicher gehen, dass unser Lied international wirkt.", so die Gruppe. Nähere Details über den Vorentscheid folgen gleich in einem Extraposting.

Großbritannien - Die gestern von der BBC bestätigte Gruppe Blue wird den Titel "I can" beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf singen. Es ist das erste Mal seit dem Debüt des Vereinigten Königreichs im Jahr 1957, dass das Volk weder über den Titel noch den Interpreten entscheidet. Lee Ryan sagte zur Nominierung: "Wir sind aufgeregt, wieder im UK und Europa aufzutreten und wir hoffen, dass unsere damaligen Fans unsere neuen Songs annehmen."

Montag, 13. Juli 2009

Borg und Vella gewinnen ägyptisches Musikfestival


Ägypten - Die maltesische Sängerin Marilena hat mit einem Song der Erfolgskomponisten Phillip Vella und Gerard James Borg das ägyptische Alexandria Song & Music Festival 2009 gewonnen. Der Titel des Produktionsteams, welches bereits diverse Titel für den Eurovision Song Contest geschrieben und beim maltesischen Vorentscheid eingereicht hatte, setzte sich mit dem Titel "Unforgettable" gegen 41 Teilnehmer in der internationalen Konkurrenz durch.

Marilena, das ist vielleicht noch anzumerken, sammelte bereits 2004 Festivalerfahrung, als sie für Malta mit der Gruppe Young Talent Team beim Junior Eurovision Song Contest in Lillehammer auftrat. Eine internationale Jury entscheid über die Sieger. Eine weitere Preisträgerin des Festivals ist die jordanische Sängerin Yahya Sois. Es war bereits die siebte Ausgabe des ägyptischen Musikfestivals.

Gerard James Borg und Phillip Vella schrieben u.a. die ESC-Titel "Desire" für Claudette Pace (2000), "7th Wonder" für Ira Losco (2002), "On again...off again" für Julie & Ludwig (2004), "Vertigo" für Olivia Lewis (2007) und "Vodka" für Morena im letzten Jahr.