Freitag, 6. September 2019

Niederlande: Beitrag für 2020 wird intern nominiert



Niederlande - Das niederländische Fernsehen AVROTROS, das nicht nur mit der Organisation des Eurovision Song Contests 2020 betraut ist sondern nebenbei auch selbst noch einen Interpreten für den Wettbewerb in Rotterdam selektieren muss, bestätigte soeben, dass man 2020 erneut den Weg einer internen Nominierung gehen wird und es keinen nationalen Vorentscheid geben wird. Mit diesem Prinzip sind die Niederlande in den letzten Jahren hervorragend gefahren.

Sendersprecherin Famke Kroese erklärte gegenüber ESCxtra.com: "AVROTROS wird den niederländischen Beitrag durch eine interne Auswahl auswählen." Auch wenn die Niederlande in den letzten Jahren stets hinter verschlossenen Türen ihren Beitrag für die Eurovision bestimmt haben, so ist es das erste Mal seit Jerusalem 1999, dass der Vertreter des Gastgeberlandes gänzlich intern ermittelt wird. Zuletzt wählte die damalige IBA den israelischen Beitrag "Yom huledet (Happy Birthday)" der Gruppe Eden intern aus.

Der letzte niederländische Vorentscheid fand im Jahr 2012 statt, damals wurde Joan Franka für Baku ausgewählt, die mit ihrem "You and me" im Halbfinale ausschied. Alle weiteren Interpreten, von Anouk bis Duncan Laurence wurden im Anschluss direkt durch das niederländische Fernsehen verpflichtet. Die Niederlande dürfen den Song Contest 2020 nach dem Sieg von Duncan Laurence in Tel Aviv erstmals seit 1980 wieder veranstalten. 

Kasachstan: EBU plant weiterhin keine Einladung



Kasachstan - Letztes Jahr hat Kasachstan sein Debüt beim Junior Eurovision Song Contest in Minsk gegeben und wird auch in diesem Jahr wieder beim Kinderwettbewerb in Gliwice dabei sein. Dies weckte bei vielen Fans Hoffnungen, dass das Land in Bälde auch beim Eurovision Song Contest teilnehmen könnte, zumal der Sender Khabar inzwischen den Status eines assoziierten EBU-Mitglieds hat. Eben jene hat dem Land nun allerdings eine erneute Abfuhr erteilt.

Gegenüber ESCxtra.com erklärte ein Sprecher der Europäischen Rundfunkunion: "Wir können bestätigen, dass es derzeit keinerlei Pläne gibt, Kasachstan einzuladen um am Wettbewerb im nächsten Jahr teilzunehmen." Ähnlich wie dies momentan bei Australien der Fall ist, muss Kasachstan auf eine offizielle Einladung warten und kann sich formell nicht selbst für die Wettbewerbe der EBU anmelden. Für 2020 sind die Chancen des, größtenteils in Zentralasien liegenden, Landes rapide gesunken.

Jon Ola Sand, Supervisor der Eurovision, erklärte nach dem Junior Eurovision Song Contest in Minsk, man müsse zumindest Gespräche darüber führen, ob Kasachstan auch der Weg zum Eurovision Song Contest geebnet wird. Zumindest in Rotterdam wird es also nicht "Nursultan calling" heißen. Die Hauptstadt Kasachstans wurde nach dem Abdanken von Präsident Nursultan Nasarbajew von seinem Nachfolger umbenannt um ihn zu ehren.

Beyond Eurovision (33): Burkina Faso



Burkina Faso - 1960, im sogenannten Afrikanischen Jahr, in dem zahlreiche Länder des schwarzen Kontinents ihre Unabhängigkeit erreichten, löste sich auch das heutige Burkina Faso in Westafrika von der französischen Kolonialmacht. Bis 1984 trug das Land den Namen Obervolta bzw. Haute-Volta, benannt nach dem Flusssystem, welches das Land durchquert, ehe es in Ghana in den Atlantik mündet. Zu verdanken war die Umbenennung dem damaligen sozialistischen Präsidenten Thomas Sankara.

Schnelle Fakten
Hauptstadt
Ouagadougou
Sprachen
Französisch
Fläche
267.950km²
Währung
CFA-Franc (XOF)
Einwohner
20,1 Mio.
Internet-TLD
.bf
Zeitzone
UTC
Wiki-Info

Dieser war auch bestrebt darin, eine Westafrikanische Union zu gründen und sympathisierte dabei vor allem mit dem südlichen Nachbarn Ghana. Frankreichs Präsident Mitterand nannte ihn öffentlich "einen, der einem den Schlaf raubt". Nach dessen Tod erlangte Blaise Compaoré die Macht, der sich Frankreich wieder zuwendete, aber auch im Zwielicht stand, Bürgerkriege im benachbarten Ausland zu unterstützen. Nach dessen Verfassungsänderung, die ihm eine fünfte Amtszeit ermöglichen sollte, kam es zu größeren Demonstrationen die selbst in bürgerkriegsähnlichen Zuständen gipfelten.


Mittlerweile hat sich die Lage in Burkina Faso wieder etwas beruhigt. Wie auch in anderen afrikanischen Ländern gibt es eine große Vielfalt an Volksgruppen und bedingt dadurch verschiedene Kulturzweige. Zum Einsatz kommen beim Musizieren traditionelle Instrumente wie z.B. das Balafon, eine Art Xylophon mit hängenden Kalebassen, als Wassergefäßen. Die Tradition des Balafon-Spielens der Volksgruppe der Malinke, deren Siedlungsgebiet sich auch über Teile Burkina Fasos erstreckt, ist mittlerweile auf der Liste des immateriellen Kulturerbes zu finden, allerdings wird dieser Eintrag Guinea zugesprochen.

Mehr oder weniger entwickelt sich im Land auch eine kleine Szene von Popularmusik. Fleur Ouédraogo wird von vielen afrikanischen Websites als aufstrebendes Jungtalent der burkinabischen Musikszene gefeiert. Sie startete zunächst als Barsängerin in ihrer Heimatstadt Dano im Südwesten Burkina Fasos. Im Alter von 24 Jahren wurde sie in Kenia bei einem Musikfestival entdeckt und landete in mehreren Ländern mit "Posément" einen Hit. Auch war sie bereits bei "Aissa", einer Filmproduktion aus Kamerun auf der Kinoleinwand zu sehen. Musikalisch singt La Fleur vor allem eine Mischung aus R'n'B mit traditionellen afrikanischem Einschlag. 

Fleur - Kelemambe

Nordmazedonien: Skopje meldet sich einsatzbereit



Nordmazedonien - ...und noch ein weiteres Land hat sich für den Eurovision Song Contest 2020 entschieden. ESCtoday.com vermeldet neben der Anmeldung aus Kroatien auch, dass Nordmazedonien nach dem herausragenden Ergebnis von Tamara Todevska im kommenden Jahr einen Interpreten nach Rotterdam schicken wird. Tamara belegte in Tel Aviv den siebten Platz und ging nach der Korrektur des Endergebnisses sogar als Jurysiegerin aus dem Wettbewerb hervor.

Auf Basis des besten Ergebnisses, das Mazedonien bzw. Nordmazedonien seit seinem Song Contest-Debüt 1998 eingefahren hat, erfolgte nun die Bestätigung für das nächste Jahr. Allerdings blieben weitere Informationen, ähnlich wie in diversen anderen Nationen bislang, aus. Erwartungsgemäß müsste der Sender MKRTV auf einen nationalen Vorentscheid verzichten und seinen Interpreten für Rotterdam auf dem kurzen Dienstweg intern wählen.

19 Mal war das Land bereits beim Eurovision Song Contest dabei, den gescheiterten Versuch in Oslo 1996 nicht mitgerechnet. Damals konnte Kaliopi mit ihrem Titel "Samo ti" die Juroren durch die eingereichte MC-Kassette nicht überzeugen und flog, ähnlich wie auch Deutschland in diesem Jahr, vor der eigentlichen TV-Show aus dem Rennen. Seither wartet Nordmazedonien auf den ersten Sieg beim Eurovision Song Contest, die Juroren wurden aber zumindest von "Proud" schon überzeugt.

Kroatien: HRT bestätigt Teilnahme in Rotterdam


Kroatien - Zunächst hieß es, über die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam wird erst im Oktober entschieden. Gemeint ist damit aber scheinbar die endgültige Bestätigung, denn wie ESCtoday.com nun durch den kroatischen Sender HRT mitgeteilt bekommen hat, steht das Land bereits auf der provisorischen und unverbindlichen Liste für das kommende Jahr. 

Einzelheiten sind aus Zagreb bisher nicht bekannt geworden, daher ist noch unklar, ob Kroatien im nächsten Jahr seinen Vorentscheid Dora reaktivieren wird oder einen anderen Weg einschlagen wird. Der Vorentscheid feierte erst in diesem Jahr sein Comeback in Opatija. Als Sieger ging Roko Blažević mit seinem Titel "The dream" hervor. Der Traum von der Finalteilnahme erfüllte sich für Kroatien allerdings nicht, Roko schied als 14. im Halbfinale von Tel Aviv aus.

Kroatien ist seit 1993 als eigenständige Nation Teil des Eurovision Song Contests und war bis in die 2000er hinein, die erfolgreichste Nation des ehemaligen Jugoslawiens im Wettbewerb. Alle Top Ten-Platzierungen des Landes kassierten die Interpreten bis zum Jahr 2001. Danach folgte nach und nach der Niedergang der Ergebnisse, bis man 2007 erstmals im Halbfinale ausschied, 2014 und 2015 aufgrund einer Neustrukturierung aussetzte und mit Nina Kraljić und Jacques Houdek den 23. und 13. Platz einfuhr. In den letzten beiden Jahren war Kroatien wieder nicht im Finale vertreten.