Dienstag, 4. August 2015

Israel: Nadav mit neuem Coca Cola-Song


Israel - Nadav Guedj hat beim Eurovision Song Contest in Wien mit seinem "Golden boy" gerockt und ein bisschen orientalisches Gefühl versprüht. Nun meldet sich der 16jährige Israeli zurück und zwar als Gesicht bzw. musikalisches Aushängeschild von Coca Cola und präsentiert den nächsten Sommerhit der Saison, den Titel "Summer together".

Und genau so wie das Lied klingt, sieht auch das, für Coca Cola produzierte Musikvideo aus: Sonnenschein, eine Fahrt im Cabrio, ein Strand und ein Dancefloor. Sommerhits laufen irgendwie immer nach dem gleichen Muster ab. Nadav immerhin scheint sich mit dem Engagement des Getränkegiganten einen sicheren Werbedeal geangelt zu haben, für den wir ihn beglückwünschen.

Nadav Guedj - Summer together

Montag, 3. August 2015

Österreich: Trackshittaz gehen getrennte Wege


Österreich - "Wir sind verschiedene Menschen und konnten uns innerhalb der gesteckten Grenzen nicht entfalten. Wenn man nicht mehr verkörpern will, was die Leute in einem sehen, ist es Zeit zu gehen.", erklärten Manuel Hoffelner und Lukas Plöchl in einem 15minütigen Video. Die Trackshittaz, die Österrreich 2012 in Baku beim Song Contest vertreten haben, haben sich getrennt.

Die beiden fanden 2010 zusammen und wurden mit dem Spaßcover von "Alors on danse" über Nacht bekannt. Dem Hype folgend nahm Lukas Plöchl später bei "Helden von Morgen" im ORF teil, mit "Oida taunz" landete er einen Nummer-Eins-Hit und legte auch beim österreichischen Vorentscheid die Grundlage für den späteren Erfolg. 2012 gelang dann mit "Woki mit dem Popo" der Durchbruch und die Qualifikation für den Eurovision Song Contest in Baku.

Dort reichte es zwar nur für den letzten Platz, man blieb jedoch nachhaltig in Erinnerung. Nun erklärten beide das Aus ihrer gemeinsamen Karriere. "Wir gehen im Guten auseinander. Immerhin sind wir fünf Jahren Seite an Seite durch Erfolg und Scheiße gelaufen.", die Trennung sei aber notwendig gewesen. Zu ihrer Zeit habe genau das, was sie gemacht haben gepasst, dies habe sich nun mittlerweile verändert.

Sonntag, 2. August 2015

Litauen: Aistė Pilvelytė strebt Comeback an


Litauen - Da ist sie wieder. Nach ihrem eigentlichen Rückzug vom nationalen Vorentscheid und damit auch vom Eurovision Song Contest, hat die litauische Sängerin Aistė Pilvelytė angekündigt, wieder an der Vorauswahl ihres Landes teilzunehmen, sofern das litauische Fernsehen LRT Veränderungen am Auswahlmechanismus vornimmt.

Gegenüber der Website 15min.lt bestätigte Aistė, dass sie gerne für Litauen zur Eurovision fahren würde, allerdings nur, sofern das komplexe, wochenlange Verfahren zur Beitragssuche geändert wird. Aistė Pilvelytė bewarb sich insgesamt sechs Mal bei LRT, scheiterte jedoch an der Qualifikation. Ihren letzten Anlauf unternahm sie 2014.

Mehrmals unterlag sie anderen Interpreten, 2011 wurde sie Zweite hinter Evelina Sašenko, 2008 fehlten ihr lediglich 448 zum ersten Rang. Damals gewann Jeronimas Milius den litauischen Vorentscheid. Welches Prozedere LRT für 2016 anwendet ist noch nicht bekannt.

Samstag, 1. August 2015

News-Splitter (438)


Zypern - Thanasis Tsokos, Vizepräsident des zypriotischen Rundfunks CyBC bestätigte gegenüber der Zeitung "Phileleftheros", dass man in Nikosia plane, das Vorentscheidungskonzept aus dem Vorjahr wieder aufleben zu lassen. Der Mechanismus, bei dem John Karagiannis entdeckt wurde, bestand aus mehreren Live Auditions, Semifinals und Finalshows. Die Qualifikation des Zyprioten für das Finale von Wien gab offenbar den Denkanstoß beim zypriotischen Fernsehen. Die Teilnahme in Stockholm selbst ist wahrscheinlich, aber noch nicht fix.

Deutschland - Gegenüber der Südwest Presse erklärte ein Sprecher von ProSieben, dass auch die Zukunft des Bundesvision Song Contests 2016 ungewiss sei. Auf Anfrage erklärte der Sender: "Das steht noch nicht fest." Der Wettbewerb wurde auf lokaler Ebene als Pendant zum Eurovision Song Contest eingeführt und findet am 29. August möglicherweise zum letzten Mal statt. Bei ProSieben laufen nach wie vor Analysen und Planungen, welche Raab-Formate auch nach dessen Abschied vom Fernsehen weiter im Programm bleiben könnten.

Spanien - Betty Missiego hat ihre musikalische Karriere beendet. Die spanische Song Contest-Kandidatin von 1979 beendet damit eine über 50jährige Musikkarriere. Beim Eurovision Song Contest wurde sie mit "Su canción" und einem vierköpfigen Kinderchor Zweite hinter Israel. Betty Missiego wurde 1945 in Lima geboren und vertrat Peru 1972 beim allerersten OTI Festival, einem lateinamerikanischen Musikwettbewerb, der bis 2000 ausgetragen wurde. 1980 bewarb sie sich mit dem Titel "Don José" erneut für Spanien beim Eurovision Song Contest, ihr Titel wurde von TVE jedoch nicht für Amsterdam ausgewählt.

Island - Páll Oscar hat den Reykjavik Pride am Wochenende auf einem pinken Wikingerschiff eröffnet. Der isländische Song Contest-Sänger von 1997 ist offen homosexuell und gehört auch heute noch zu den bekanntesten Musikern des Landes. Mit "Minn hinsti dans" wurde er 14. in Dublin, 2008 schrieb er den Song Contest-Beitrag für die Eurobandið. Seit 2010 gilt die gleichgeschlechtliche Ehe auf Island. Die damalige Regierungschefin Jóhanna Sigurðardóttir war die Erste, die von dem neuen Gesetz Gebrauch machte.

Türkei - Auch die türkische Song Contest-Teilnahme und somit Rückkehr nach drei versäumten Ausgaben steht noch mit Fragezeichen im Raum. Dennoch gibt es auch hier wieder Gerüchte, Aynur Aydın würde in Verhandlungen mit dem türkischen Fernsehen TRT stehen, das Land zum Eurovision Song Contest zurückzubringen. Aynur wurde in München geboren und erklärte vor wenigen Tagen in einer Radioshow, dass sie sehr gern für ihr Land, die Türkei, beim Song Contest teilnehmen würde. Ob TRT tatsächlich zum Wettbewerb zurückkehren wird, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen.

Red Cocktail: Love Shine A Light


Eine unspektakuläre Eurovisionswoche geht zu Ende und außer dem sich wiederholenden Konzept der Schweiz für den nationalen Vorentscheid gibt es kaum Nachrichten, die es sich lohnt zu posten. Immerhin, das Wetter ist auf dem Weg der Besserung und kommende Woche soll die nächste Hitzewelle vorbeischauen, Cocktailwetter steht bevor. In Vorbereitung darauf gibt's hier heute die nächste Ausgabe und der Sieger ist diese Woche "Love Shine A Light", gesucht werden die schönsten aber auch die schrillsten Liebeslieder in der 61jährigen Song Contest-Geschichte.



Wegweisend und namensgebend ist wieder einmal ein Beitrag aus Großbritannien. Katrina & The Waves siegten 1997 für das UK, bis heute kam kein Entry von der Insel auf diesen Rang. Katrina Leskanich wurde 1960 in Topeka in Kansas geboren und erlangte 1985 mit "Walking on sunshine" mit ihrer Begleitband ihren weltweiten Durchbruch. Bis dahin war die Gruppe eher ein One-Hit-Wonder, 1997 gingen sie für die BBC nach Dublin und siegten. Katrina ist heute noch häufig in der Eurovisionswelt zu sehen, als Moderatorin der 50jährigen Jubiläumsshow oder beim schwedischen Vorentscheid 2005 mit dem Titel "As if tomorrow will never come" von Thomas G:son.

Aus Großbritannien, dem Land des Pop und der großen Melodien stammen noch eine Vielzahl weiterer Liebeslieder, nicht nur auf internationaler Ebene, wie etwa Leona Lewis mit ihrem Schmachtlied "Run" sondern auch mit Eurovisionsperlen wie "Boom bang-a-bang" von Lulu 1969 ("My heart goes boom bang-a-bang, boom bang-a-bang, when you are near...") oder das wunderschöne "Come back" von Jessica Garlick, die in Tallinn den dritten Platz belegte. Großbritannien stürzte mit Liebesliedern aber auch schon ab, ein Beispiel ist der gefühlt 138jährige Engelbert Humperdinck, der mit "Love will set you free" versuchte an die Erfolge der 70er Jahre anzuschließen, in Baku aber den alternden Musiker spielte und damit floppte.

Was braucht ein Lovesong um erfolgreich zu werden? Eine einfühlsame Melodie, hervorragend eignen sich Balladen mit tragischer Choreographie, schmerzendem Text oder einer einfühlsamen Melodie. Auf die Tränendrüse zu drücken rentiert sich dabei ebenfalls, wie man an Elina Born aus Estland sieht, die beim gemeinsamen Auftritt mit Stig Rästa eine echte Träne vergoss. Dies war zwar kein klassisches Liebeslied, sondern ein Abschlussbericht über einen One-Night-Stand, es war dennoch eine gute Show. Ein Duett, das ein Liebeslied singt und den jeweiligen Gegenüber anschmachtet, ist auch ratsam, wenn man eine Song Contest-Teilnahme plant, eine kurze Übersicht von Duetten mit Liebesliedern der letzten Jahre:


 Slowakei 2009 - Kamil Mikulčík & Nela Pocisková - Leť tmou 
 Aserbaidschan 2009 - Aysel & Arash - Always 
 Dänemark 2010 - Chanée & N'Evergreen - In a moment like this
 Georgien 2013 - Nodi & Sophie - Waterfall
 Litauen 2015 - Monika Linkytė & Vaidas Baumila - This time
 Norwegen 2015 - Mørland & Debrah Scarlett - A monster like me 

Das Thema Liebe kann bei der Eurovision auf verschiedenste Art und Weise aufgearbeitet werden. Die Katerstimmung nach der großen Liebe, wie sie etwa Danijela 1998 für Kroatien besang oder die Hoffnung, dass die große Liebe zurückkehrt, etwa bei Pastora Soler und "Quédate conmigo" aber auch einfach durch die Auflistung sämtlicher Liebesbotschaften in europäischen Sprachen, wie es Lior Narkis 2003 für Israel tat. Tendenziell erfolgreicher sind jedoch wirklich die ernstgemeinten Liebeslieder, wo man spürt, dass sich der Interpret auch für sein Herzblatt von der nächsten Brücke schmeißen würde. 

In spanischen Liebesliedern, um noch einmal auf Pastora Soler zurückzukehren, die für mein Empfinden den besten Song und die beste Show ever beim Song Contest hingelegt hat, muss offenbar mindestens einmal das Wort "corazon", sprich: Herz vorkommen. Egal ob Azúcar Moreno 1990, Mikel Herzog 1998, Ramón 2004, D'Nash 2007 oder Daniel Diges 2010, in schöner Regelmäßigkeit präsentiert Spanien Liebeslieder, wirkliches Latinofeeling kam jedoch nur 2004 bei Ramón auf, der darüber sang, dass die Sonne nun wieder scheint, nachdem er seine Chica kennengelernt hat.


Und auch Deutschland hat sich bei der Eurovision schon ausgiebig mit Liebe auseinander gesetzt. Gleich der erste Beitrag von Freddy Quinn 1956 ("So geht das jede Nacht") zielte auf seine Frau ab, die jeden Abend mit einem anderen ausging. Wencke Myhre sang 1968 im deutschen Engagement "Ein Hoch der Liebe", Mary Roos erklärte 1972 "Nur die Liebe lässt uns leben", ein paar Jahre später besang sie ein Liebesaus in "Aufrecht geh'n" und Guildo Horn hatte uns ja eh alle lieb. Kreativ war auch Lenas Text, in der sie erklärte, dass sie extra blaue Unterwäsche kaufte, das Lied selbst geht aber mit der Standardphrase "I went everywhere for you" los. Einfallsloser ist nur noch "Never (ever) let you go".

Für die Statistiker: bis heute gab es über 60 Eurovisionsbeiträge, die das Wort "Love" im Titel hatten. Dabei Klassiker wie "Bye bye I love you" von Ireen Sheer, das irische "Millenium of love", kritische Fragestellungen wie "Love?" aus Irland oder unendliche Liebe wie "Love unlimited" von Sofi Marinova aus Bulgarien, die gleich in mehreren Sprachen ihre Liebe ausdrückte. Der Song Contest bietet also viel Liebe, egal welcher Natur und Konstellation wie der litauische Beitrag in diesem Jahr zeigte. 


Und da der Eurovision Song Contest völkerverbindend ist, abschließend noch praktische "Ich liebe dich"-Tipps für Urlaubsflirts around Europe, je nachdem wohin die Reise geht. Irgendwas davon kann man bestimmt gebrauchen:


-  Englisch - I love you
-  Französisch - Je t'aime
-  Spanisch - Te quiero
 Italienisch - Ti amo
-  Portugiesisch - Te amo
-  Mallorquinisch - T'estim 
-  Schwedisch - Jäg älskar dig
-  Griechisch - S'agapo
-  Kroatisch - Volim te
-  Tschechisch - Miluji te
-  Türkisch - Seni seviyorum
 Finnisch - Mina rakastan sinua
-  Russisch - Ya lyublyu tebya
-  Polnisch - Kocham cie



Poll: Nach der ganzen Gefühlsduselei muss natürlich auch für die kommende Woche noch ein Leitthema gefunden werden. Zur Auswahl stehen die gleichen Kategorien wie in dieser Woche, die "Lambada Night", die diese Woche irgendwie ignorierte "Schlagerparty", "Rock Forever" und das "Green Event". Ich bin gespannt, wohin die Reise nächste Woche geht und wünsche ein schönes, sonniges Wochenende.

Welcher Cocktail darf's als Nächstes sein?