Montag, 16. Oktober 2023

News-Splitter (1001)


Estland
- Nach jetzigem sind erst zwölf Einsendungen für den Eesti Laul 2024 beim Sender ERR eingegangen. Noch bis 21. Oktober können sich Interpreten gegen eine Gebühr von 50€ (bei Beiträgen auf Estnisch) und 100€ bei englisch- oder fremdsprachigen Titeln bewerben, danach erhöht sich die Teilnahmegebühr auf 100 respektive 200€ pro Beitrag. Insgesamt möchte das estnische Fernsehen 20 Beiträge für den Eesti Laul auswählen, die sich dann zunächst in zwei Halbfinals gegenüberstehen. Die 20 Kandidaten sollen am 8. November feststehen und der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Albanien
- Nunmehr sind auch die Termine für das 62. Festivali i Këngës bekannt. In insgesamt vier Festivalnächten wird im Kongresspalast zu Tirana nach dem Sieger des Festivals und gleichzeitig dem Vertreter für die Eurovision in Malmö gesucht. Beginnend am Dienstag, den 19. Dezember mit der ersten Vorrunde und endend am 22. Dezember mit der großen Finalshow präsentiert RTSH insgesamt 27 Künstler, 13 Etablierte und 14 Newcomer. Unter den Bewerberinnen soll sich u.a. Vorjahressiegerin Elsa Lila befinden. Erstmals in der Festivalgeschichte wird zu jeweils 50% per Jury- und Zuschauervoting abgestimmt.

Niederlande
- Anouk, die die Niederlande im Jahr 2013 nach Jahren erstmals wieder in ein Finale des Eurovision Song Contests geführt hat, gab in einem Interview bekannt, dass sie sich gerne für die Eurovision beworben hätte, die Veröffentlichung ihres Albums allerdings nicht weiter herauszögern konnte. "Ich konnte nicht in letzter Minute zu meiner Plattenfirma kommen und sagen: Entschuldigung, das wird erst im März sein.", so Anouk. An einem Beitrag hätte es offenbar nicht gemangelt, das Zeitmanangement verhinderte jedoch eine Bewerbung. Der Sender AVROTROS meldet dennoch mehr als 600 Lieder für die interne Auswahl.

Samstag, 14. Oktober 2023

Albanien: 80 Bewerbungen für Festivali i Këngës


Albanien
- Beim albanischen Fernsehen RTSH endete jüngst die Einreichfrist für das Festivali i Këngës, mit dessen Hilfe der Sender seit dem Debüt im Jahr 2004 seinen Vertreter für den Eurovision Song Contest ermittelt. So soll es auch für 2024 sein, aus Tirana wurden nach dem Ende der Frist insgesamt 80 "hochwertige Musikkreationen" vermeldet, wie RTSH auf seiner Website meldet.

Unter den Bewerbungen sind neben einer Vielzahl lokaler Komponisten auch Bewerbungen aus dem Kosovo, Nordmazedonien, Italien, Schweden, Deutschland und den USA. Innerhalb der kommenden Woche wird die musikalische Direktion des Festivals nun alle Bewerbungen auf ihre Kompabilität prüfen und die Line Up für das Festivals auswählen. Wann genau mit der vollständigen Liste zu rechnen ist, ist unbekannt.

In diesem Jahr soll der Sieger beim Festivali i Këngës erstmals mit Hilfe eines 50%igen Jury- und Televotingmix ermittelt werden. Albanien nimmt seit 2004 am Eurovision Song Contest teil, das beste Ergebnis ist der fünfte Platz aus dem Jahr 2012 mit Rona Nishliu und dem eigenwilligen "Suus". In Liverpool wurde Albanien durch Albina & Familja Kelmendi vertreten, die mit "Duje" den 22. Platz im Finale erreichten. 

Freitag, 13. Oktober 2023

Island: Finale des Söngvakeppnin am 2. März


Island
- Am 2. März wählt Island seinen Repräsentanten für den Eurovision Song Contest 2024. RÚV hat das Programm seines nationalen Vorentscheids Söngvakeppnin vorgestellt, dem bewährten Format mit zwei Vorrunden und einer Finalshow folgend. Die beiden Halbfinals werden am 17. und 24. Februar stattfinden, die Entscheidung, wer Island im Halbfinale von Malmö vertreten wird, fällt eine Woche später am 2. März.

Moderiert wird der Vorentscheid abermals von Ragnhildur Steinunn Jónsdóttir, Sigurður Þorri Gunnarsson und Unnsteinn Manuel Stefánsson. Pro Vorrunde treten zunächst fünf Interpreten an, zwei von ihren qualifizieren sich direkt für das Finale. Dabei werden alle Beiträge in der Vorrunde zunächst auf Isländisch performt. Den Finalisten steht frei, diese im Finale auf Englisch oder einer anderen Sprache zu intonieren.

Hinzu kommt ein Kandidat, der von den Showproduzenten eine Wildcard gewinnt. Somit findet das Finale am 2. März mit fünf Interpreten statt. Insgesamt wurden 118 Beiträge beim Sender RÚV eingereicht, wer den Sprung in die Liveshows geschafft hat, wird am 27. Januar im Rahmen der TV-show "Lögin i Söngvakeppninni" bekannt gegeben. Gesucht wird der Nachfolger von Diljá, die in Liverpool mit dem Titel "Power" im Halbfinale ausschied.

Donnerstag, 12. Oktober 2023

News-Splitter (1000)


Spanien
- Beim spanischen Fernsehen RTVE sind 825 Beiträge inklusive dazugehöriger Interpreten für das Festival von Benidorm eingegangen. Dies stellt einen neuen Rekord an Einsendungen für den spanischen Vorentscheid dar, der vor zwei Jahren wiederbelebt und als Festivalkonzept festen Eingang in die Unterhaltungssparte von RTVE gefunden hat. Auch die Zahl der Beiträge in regionalen Sprachen wie Katalanisch, Galicisch und Baskisch ist signifikant angestiegen, zudem wurden auch bisher kaum repräsentierte Genres wie etwa Reggaeton eingereicht. Eine Jury wird nunmehr 16 Beiträge filtern und diese im Rahmen einer Pressekonferenz am 11. November in Sevilla vorstellen.

Italien
- In Italien hat derweil die Area Sanremo begonnen, bei der Künstler von 16 bis 30 Jahren ihre Bewerbungen mit unveröffentlichten Songs bei der RAI einsenden können. Die Einsendungen werden von Amadeus, dem musikalischen Leiter des San Remo-Festivals gesichtet, am 25. und 26. November folgen Live Auditions. Vier Nachwuchskünstler erhalten die Chance, am 20. Dezember bei San Remo Giovani anzutreten und sich hierüber einen Startplatz beim eigentlichen Festival von San Remo zu erkämpfen. Die etablierten Interpreten von San Remo werden aller Voraussicht nach Ende des Jahres präsentiert.

Monaco
- Seit dem 1. September hat das Fürstentum Monaco wieder einen staatlichen Fernsehsender, der auch berechtigt ist, am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Frédéric Cauderlier von TV Monaco hat nun in einer Anfrage von L'Observateur erklärt, warum sein Sender dennoch nicht am Wettbewerb 2024 teilnehmen wird: "Die Fristen für die Anmeldung waren zu eng bemessen. Darüber hinaus erlaubt uns unser Senderstart zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass wir uns sofort auf dieses Projekt konzentrieren." Eine mittelfristige Rückkehr zum Wettbewerb scheint daher möglich, bis auf weiteres müssen aber zunächst die Stellschrauben für einen reibungslosen Betrieb geschaffen werden.

Mittwoch, 11. Oktober 2023

Heute: Ende der Abmeldefrist vom Song Contest 2024


Europa
- Heute zur Geisterstunde endet die Frist der Europäischen Rundfunkunion sich ohne finanzielle Sanktionen vom Eurovision Song Contest 2024 abzumelden. Dabei ist bei neun Nationen noch nicht einmal bekannt, ob sie sich überhaupt auf die Teilnehmerliste haben setzen lassen bzw. ob sie weiterhin gewillt sind, am Wettbewerb teilnehmen zu wollen. Besonders im Fokus stehen hierbei finanzielle Aspekte, etwa in Montenegro und Nordmazedonien. Wir haben die Standpunkte der noch fehlenden Nationen einmal zusammengetragen.

Armenien
- Klassischerweise ist das armenische Fernsehen bis zuletzt still, wenn es um die Bestätigung der Eurovisionsteilnahme geht. Dennoch steht eine mögliche Teilnahme auf wackeligen Beinen. Jüngst kam es zur Offensive des aserbaidschanischen Militärs auf die Republik Arzach, früher Bergkarabach, in deren Zuge nahezu die komplette armenischstämmige Bevölkerung geflohen ist. Da das Land vor einer großen Herausforderung steht, dürfte die Eurovision wie auch die Junior Eurovision zunächst eine untergeordnete Rolle spielen.

Australien
- In diesem Jahr lief der Vertrag der Europäischen Rundfunkunion mit dem australischen Sender SBS aus, der eine Teilnahme am Song Contest garantierte. SBS bestätigte zwar, dass man in Verhandlungen über eine Verlängerung mit der EBU steht, bislang allerdings ohne eine publik gemachte Entscheidung. Da Australien den Wettbewerb nicht nur musikalisch anreichert sondern auch finanziell entlastet, dürfte es aber relativ wahrscheinlich sein, dass sich SBS und EBU einigen und Australien 2024 mit dabei sein wird.

Bulgarien
- Bis vor wenigen Jahren war BNT ein engagiertes Teilnehmerland, das auch respektable Ergebnisse eingefahren hat. Nach finanziellen Engpässen und einem Wechsel in der Senderdirektion ist der Enthusiasmus allerdings deutlich abgeflacht. Auch auf dem offiziellen X-Kanal, früher Twitter, hält sich der Sender aus Sofia mit Informationen zurück. Eine Rückkehr zum Eurovision Song Contest ist zwar jederzeit möglich, aufgrund der Sperrhaltung in den Führungsgremien von BNT aber eher unwahrscheinlich.

Montenegro
- Ebenfalls ein großes Fragezeichen steht hinter der Rückkehr Montenegros zum Song Contest. Zwar wurde die Eurovision in der Vergangenheit als Chance gesehen, das Land medienwirksam zu präsentieren, dies bringt den Sender RTCG aber auch an den Rand des vereinbarten Haushaltsplan. Sofern ein geeigneter Sponsor gefunden wird und die Teilnahme mitfinanziert, könnte Montenegro im kommenden Jahr durchaus zurückkehren, allerdings gab es aus Podgorica bisher kein offizielles Statement, lokale Medien vermeldeten hingegen bereits eine Absage.

Nordmazedonien
- Die Bilanz des Senders MRT sieht für das folgende Jahr durchaus finanzielle Mittel für den Eurovision Song Contest vor, wie vor einigen Wochen in einer entsprechenden PDF-Datei zu sehen war. Während etwa die englischsprachige Wikipedia Nordmazedonien als zweiten gesicherten Rückkehrer neben Luxemburg aufführt, reagierte der Sender selbst bisher zurückhaltend. Ein offizielles Statement, dass man 2024 einen Interpreten nach Malmö schickt, gab es bisher noch nicht. Allerdings dürften die Chancen bei Nordmazedonien größer sein als etwa bei Montenegro.

Rumänien
- TVR steht auf der provisorischen Teilnehmerliste des Eurovision Song Contests 2024. Allerdings liegt die finale Entscheidung, ob das Land einen Interpreten nach Malmö schickt, nunmehr in der Hand der oberen Führungsetage. Nach bescheidenen Ergebnissen in den letzten Jahren, einem Juryskandal, einer Disqualifikation aufgrund nicht bezahlter Auslagen bei der EBU und generell eng bemessenen finanziellen Mitteln, ist es durchaus möglich, dass sich der rumänische Sender wieder von der Teilnehmerliste streichen lässt. 

Tschechien
- Das tschechische Fernsehen kündigte im Sommer an, dass eine Entscheidung, ob man am Eurovision Song Contest 2024 teilnehmen werde, nicht vor Ende September bzw. Anfang Oktober fallen werde. Seither hüllt man sich in Prag in absolutes Schweigen. Keinerlei Informationen, nicht einmal eine Tendenz, ist nach außen gedrungen und somit bleibt die Teilnahme in Malmö ungewiss. Nach dem zehnten Platz mit der Gruppe Vesna dürfte Česká televize aber zumindest nicht aufgrund von Misserfolgen fehlen und somit kann man davon ausgehen, dass Tschechien auf der Teilnehmerliste 2024 zu finden sein wird.

Türkei
- Seit Jahren verhandelt die Europäische Rundfunkunion mit dem Sender TRT über eine Rückkehr zum Song Contest, ohne Erfolg. Einer Umfrage zufolge wünschen sich zwar über 95% der Türken eine Rückkehr in den Kreis der europäischen Musikfamilie, die Verantwortlichen bei TRT argumentieren jedoch, dass ein Werteverfall im Wettbewerb eingesetzt hat, Big Five und Juryvoting abgeschafft werden müssen. Die EBU hat sich bisher auf keinen dieser Punkte eingelassen und somit dürfte der Wettbewerb 2024 aller Voraussicht nach ohne türkische Beteiligung stattfinden.

Ungarn
- Offiziell hat das ungarische Fernsehen MTV sich nie zu den Beweggründen geäußert, warum es dem Wettbewerb fernbleibt. Als wahrscheinlich gilt wie auch im Falle der Türkei die Kollision von europäischen Werten mit Ideologien der Regierung Orbán, die immerhin die Finanzierungsgrundlage für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Ungarn stellt. Das damals als Vorentscheid für die Eurovision eingeführte Musikformat "A Dal" ist inzwischen zu einem Musikfestival zur Förderung ungarischer Musik im Inland geworden. MTV bietet dem Sieger Unterstützung, jedoch keinen Startplatz bei der Eurovision an.

Alle oben stehenden Informationen sind nach bestem Gewissen zusammengetragen, stochern aber allenfalls im Nebel herum und basieren nicht auf 100% sicheren Quellen. Aufschluss, wer und wer nicht am Eurovision Song Contest 2024 in Malmö teilnehmen wird, kann lediglich die offizielle Teilnehmerliste der Europäischen Rundfunkunion liefern. Diese wird in der Nacht in Stein gemeißelt, was bis dahin bei den Rundfunkanstalten Europas geschehen ist, wird sehr wahrscheinlich nicht nach außen kommuniziert.