Montag, 5. Juni 2023

Italien: RAI sucht nach Giovani-Nachwuchstalenten


Italien
- San Remo ist eine feste Institution im Kalender eines Eurovisionsfans und auch im kommenden Jahr wird das traditionelle Musikfestival in Italien wieder stattfinden. Heute hat die RAI bereits das Regelwerk für seinen Nachwuchswettbewerb "San Remo Giovani" vorgestellt. Amadeus, künstlerischer Leiter des Festivals erklärte: "Das Abenteuer in Richtung San Remo 2024 beginnt." Künstler zwischen 16 und 29 Jahren sind aufgerufen, sich für den Newcomer-Wettbewerb zu bewerben.

Zwischen dem 15. Juni und dem 15. Oktober können sich interessierte Nachwuchstalente bei der RAI anmelden, ein Komitee wählt unter allen Einsendungen zwölf Künstler aus, die im Dezember in einem Live-Finale um die drei direkten Startplätze beim San Remo-Festival 2024 qualifizieren können. Die erfolgreichen "Giovani"-Teilnehmer erhalten somit auch die Chance, das San Remo-Festival zu gewinnen bzw. Italien beim Eurovision Song Contest in Schweden zu vertreten.

Das eigentliche San Remo-Festival wird aller Voraussicht nach wieder aus fünf Shows bestehen, in denen die Crème de la Crème der italienischen Musikszene sich die Klinke in die Hand gibt. Der Sieger des Festivals erhielt in den letzten Jahren das Vorrecht, Italien beim Song Contest zu vertreten. Lehnt jener Künstler ab, wählt die veranstaltende RAI aus den verbliebenen Interpreten einen Act für die Eurovision aus. Seit der Rückkehr Italiens passierte dies jedoch erst einmal, 2016 fuhr statt der Gruppe Stadio die Sängerin Francesca Michielin nach Stockholm.

Slowakei: Keine Rückkehr im Jahr 2024 zu erwarten


Slowakei
- Die erste formelle Absage für den Eurovision Song Contest 2024 liegt vor und kommt aus Bratislava. Slavomíra Kubičková, Head of International Relations, erklärte auf Anfrage, dass das slowakische Fernsehen RTVS nicht zum Song Contest in Schweden zurückkehren wird und ebenso wenig beim Junior Eurovision Song Contest in Nizza debütieren wird. Der Sender begründet dies erneut mit den knappen finanziellen Ressourcen.

Bereits kurz nach dem Song Contest von Liverpool erläuterte RTVS, dass man in der Eurovision interessante Möglichkeiten sehe, die slowakische Musikkultur europa- und weltweit zu bewerben, man die Teilnahme an der Show jedoch auch in Relation zum generellen TV-Content von RTVS sehen müsste. Man sei darauf eingestellt, Fernsehen mit lokalen bzw. für die Slowaken interessanten Inhalten zu produzieren, die Eurovision hingegen sei eher Luxus als notwendig.

RTVS gilt ohnehin als chronisch unterfinanziert und hat bereits Probleme, seinem Versorgungsauftrag gemäß Rundfunkvertrag gerecht zu werden. Somit werde der Fokus auf notwendigere Formate gelegt. Zuletzt nahm RTVS im Jahr 2012 am Song Contest in Baku teil und schied mit Max Jason Mai im Halbfinale aus. Seit Einführung der Halbfinals nahmen slowakische Interpreten viermal teil, keiner von ihnen schaffte den Sprung in die finale Endrunde der Eurovision.

Israel: Castingshow für Song Contest-Auswahl 2024


Israel
- Via Facebook hat das israelische Fernsehen KAN nicht nur seine Teilnahme am Eurovision Song Contest im kommenden Jahr in Schweden bestätigt, sondern auch gleichzeitig sein Auswahlverfahren vorgestellt. Anders als etwa bei Noa Kirel, die zu ihrer eigenen Überraschung auf der Wunschliste des Senders stand und nachträglich intern ausgewählt wurde, kehrt man in Israel nunmehr zu einem Castingverfahren zurück, dass statt "Rising Star" nun "The Next Star" heißen wird.

Der detaillierte Auswahlmechanismus sowie die Termine stehen noch aus, das israelische Fernsehen hat in den letzten Jahren mit Hilfe von ähnlich konzipierten Talentshows einige vorzeigbare Ergebnisse beim Eurovision Song Contest einfahren können, etwa den Sieg von Netta Barzilai mit "Toy" beim Song Contest 2018 in Lissabon oder auch 2020/2021 mit Eden Alene, die immerhin den 17. Platz im Finale von Rotterdam belegte.

Sobald nähere Informationen zum Auswahlverfahren in Israel feststehen bzw. der Ablauf der Shows bekannt ist, werden wir natürlich darüber berichten. Fest steht zumindest, dass die Shows von "The Next Star" auf Keshet 12 zu sehen sein werden, einem Sender, der in den letzten Jahren auch die übrigen, zum Teil sehr langwierigen Castingrunden übertragen hat. Noa Kirel belegte in diesem Jahr mit "Unicorn" den dritten Platz beim Song Contest in Liverpool, das beste Ergebnis des Landes seit dem Sieg von Netta in Lissabon.

Freitag, 2. Juni 2023

News-Splitter (988)


Vereinigtes Königreich
- Genaue Zahlen zum Rest of the World-Voting beim Song Contest behält die Europäische Rundfunkunion unter Verschluss, erklärt aber, dass neben Wertungen aus den 37 Teilnehmerstaaten auch Stimmen aus 107 Nicht-Teilnehmerländern für das ROTW-Voting abgegeben wurden, die meisten davon aus den Vereinigten Staaten, Kanada, dem Kosovo, Luxemburg, Neuseeland, Mexiko, Ungarn, der Slowakei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei und Chile. Beim Song Contest in Liverpool kam in allen drei Shows erstmals das ROTW-Voting zum Einsatz, bei dem Zuschauer aus Nicht-Teilnehmerländern mit autorisierter Kreditkarte online abstimmen konnten.

Irland
- Roy Taylor, Gitarrist und einer der Sänger der Gruppe Jump The Gun, die Irland beim Eurovision Song Contest 1988 in Dublin vertreten hat, ist verstorben. Mit "Take him home" belegte er den achten Platz mit 79 Punkten. Zuvor hatte er in Irland kleinere Erfolge mit der Gruppe Roy Taylor, Karen Black & Nevada. Kurz nach dem Eurovision Song Contest löste sich die Gruppe auf, Taylor war anschließend als Solist unterwegs. Noch vor kurzem veröffentlichte er gemeinsam mit seiner Tochter Ella ein Lied, das allen gewidmet ist, die wie er an Nervenzellen schädigenden Motoneuron-Krankheiten (MND) erkrankt sind und sammelte Spenden für seine Stiftung zugunsten der Erforschung dieser Krankheiten. 

Schweiz
- Auch wenn das Schweizer Fernsehen offiziell noch keinerlei Informationen zur Song Contest-Teilnahme im nächsten Jahr veröffentlicht hat, kursiert inzwischen ein Tweet von Österreichs diesjähriger Teilnehmerin Teya, die erklärte: "Ich habe das Gefühl, dass es eine 99,99%ige Chance gibt, dass wir gestern bei einer Listening Session den Schweizer Beitrag für die nächste Eurovision gehört haben und ich bin mir zu 100% sicher, dass ihr ihn lieben werdet, sollte er ausgewählt werden und das sage ich nicht nur, weil er von meinen Freunden geschrieben wurde." In den letzten Jahren wählten ein Panel und eine internationale Jury die Schweizer Beiträge für die Eurovision aus.

Spices: Sophie Ellis-Bextor dementiert Gerüchte


Vereinigtes Königreich
- Schon seit Tagen kleben Meldungen um die Wunschkandidatin der BBC für den kommenden Eurovision Song Contest im Internet, wie Preisschildrückstände an Buchrücken. Unterrichtete Quellen berichten, dass Sophie Ellis-Baxtor, die man hierzulande vor allem durch ihren 2000er-Hit "Murder on the dancefloor" kennt, die einzige Kandidatin auf der Wunschliste der BBC-Verantwortlichen sei und "sie haben nicht die Absicht, sie zu erweitern". Die 44jährige aus Hounslow, London bringe demnach alle mit, was man für die Eurovision benötigt.

Verschließt ihre Augen vor der
Eurovision wie damals im Video
 zu "Murder on the dancefloor":
Sophie Ellis-Bextor
Die Wiwibloggs liefern heute allerdings Zitate aus dem Frühstücksfernsehen der BBC, in dem die Sängerin erklärt, dass es (bisher) keinerlei direkte Gespräche zwischen ihr und dem Sender gegeben habe. Sie habe zudem das Gefühl, dass dieses Gerücht bereits seit zehn Jahren im Raum stehe. Einer potentiellen Teilnahme erteilte sie hingegen eine klare Abfuhr. Zwar liebe sie die Eurovision, am gegenwärtigen Punkt sei es für sie jedoch so "als würde ich in ein Casino gehen und alle meine Chips auf Rot setzen. Ich habe einfach nicht das Gefühl, dass ich bereit bin, das Risiko einzugehen."

Die Eurovision habe ihrer Meinung nach vor allem für junge und aufstrebende Interpreten viel zu bieten, aber: "Ich glaube, dass ich ganz zufrieden bin mit den Dingen, die ich vorhabe und mit der Richtung, in die sich alles entwickelt und ich weiß nicht, ob ich ein großes Risiko eingehen will.", so Sophie Ellis-Bextor. Sie würde ihr Engagement jedoch nicht völlig ausschließen, strebt statt einer Aktivität auf der Bühne aber eher eine Rolle hinter den Kulissen, beispielsweise als Komponistin an. Doch auch hier gibt es keinerlei direkte Verbindungen zwischen der Künstlerin und der BBC.