Dienstag, 16. Mai 2023

Zypern: CyBC plant weiter mit offenem Vorentscheid


Zypern
- Das zypriotische Fernsehen CyBC hat kurz nach dem Finale des Eurovision Song Contests in Liverpool nicht nur seine Teilnahme im Jahr 2024 sondern auch seine Absicht zur Austragung eines öffentlichen Wettbewerbs für das kommende Jahr erneuert. Generaldirektor Thanasis Tzokos erklärte in einem Interview, Zypern werde seinen Interpreten durch einen nationalen Vorentscheid ermitteln.

Hierzu wird CyBC in den kommenden Tagen einen entsprechenden Vertrag mit dem griechischen Label Panik Records unterzeichnen, um einen "sehr anspruchsvollen Wettbewerb" zu gewährleisten, wie es aus Nikosia heißt. Dementsprechend kann man mit einem mehrwöchigen Auswahlverfahren mit mehreren Shows für die kommende Saison rechnen. Genaue Einzelheiten zum Konzept des Vorentscheids sollen in Kürze folgen. 

Bereits in diesem Jahr sollte ein nationaler Vorentscheid ausgerichtet werden, der zugunsten der internen Nominierung von Andrew Lambrou abgeblasen wurde. Mit "Break a broken heart" belegte Zypern im Finale von Liverpool den zwölften Platz. Der letzte öffentliche Vorentscheid in Zypern fand 2015 statt, damals wurde Giannis Karagiannis ausgewählt und belegte anschließend mit "One thing I should have done" den 22. Platz im Finale von Wien.

News-Splitter (985)


Schweden
- Loreen hat den Rekord der meisten Spotify-Streams innerhalb von 24 Stunden nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest gebrochen. Innerhalb eines Tages wurde "Tattoo" insgesamt 4.275.290x gestreamt, womit sie die bisherigen Rekordhalter Måneskin aus Italien ablöste. Ihr Song erreichte zudem in diversen Ländern die #1 der Spotify-Trends, etwa in Belgien, Irland, Luxemburg, Österreich, Polen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich, sowie die #2 in Finnland oder auch Deutschland, weltweit steht "Tattoo" auf der #5. Loreen wurde heute Nachmittag um 16:30 Uhr im Kungsträdgården in Stockholm feierlich empfangen, der Willkommensempfang wurde live von SVT 2 übertragen.

Österreich
- In Österreich hat der Eurovision Song Contest die höchste Einschaltquote seit 2016 erzeugt. Während das Halbfinale im Schnitt von rund 600.000 Zuschauern im ORF verfolgt wurde, erreichte das Finale im Mittel 1,08 Millionen Österreicher, was einem Marktanteil von 47 Prozent und damit den besten Quotenschnitt seit 2016 entspricht. Da der ORF den Song Contest durch Werbeblöcke in eigenständige TV-Shows aufsplittet, erreichte etwa die Punktevergabe sogar 89%, der höchste Wert, der in Österreich jemals beim Song Contest gemessen wurde, auch der Marktanteil in der Zielgruppe der 12- bis 29jährigen stellten 82% den bis hierhin aufgestellten Rekord ein.

Island
- Daði Freyr, der am Samstagabend im Finale von Liverpool eine wundervolle Version des Atomic Kitten-Klassikers "Whole again" gesungen hat, setzt sich für die Rückkehr zum 100%igen Livegesang ohne die Nutzung sogenannter "Pre-Recorded Vocals" ein. Diese wurden 2021 von der Europäischen Rundfunkunion im Zuge der Corona-Pandemie freigegeben und den Interpreten gestattet, um die Größe der Delegationen vor Ort möglichst gering zu halten. Daði und seine Begleitband Gagnamagnið nahmen 2021 am Song Contest-Teil, damals wurde jedoch aufgrund einer Corona-Infektion innerhalb der Band nur der Probenauftritt gezeigt, dennoch erreichte Island mit "10 Years" den vierten Platz.

Daði Freyr - Whole again im ESC-Finale von Liverpool

Niederlande: Teilnahme am Song Contest 2024 bestätigt


Niederlande
- Der niederländische Rundfunk AVROTROS hat seine Teilnahme am Song Contest 2024 bestätigt. Bevor die Künstlersuche für das kommende Jahr beginnen wird, erklärte der Sender jedoch: "Wir prüfen zunächst, wo wir es besser machen können und müssen.", eine Sprecherin erklärte, dies werde bereits zeitnah geschehen und anschließend die Registrierungsphase für interessierte Künstler beginnen.

Nach erfolgreichen Jahren beim Eurovision Song Contest, etwa 2019, als Duncan Laurence mit "Arcade" in Tel Aviv gewinnen konnte und der am Samstag mit "You'll never walk alone", der Stadionhymne vom FC Liverpool für einen der ganz großen Momente beim Song Contest-Finale sorgte, schieden die Niederlande heuer mit Mia Nicolai und Dion Cooper im Halbfinale aus. Vorangegangen war deutliche Kritik an den Interpreten.

Kritik gab es am internen Auswahlmodus, infolgedessen sich u.a. Jan Smit, langjähriges Mitglied des Komitees zurückzog, eine Rückkehr zum nationalen Vorentscheid wurde gefordert. Inwiefern AVROTROS das Auswahlprinzip für 2024 abändert bleibt abzuwarten, eine Sprecherin erklärte jedoch unmissverständlich gegenüber den niederländischen Medien: "Wir werden auf jeden Fall wieder teilnehmen."

Eurovision 2024: Malmö prüft Bewerbung für 2024


Schweden
- Während es für Stockholm offenbar schwierig werden könnte, den Eurovision Song Contest 2024 auszutragen, nicht zuletzt aufgrund von Renovierungsarbeiten in der Globen Arena im kommenden Jahr und der Absage mehrerer Fußballvereine, während der Hochsaison der schwedischen Liga die Friends Arena zu räumen, bereitet die Stadt Malmö offenbar eine Bewerbung für die Ausrichtung im kommenden Jahr vor. "Wir bereiten ein Angebot vor.", heißt es in schwedischen Medien.

Während die Europäische Rundfunkunion dem Sender SVT bereits das Handbuch für den Song Contest 2024 übergeben hat, prüfen mehrere schwedische Städte entsprechende Bewerbungen. Nach 1992 und 2013 prüft die Stadtverwaltung von Malmö bereits, den Wettbewerb ein drittes Mal auszutragen. Als potentieller Austragungsort käme die Malmö Arena, die bei Konzerten bis zu 15.500 Plätze bietet, in Frage. Hier fand auch der Wettbewerb 2013 statt.

Dabei ist sie signifikant kleiner als etwa die Friends Arena oder die Tele2-Arena in Stockholm. Trotz des bereits ausgedrückten Enthusiasmus der Stadt am Öresund heißt es von Katrin Stjernfeldt Jammeh, Vorsitzender des Malmöer Stadtrates, dass man zunächst die finanziellen Aspekte prüfen müsse, ehe man sich als Gastgeber der Eurovision 2024 bewerbe. Loreen gewann am Samstag den Song Contest in Liverpool. Es ist der siebte Sieg für Schweden, der Wettbewerb würde passend zum 50jährigen ABBA-Jubiläum wieder in Schweden stattfinden.

Bulgarien: Gegenwärtig keine Informationen zu 2024


Bulgarien
- In den Jahren, in denen Bulgarien am Eurovision Song Contest teilgenommen hat, nutzte der Sender BNT vor allem Twitter als Kommunikationsmedium und war relativ präsent beim Einspeisen von Neuigkeiten rund um die Song Contest-Teilnahme. In diesem Jahr war BNT nicht mit einem eigenen Interpreten in Liverpool vertreten, vorangegangen waren Meldungen, dass der Wettbewerb nicht mehr in das Programmkonzept passen wurde, nachdem ein Führungswechsel stattfand, auch wurden die Shows nicht von BNT übertragen.

Noch einen Tag vor dem Song Contest-Finale von Liverpool hieß es, Bulgarien werde in Zukunft an keinen Wettbewerben der Eurovision teilnehmen, was allerdings missverständlich kommuniziert wurde. Mittlerweile twitterte der offizielle Song Contest-Kanal auf Nachfrage, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch zu früh sei, um die Frage zu klären, ob Bulgarien im nächsten Jahr teilnimmt oder nicht. Zu gegebener Zeit werden weitere Informationen folgen, heißt es nun aus Sofia.

Bulgarien nimmt seit 2005 am Eurovision Song Contest teil und startete mit einer Pleiteserie in den Wettbewerb. 2007 erreichte das Land mit Elitsa & Stoyan einen fünften Platz, ab 2012 setzte man aus, kehrte danach jedoch erstarkt zurück, belegte mit Poli Genova einen vierten und mit Kristian Kostov 2017 den zweiten Platz. Zwischenzeitlich setzte BNT vornehmlich aus finanziellen Gründen aus, die letzte Teilnahme mit dem Intelligent Music Project in Turin endete mit dem vorletzten Platz im Halbfinale.