Sonntag, 8. November 2015

Eurovision am Sonntag (24)



Europa - Wieder einmal ist Sonntag und obwohl sich das Jahr dem Ende entgegen neigt und die Nachrichten rund um den Eurovision Song Contest eigentlich wieder mehr werden sollten, verging diese Woche wieder ohne großartige Offenbarungen für die bevorstehende Saison, lediglich das estnische Fernsehen präsentierte uns seine Kandidaten für den Eesti Laul 2016.

Ach ja und die Türkei hat erneut ihre Teilnahme abgesagt. Allerdings ist auch dies keine Nachricht, auf die man nicht schon vorbereitet war. Mittlerweile sind Eurovisionsfans das veränderte Teilnehmerfeld schon gewöhnt. Da erstaunt es nicht, dass Portugal zurückzieht, Tschechien plötzlich wieder zurückkommt, andere Nationen aus Kostengründen absagen oder sich in letzter Minute zu einer Rückkehr entscheiden. Vor ein paar Jahren habe ich jedem Land, das nicht mitmacht noch nachgeweint.

2006 war so ein Jahr, als sowohl Österreich als auch Ungarn nicht auf der Teilnehmerliste standen, auch 2010 als neben Ungarn auch noch Montenegro, Tschechien und Andorra zurückzogen. Bis auf das kleine Prinzipat in den Pyrenäen sind alle mittlerweile wieder im Boot, bis RTVA jedoch wieder zurückkehren wird, dürften noch einige Jahre vergehen, die alljährlichen Meldungen um den knappen Etat des Senders haben leider die gleiche Routine, wie beim bosnischen Fernsehen BHRT.

Bei den Türken ist die Situation eine andere, dort geht es um die Anerkennung von TRT. Bei der EBU bemängelt man die fehlende Vertretung durch türkische Mitglieder und beim Song Contest ärgert man sich über die Sonderrolle, die die Big Five spielen. Erstaunlich, dass andere Nationen wie Schweden oder Russland sich über diese Bevorzugung nicht ärgern sondern einfach weiter mitmachen. Beide Nationen dürften auch einen relativ hohen Anteil der Kosten der Veranstaltung tragen und haben eine ähnliche Qualifikationsrate wie die Türkei. Aus eigener Kraft schaffen es die drei Nationen im Regelfall ohne große Probleme ins Finale.

Während die Rundfunkanstalten zwischen Island und Israel bisher kaum mit Infos rausrücken, ist der Schweizer Vorentscheid schon in vollem Gange. Dort konkurrieren online nun die Bewerber um die Gunst der User. Der Online-Vorentscheid ist für viele Interpreten aus anderen Ländern immer eine gute Gelegenheit auf sich aufmerksam zu machen und so nutzte auch der Sänger Vasilije Ojdanić aus Montenegro diese Chance, sich mit seinem Titel "Zauvijek" für Stockholm zu bewerben. Unter den vielen Spaß- und Trashbeiträgen im Teilnehmerfeld fällt Vasilija positiv auf, wenngleich der Titel wohl schon aufgrund der sprachlichen Barriere nicht in die nähere Auswahl rücken dürfte.

Aus deutscher Sicht gibt es hingegen immer noch nichts Neues. Was sich der NDR hinter verschlossenen Türen für die neue Saison ausdenkt, bleibt abzuwarten. Das Abschneiden von Ann Sophie hat wohl Spuren hinterlassen, sonst hätte man mit Sicherheit bereits seine Pläne für das nächste Jahr präsentiert. Somit dürfen wir davon ausgehen, dass der Vorentscheid ein neues Konzept erhält, unsere neue Delegationsleiterin erklärte jüngst, dass es das Clubkonzert in der bestehenden Form nicht mehr geben werde. Dennoch hoffe ich auf einen nationalen Vorentscheid, interne Auswahlen wie zuletzt 2009 führten nicht zum gewünschten Erfolg.

Und auch auf Stefan Raab wird die ARD im kommenden Jahr verzichten müssen, er bereitet sich Stück für Stück auf seinen Abschied vom Fernsehgeschehen vor. Nebenbei schaue ich mir immer wieder gerne Clips mit den Highlights aus TV total an und stelle fest, dass er nicht nur mit großen Shows am Samstagabend wie dem Bundesvision Song Contest oder "Schlag den Raab" großes leistete sondern auch mit kleinen Spielchen innerhalb seiner Show, wie "Blamieren oder Kassieren" oder wie unten stehend im Video mit "Wer bin ich?"

Viel Spaß beim Anschauen und noch einen schönen Sonntagabend!


TV total - Wer bin ich? mit Elton & Korinna

Samstag, 7. November 2015

Türkei: Interessenkonflikt behindert Comeback



Türkei - In dieser Woche schrieb das türkische Fernsehen TRT ein weitere Kapitel in Sachen "Rückkehr zum Eurovision", jedoch erwiesen sich sämtliche positiv gefassten Meldungen im Frühjahr diesen Jahres als falsch, die Türkei wird auch im kommenden Jahr beim Eurovision Song Contest fehlen. Das Verhältnis zwischen TRT und der EBU scheint derzeit so kalt zu sein, wie die Relation zwischen dem frisch gewählten Präsidenten Erdoğans und Meinungsfreiheit.

Die EBU erklärte in einem Statement: "Wir bedauern die Entscheidung von TRT (...) und hoffen, dass sie überlegen, 2017 zurückzukehren. Wir halten es jedoch nicht für angebracht, Details über Diskussionen zwischen der EBU und ihren Mitgliedsendern zu offenbaren." Sowohl TRT als auch die Europäische Rundfunkunion räumten zuvor ein, dass es Gespräche über die Forderungen von TRT gegeben hat.

TRT wünschte sich innerhalb der Organisation mehr Mitspracherecht, beklagte, dass trotz der Größe des Senders kein TRT-Mitarbeiter in EBU-Gremien vertreten sei und bemängelte u.a. die Wiedereinführung der Juroren und die Aufrechterhaltung der Big Five-Regelung beim Eurovision Song Contest. Da die EBU von diesen beiden Kernpunkten des Wettbewerbs nicht abgewichen ist, dürfte der Grund der vierten Absage in Folge offensichtlich sein.

Die Türkiye Radyo ve Televizyon Kurumu (TRT) hatte zwischen der Gründung und 1993 ein Staatsmonopol auf die Ausstrahlung von Radio- und Fernsehprogrammen und betreibt heute 16 Programme, darunter das Vollprogramm TRT 1 sowie Nachrichten-, Sport-, Musik- und Kultursender sowie TRT 6, einen Sender mit kurdischem Programm. Intendant des Senders ist seit 1997 İbrahim Şahin, der offen die aktuellen Wertungsregeln beim Eurovision Song Contest anprangerte und für einen Nachteil für die Türkei sprach.

Freitag, 6. November 2015

Norwegen: Nora Brockstedt ist tot



Norwegen - Traurige Nachrichten erreichten uns gestern Abend aus Norwegen. Die allererste norwegische Song Contest-Teilnehmerin Nora Brockstedt starb in Oslo im Alter von 92 Jahren. Sie stand seit den 50er Jahren auf den Bühnen Skandinaviens und nahm zweimal am Eurovision Song Contest teil.

1960 wurde sie nach dem Sieg des Melodi Grand Prix mit dem Titel "Voi-voi" zum ersten Interpreten, der für Norwegen an den Start der Eurovision ging. Sie belegte einst in London den vierten Platz. Auch im Jahr darauf durfte sie ihr Land in Cannes vertreten, mit "Sommer i Palma" wurde sie jedoch nur Siebte. Später war sie u.a. als Jazzmusikerin tätig.

Weitere vier Versuche, sich für Norwegen zu bewerben, blieben erfolglos. Sie erhielt mehrere norwegische Musikpreise, im Jahr 1983 den Kunstpreis Gammlengprisen für ihr musikalisches Lebenswerk. Hin und wieder trat sie auch noch einmal als Sidekick oder Gast beim Melodi Grand Prix auf. 2012 wurde ihr durch ein Medley von MGP-Teilnehmern ein Zeichen gesetzt. Mit Nora Brockstedt verschiedet sich eine der Großen von der Bühne.


Nora Brockstedt - Voi-voi

Donnerstag, 5. November 2015

Jannis' Gossip: Quizauflösung und UK Gossip


Hallo liebe eurofire.me-Leser,

heute folgt die Auflösung des ESC-Quiz' vom 01.11.2015!

Ich muss zugeben, ich habe versucht es etwas schwerer zu gestalten und kleine Fallen aufgebaut, die nicht sofort auffallen. Nichtsdestotrotz habe ich es hier mit richtigen ESC-Experten zu tun, denen die „kleinen Fehler“ auf Anhieb aufgefallen sind. Ein sehr großes Lob dafür!

Es hat mich auf jeden Fall gefreut, dass so viele mitgemacht haben, fleißig kommentiert haben und ich sogar private E-Mails auf dem Blog erhalten habe! Ich freue mich gerne über Zuspruch und lobende Worte. Immer wieder gern.
Soooo... hier wie folgt die Auflösungen:

1 - C 
Die Sache mit Daniel Diges passierte im Jahr 2011 und Lys Assia gewann zwar im eigenen Land, aber nicht in der Hauptstadt, sondern in Lugano.

2 - A
Malta

3 - A
Conchita gewann 2014; Rumänien kann auch mit einer 100%-Finalquote mithalten

4 - B
Während des belgischen Beitrags wollte ein Mann die Bühne stürmen, um gegen die Militärregimes in Spanien und in Portugal zu protestieren. Dieses Ereignis ist auch der Grund, warum der dänische Rundfunk (DR) die Show unter Verschluss hält.

5 - C
Großbritannien war nicht von Anfang an dabei, sondern Italien; Aserbaidschan landete 2014 leider nur auf dem 21. Platz

6 - C
Die Lieder aus Malta und Island hießen beide „Coming Home“

7 - A
Deutschland trug den Contest zwar 3x aus, aber in den Jahren 1957, 1983 & 2011; Die Startnummer 1 gewann in den Jahren 1975 & 1976 zwei Mal hintereinander.

8 - A
Gut, die Frage hätte man auch anders stellen können, aber ich meine „Welcher Interpret stand 3x auf der ESC-Bühne – Background ausgeschlossen?“. Carola Häggkvist trat 1983, 1991 & 2006 auf.

9 - B
Die „Free-Language-Rule“ wurde 1999 eingeführt; Marokko nahm bislang nur 1x beim ESC teil.

10 - B
2009

Gerücht des Tages:

Nachdem Jade Ewen 2009 das Vereinigte Königreich, mit einer Komposition von Andrew Lloyd Weber, vertrat und schließlich zu der bekannten Band Sugababes als drittes Mitglied dazu stoß, wurde es eher ruhiger um sie. Die Band, die nur aus „ausgewechselten“ Damen bestand, trennte sich schließlich, nachdem der Erfolg ausblieb. Die ehemaligen Sugababes, bestehend aus Keisha Buchanan, Mutya Buena und Siobhán Donaghy sahen die Trennung als Chance nochmal selbst in der Anfangskonstellation durchzustarten. 

Doch diesmal unter dem Namen „Mutya Keisha Siobhan“. Wie es in den meisten Fällen üblich ist, blieb der Erfolg aus. Man hörte kaum was von der Band und in Zeiten, wo jeder Interpret ein Comeback versucht, ist es sowieso schwieriger Fuß zu fassen. Einziger Ausweg: der ESC! Großbritannien versucht es gerne mit ehemals bekannten Gesichtern, die, wie die Erfahrung zeigte, eher bescheiden abschnitten. 

Doch die drei Damen müssten sich einen Vorentscheid stellen. Großbritannien plane nämlich dieses Jahr keinen Interpreten intern zu nominieren, sondern das Volk darüber entscheiden zu lassen, wer das Land vertreten darf. Schauen wir mal, wie sich die Band am Ende entscheiden wird...

Zum Schluss noch eine Songempfehlung aus Mazedonien:

Rennata - West side story

Estland: Die Würfel sind gefallen



Estland - Endlich gibt es Nachrichten! Ich habe vorhin noch über die europäischen Rundfunkanstalten geschimpft, dass es nichts zu berichten gibt in dieser ersten Novemberwoche und zack präsentiert uns das estnische Fernsehen ERR seine 20 Hoffnungsträger vom Eesti Laul 2016.

Die Teilnehmer des ersten Semifinals am 13. Februar:
01. - Põhja-Tallin - Ei ole mul olla
02. - Indrek Ventmann - Hispaania tudruk
03. - Zebra Island - How many times
04. - Würffel - I'm facing north
05. - Cartoon & Kristel Aaslaid - Immortality
06. - Kati Laev - Kaugel sinust
07. - Kéa - Lonely boy
08. - The Jingles - Love a little bit
09. - Púr Múdd - Meet halfway
10. - Gertu Pabbo - Miljon korda

Die Teilnehmer des zweiten Semifinals am 20. Februar:
01. - Meisterjaan - Parmupillihullus
02. - I Wear* Experiment - Patience
03. - Jüri Pootsmann - Play
04. - Go Away Bird - Sally
05. - Windy Beach - Salty wounds
06. - Mick Pedaja - Seis
07. - Greta Paia - Stories untold
08. - Anett Kulbin - Strong
09. - Laura - Supersonic
10. - La La Ladies - Unikaalne

Rein vom Namen her bin ich auf Würffel gespannt. Mit dabei sind aber auch alte Bekannte, Laura z.B. präsentierte uns vor etwaiger Zeit den Titel "Sunflowers" beim damaligen Vorentscheid Eurolaul und eine der La La Ladies heißt Tanja und war bereits 2014 in Kopenhagen beim Song Contest dabei. Komponist des Titels "Play" von Jüri Pootsmann ist zudem Stig Rästa, der letztes Jahr einen achtsamen Platz für Estland einfuhr, gemeinsam mit Elina Born.