Norwegen - Erfreuliche Nachrichten gibt es aus dem Nordland, offenbar wurden über 1.000 Beiträge für den norwegischen Vorentscheid 2016 eingereicht. Der Sender NRK erklärte, dass man hochzufrieden mit der eingangenen Zahl von Bewerbungen für den Melodi Grand Prix 2016 ist.
Im kommenden Jahr, so hieß es von den Verantwortlichen beim Sender, wie etwa Projektmanager Stig Karlsen, werden nun aus allen Bewerbungen zehn Finalisten für die Liveshow im norwegischen Hauptprogramm ermittelt. Wann genau der Melodi Grand Prix 2016 stattfindet, ist noch nicht bekannt.
Fest steht jedoch, dass der Sender NRK einige Überraschungen für die Show bereit hält und u.a. auch das Orchester wieder Einzug beim nationalen Vorentscheid hält, das die Kandidaten akustisch unter die Arme greifen wird. In diesem Jahr belegten Mørland & Debrah Scarlett den achten Platz mit "A monster like me".
Zypern - Seit heute Morgen ist es auch amtlich, die Band Minus One wird im nächsten Jahr für Zypern beim Eurovision Song Contest in Stockholm an den Start gehen. Der zypriotische Delegationsleiter bestätigte die Gerüchte, die sich seit dem Wochenende europaweit auf verschiedenen Nachrichtenseiten halten.
Damit Zypern eine Chance in der internationalen Konkurrenz hat, soll der Song für Stockholm vom Erfolgskomponisten Thomas G:son geschrieben werden, bekannt aus Funk und Fernsehen, primär durch die Teilnahme als Komponist beim schwedischen Melodifestivalen. Er war aber, u.a. für Guri Schanke 2007, auch schon für Norwegen im Einsatz. Sein größter Triumph die letzten Jahre war der Sieg mit Loreen und "Euphoria".
Minus One ist eine fünfköpfige Band, die bereits im vergangenen Jahr versucht hat, sich für Zypern zu bewerben, in der Vorauswahl jedoch mit dem Titel "Shine" das Nachsehen hatte, im Ranking landete die Band auf dem letzten Platz im Finale und erhielt rund 75% weniger Stimmen als der spätere Sieger, Giannis Karagiannis. Wann der Song präsentiert wird, ist jedoch noch nicht bekannt.
Bulgarien - Sofia meldet sich heute Abend ebenfalls mit einem Zwischenstand zu Wort. Der bulgarische Sender BNT erklärte, dass man derzeit auf der Teilnehmerliste der Europäischen Rundfunkunion stünde, eine endgültige Entscheidung jedoch erst nach dem Junior Eurovision Song Contest 2015 fallen werde, den der Sender heuer austrägt.
Offenbar ist die verordnete Deadline der EBU eine lose Empfehlung für Rundfunkanstalten, die aber nicht einmal kreative Argumente angeben müssen, um sich davon doch loszusagen. Anders ist es nicht zu erklären, dass Bulgarien in der Lage ist, seine finale Entscheidung weiter hinauszuzögern. Ähnliches gilt für die heute abgemeldete Türkei sowie Bosnien-Herzegowina und Kroatien.
Bulgarien zog sich nach Misserfolgen und aufgrund einer angespannten Haushaltssituation nach dem Eurovision Song Contest 2013 in Malmö zurück und verzichtete in Kopenhagen und Wien auf die aktive Teilnahme, strahlte den Wettbewerb jedoch live aus und gilt neben der Ukraine derzeit als wahrscheinlicher Rückkehrer zur Eurovision. Auch eine Kooperation mit dem Privatsender BTV scheint in Zukunft nicht ausgeschlossen.
Türkei - Jetzt ist es offiziell, auch 2016 in Stockholm wird es keinen türkischen Song Contest-Beitrag geben. Der Sender TRT bestätigte heute Abend, dass man sich offenbar nicht ausreichend mit der Europäischen Rundfunkunion einigen konnte und man daher erneut auf die Teilnahme verzichten werde.
TRT hatte in den vergangenen Monaten intensive Gespräche mit Führungspersonen der Europäischen Rundfunkunion, auf beiden Seiten gab es demnach Zugeständnisse, bewirkt haben diese aber schlussendlich nichts, auch 2016 wird es kein "Ankara calling" geben. Eine sonderlich große Überraschung stellt dies nach den letzten, zögerlichen Meldungen, jedoch nicht dar.
Die Türkei zog sich nach dem Song Contest in Baku 2012 vom Wettbewerb zurück. Bemängelt wurden seither die hohe Einflussnahme der Jury sowie die Big Five-Regelung, die es den größten Geldgebern zusichert, direkt im Finale dabei zu sein. Ich muss persönlich gestehen, dass ich über einen nicht existenten türkischen Beitrag im nächsten Jahr hinwegsehen kann.
Schweiz - Wie ESCtoday.com meldet, wird das italienischsprachige Fernsehen der Schweiz, der Sender RSI, am kommenden Montag, den 9. November seine Vorauswahl für die Zwischenrunde des Schweizer Vorentscheids abhalten. Eine dreiköpfige Jury wird aus allen Einsendungen drei Kandidaten ermitteln, die in die zweite Phase der lokalen Auswahl einziehen.
Das derzeitige Online-Voting des SRF entspricht dem gleichen Rang, hier werden zehn Kandidaten ausgewählt, die sich ebenfalls der Zwischenrunde stellen werden. Hinzu kommen noch sechs Acts der internen französischen Auswahl des Senders RTS. Nachdem alle 19 Kandidaten ihre Beiträge vorgestellt haben, bleiben drei SRF-, zwei RTS- und ein RSI-Act für die Finalshow am 13. Februar übrig.
Die Schweiz trägt seit Jahren einen komplexen Vorentscheidungsmodus aus, in dem die drei sprachlich getrennten Rundfunkanstalten gemeinsam einen Beitrag für den Eurovision Song Contest ermitteln. In Wien durfte Mélanie Réne singen, ihr Beitrag "Time to shine" erreichte jedoch nur die Rote Laterne im Semifinale.