Montag, 2. März 2015

Eurovision 2015: Ein Fahrplan für Wien


Österreich - Wer sein Hotel in Wien über die Eurovisionstage noch nicht gebucht hat, sollte sich beeilen, denn über die deutschen Reiseveranstalter sind teilweise nur noch Restkontingente zu horrenden Preisen verfügbar und auch bei Hotelplattformen wie hrs.de gibt es Einzel- und Doppelzimmer nur noch zu sehr stolzen Summen, selbst für Wiener Verhältnisse. Das sich die Hotelpreise also während besonderer Anlässe, ob es nun eine Messe oder eine Eurovision ist, nicht verteuern ist ein Gerücht.

Neben der Versorgung vor Ort spielt natürlich auch die Anreise eine wesentliche Rolle. Gerade um aus Deutschland in die österreichische Hauptstadt zu kommen gibt es vielfältige Wege. Am bequemsten ist natürlich die Anreise per Flugzeug, sowohl Germanwings als aus Austrian Airlines fliegen regelmäßig den Flughafen Schwechat an. Von hier aus gelangt man problemlos mit dem aufschlagspflichtigen CAT (City Airport Train) in die Stadt. Die One-Way-Fahrt kostet elf Euro, Hin- und Rückfahrt 16 Euro. Auch die S7 verbindet den Flughafen mit der Innenstadt (Station Wien Mitte-Landstraße).
 
Alternative Anreisemöglichkeiten gibt es u.a. mit der Deutschen Bahn, für die das Österreich-Spezial für Anreise Mitte Mai bereits seit einigen Wochen buchbar ist. Mit der EuroNight der ÖBB hat man sogar die entspannte Alternative, im Schlaf- oder Liegewagen bis nach Wien zu fahren. Der Mehrwert gegenüber der Anreise tagsüber mit ICE oder EC besteht darin, dass bei den Abteilbuchungen bereits ein Frühstück inklusive ist, das je nach gebuchter Kategorie mehr oder weniger üppig ausfällt. Die Zeiten, in denen die kostenlose Verpflegung an Bord dem gezeigten Bild entsprach, sind jedoch schon einige Jahre vorbei, satt wird man aber trotzdem...

Wer es nicht ganz so bequem, dafür aber preiswert haben möchte, kann auch mit den expandierenden Fernbuslinien (u.a. FlixBusMein Fernbus) nach Wien fahren. Die Einzelfahrt von Hamburg nach Wien gibt es für läppische 33 Euro, dafür ist man jedoch auch knapp 14 Stunden unterwegs. Buchungen sind hier jedoch erst zwei Monate im Voraus möglich. Aus eigener Erfahrung kann ich beide Anbieter empfehlen (die nach und nach sowieso zusammengeführt werden und zu einem Unternehmen verschmelzen), jedoch glaube ich nicht, dass sich eine Anreise aus Norddeutschland empfiehlt, irgendwann schlafen einem nämlich trotz Lenkpausen die Füße ein. Da eine Sitzplatzreservierung zudem nicht möglich ist, läuft man auch Gefahr, einen nicht allzu fröhlichen Nachbarn zu erhaschen.
 
Die Verkehrsbetriebe der österreichischen Hauptstadt, die Wiener Linien, bieten für Touristen und Fans, auch außerhalb der Eurovisionssaison, 24-, 48- und 72-Stunden-Tickets sowie eine Wochenkarte an. Diese Karten müssen vor erstmaliger Benutzung allerdings entwertet werden, sonst fährt man, auch in Österreich, schwarz. Und das ist in Wien besonders teuer: "Schwarzfahren ist die teuerste Variante, mit den Wiener Linien unterwegs zu sein. Wer bei einer Kontrolle ohne gültigen Fahrausweis angetroffen wird, hat 103 Euro zu bezahlen.", heißt es. Immerhin sind die Wiener so fair, Schwarzfahrern online anzuzeigen, wo gerade verstärkt kontrolliert wird. Entwerter findet man auf jedem Bahnhof und im jeweiligen Fahrzeug.
 
Leider hört man die legendäre Stimme Franz Kaidas nicht mehr in der Wiener U-Bahn, die u.a. Teil des Liedes "Dieser Tag" der österreichischen Band Mondscheiner war. Mir ist diese Stimme von meinem Wien-Ausflug 2009 nachhaltig in Erinnerung geblieben. Die U-Bahnlinie U6 bindet übrigens die Stadthalle, den Ausrichtungsort des Eurovision Song Contests an den ÖPNV an. Aufgrund eines jahrelang fehlenden Hauptbahnhofes in Wien, gibt es jedoch keinen zentralen Knotenpunkt wie z.B. in Berlin oder Hamburg. In der Stadt verkehren neun S-Bahn und fünf U-Bahnlinien, diverse Bus- und Tramlinien. Obacht ist jedoch beim S-Bahnfahren geboten, nicht auf jedem Netzplan sind die Linien farblich zu unterscheiden!
 
Eine Übersicht der in Wien verkehrenden U-Bahnlinien:
U1 - Reumannplatz - über Donauinsel und Praterstern - Leopoldau
U2 - Seestadt - über Praterstern und Rathaus - Karlsplatz
U3 - Ottakring - über Westbahnhof, Stephansplatz und Landstraße - Simmering
U4 - Hütteldorf - über Schönbrunn, Karlsplatz und Landstraße - Heiligenstadt
U5 - in Planung
U6 - Siebenhirten - Meidling, Westbahnhof und Burggasse (Stadthalle) - Floridsdorf
 
Auch der Nachtbetrieb ist durch die Wiener NightLine zwischen 0:30 Uhr und 5:00 Uhr am Morgen durch besondere Intervall-Fahrten der U-Bahnlinien, 18 Buslinien und Anruf-Sammeltaxis gewährleistet. Während der Eurovisionswochen ist eine Taktverdichtung geplant. Natürlich steht in Wien auch ein gutes Taxikonzept zur Verfügung. Der Taxitarif ist dabei seit 2012 einheitlich, seinen zu erwartenden Fahrpreis kann man sich hier berechnen lassen. Der nächste Taxihalt befindet sich an der Stadthalle vor dem Haupteingang an der Hütteldorfer Straße.
 
Zudem stehen, wenn auch während der Eurovisionsveranstaltungen für die Eigenanreise kostenpflichtige Parkgaragen mit ca. 1.400 Stellplätzen an der Halle zur Verfügung. Es wird jedoch auch von den Veranstaltern empfohlen, das eigene Auto stehen zu lassen. Der direkte Zugang von den Garagen in die jeweiligen Foyers der Wiener Stadthalle, ist erst ab einer Stunde vor Beginn der Veranstaltung möglich, zum Teil sind die Garagen jedoch auch für die Delegationen und die Organisatoren geblockt. Für die umliegenden Veranstaltungen, Max Raabe & sein Palastorchester am 4. Mai oder Dieter Nuhr am 29. Mai nach dem Song Contest sind die Parkmöglichkeiten jedoch in vollem Umfang nutzbar.
 
Wer jedoch trotzdem mit dem eigenen PKW nach Wien reisen möchte, tut dies am ehesten ab Deutschland über die A3 aus Richtung Regensburg/Passau und ab der Grenze nahtlos weiter auf der A8 bis Wels, dort auf die A25 bis zum Knoten Haid, von wo aus die A1 bis zur Wiener Stadtgrenze führt. Wie in jeder Großstadt auch, bieten viele Hotels eigene Tiefgaragen oder bewachte Parkplätze an, diese sind jedoch auch zumeist nicht im Hotelarrangement inkludiert.


Wer Wien an einem Tag schaffen möchte, bietet sich die U-Bahn hervorragend an, für das Schloss Schönbrunn sollte man sich jedoch Zeit nehmen, ein Spaziergang durch den Garten ist aber auf jeden Fall die Anreise wert! Der Bereich in der Altstadt um die Hofburg und den Stephansdom ist fußläufig erreichbar und selbst hier kann man in die U-Bahn hüpfen. Für weitere Informationen zur Anreise oder wer Arragements wie ÖPNV- oder Eintrittskarten in Wien benötigt oder einen Flug buchen möchte, darf mir gern eine E-Mail (siehe gelber Button "Contact") mit seinen Wünschen schicken. Ich bemühe mich als Reiseverkehrskaufmann ein buchbares Paket zu schnüren.