Dienstag, 16. Mai 2023

Deutschland: ProSieben sagt Free ESC 2023 ab


Deutschland
- ProSieben bestätigte via Twitter, dass es auch in diesem Jahr keinen Free European Song Contest geben wird. In einer entsprechenden Meldung heißt es: "Weil immer wieder nachgefragt wird: Aus organisatorischen Gründen wird es 2023 leider keinen #FreeESC auf ProSieben geben." Offenbar hat man sich bei den Plänen, wen Wettbewerb internationaler zu gestalten doch übernommen. Organisatorische Gründe würden eine Fortsetzung derzeit verzögern.

Ob es 2024 eine Rückkehr geben wird ließ ProSieben bislang offen. Im November letzten Jahres kündigte ProSieben noch an, dass der Wettbewerb "internationaler denn je" werden würde und hatte zu diesem Zweck bereits Gespräche mit anderen europäischen Rundfunkanstalten in Budapest geführt. Nunmehr scheinen diese Gespräche ins Leere gelaufen zu sein, ein Comeback des als Ersatzveranstaltung für den ausgefallenen Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam, steht nicht bevor.

Bislang fand der Free European Song Contest, der lose auf dem Regelwerk des eigentlichen Eurovision Song Contests basiert, im Corona-Jahr 2020 mit 15 Nationen und dem Astronauten alias Max Mutzke statt, damals gewann Nico Santos für Spanien. 2021 gab es ein Revival mit 16 Beiträgen. Dabei traten vorrangig in Deutschland bekannte Interpreten für ihre Gastländer an, als Sieger ging Rea Garvey für Irland vom Platz. Die Idee basiert auf einem von Stefan Raab entwickelten Konzept.

Deutschland: NDR denkt nicht an Rückzug


Deutschland
- "Deutschland ist ein so vielfältiger, spannender und auch innovativer Musikmarkt, es gibt deshalb überhaupt keinen Grund, nicht wieder anzutreten.", heißt es vom Norddeutschen Rundfunk in einer Meldung der dpa und Recht hat er. Der Song Contest sei ein vergleichsweise kostengünstiger Wettbewerb, mit dem die ARD zudem eine der stärksten Quoten des Jahres erreicht. Aufgrund der schlechten Platzierung über einen Rückzug nachzudenken wäre kein Maßnahme.

Das Finale am Samstag erreichte fast acht Millionen Menschen in Deutschland, auch wenn das Ergebnis für Lord of the Lost wieder einmal deutlich hinter den Erwartungen lag. Hierfür kündigt der NDR, wie in jedem Jahr, eine kritische Aufarbeitung an und schon in Kürze öffentliche Informationen, wie es 2024 weitergehen wird. Auf die Frage wer Peter Urban als Kommentator beerben wird heißt es: "Die Nachfolge von Peter Urban geben wir bekannt, wenn sie spruchreif ist."

Der NDR ist damit nach dem spanischen Fernsehen die zweite Rundfunkanstalt eines Big Five-Landes, das seine Teilnahme beim kommenden Eurovision Song Contest in Schweden bestätigt. Dort gab es erste Reaktionen auf die Austragung im Jahr 2024. Drei Stockholmer Fußballclubs erklärten bereits, dass sie nicht aufgrund des Eurovision Song Contests auf andere Spielstätten ausweichen werden. Dafür erklärte die Stadt Malmö ihr grundsätzliches Interesse an einer Ausrichtung.

Montag, 15. Mai 2023

Eurovision 2023: Voting-Breakdown veröffentlicht


Vereinigtes Königreich
- Nun sind die einzelnen Stimmen aus Jury- und Televoting von der Eurovision veröffentlicht worden und der erste Blick richtet sich angesichts des doch für viele unverständlichen und enttäuschenden letzten Platzes für Lord of the Lost zunächst auf Deutschland. Wir haben alle Wertungstabellen in Kürze überflogen und stellen fest, dass Lord of the Lost u.a. im australischen Televoting knapp an einem Punkt vorbeigeschrammt ist. Dort landete "Blood & Glitter" auf dem elften Rang.

Platzierungen für LOTL im internationalen Zuschauervoting:
Platz 5 (6 Punkte): Österreich
Platz 6 (5 Punkte): Finnland
Platz 7 (4 Punkte): Schweiz
-----------
------------- außerhalb der Punkteränge ------------------------ 
Platz 11: Australien, Rumänien
Platz 12: Lettland, Tschechien
Platz 13: Portugal
Platz 14: Frankreich, Italien, Spanien
Platz 15: Litauen, Ukraine, Vereinigtes Königreich
(...)

Gleiches gibt es aus Rumänien zu verbuchen, dort landeten LOTL ebenfalls auf dem elften Rang. Weitere nennenswerte Platzierungen, die nicht in Punkte umgerechnet wurden sind der 12. Platz im tschechischen und lettischen Televoting sowie der 13. Platz beim portugiesischen Televoting. Auf dem letzten Rang im Zuschauervoting landete Deutschland in keinem Land. Das deutsche Publikum selbst vergab seine Höchstwertung bekanntermaßen an Finnland, zehn Punkte an Italien und acht Zähler an Albanien. Die wenigsten Stimmen generierten die Beiträge aus Portugal (23), Spanien (24) und dem Vereinigten Königreich (25).

Bei den üblichen Verdächtigen im Finale, die regelmäßig auffallen, kann man noch hinzufügen, dass der armenische Beitrag bei keinem Juroren aus Aserbaidschan an letzter Stelle stand. Tatsächlich gilt hier die Wertung 22-18-21-24-20, was im Vergleich zu sonstigen Jahrgängen nahezu überragend ist. An letzter Stelle zementierte sich in Aserbaidschan zweimal Kroatien, einmal Finnland, einmal Polen und einmal Portugal. Viel beachtet ist zudem auch, dass Schweden im Televoting aus Finnland keine Punkte erhielt, dort landete Loreen tatsächlcih auf Platz 13.

Dafür funktionierten alte Wertungsfreundschaften wie die zwölf Punkte aus dem Televoting von Griechenland an Zypern oder von Rumänien an Moldawien. Die Nachbarschaftshilfe von Irland an das Vereinigte Königreich scheiterte knapp, im irischen Zuschauervoting lag Mae Muller auf dem elften Rang. Spannend ist zudem auch das aggregierte Voting aus San Marino, bei dem kein Televoting sondern ein Querschnitt "vergleichbarer" Nationen zum Einsatz kam. Dort erreichte Finnland die Bestmarke, gefolgt von Israel und Schweden. Auf dem letzten Platz lag hier Portugal.

Zugleich veröffentlichte die Europäische Rundfunkunion auch die vollständige Liste aller Juroren, die am Finale mitgewirkt und abgestimmt haben. Der Auflistung ist jedoch nicht zu entnehmen, welches der Mitglieder sich hinter den Buchstaben A bis E in den Ergebnistabellen verbirgt. Unter den Juroren sind einige namhafte Akteure und ehemalige Song Contest-Vertreter zu finden, darunter Eneda Tarifa für Albanien oder Hooverphonic-Mitglied Alex Callier für Belgien.

Ebenso beteiligt als Jurymitglieder betätigt haben sich Damir Kedžo und Albina Grčić für Kroatien, Anri Jokhadze und Sopho Khalvashi für Georgien, Brooke für Irland, Aminata für Lettland, Vaidotas Valiukevičius, Frontmann von The Roop für Litauen, Ludwig Galea und Moira Stafrace für Malta und Aliona Moon für Moldawien. Allesamt waren bereits bei früheren Ausgaben der Eurovision aktiv auf der Bühne. Die vollständige Liste aller Juroren des Jahrgangs kann man hier finden. Alle Punkte und Platzierungen im Finale können hier auf der offiziellen Seite Eurovision.tv noch einmal nachgelesen werden.

Sonntag, 14. Mai 2023

Vereinigtes Königreich: Meistgesehenes Finale aller Zeiten


Vereinigtes Königreich
- Nicht nur die Stadt Liverpool und die BBC wurden europaweit als hervorragende Gastgeber des Eurovision Song Contests gelobt, das Finale in diesem Jahr ist zugleich der meistgesehene Eurovision Song Contest in der Geschichte des Vereinigten Königreichs. Wie die BBC mitteilte, verfolgten in der Spitze bis zu elf Millionen Briten die Show aus der M&S Bank Arena in Liverpool.

Im Durchschnitt sahen 9,9 Millionen Zuschauer die Show auf BBC One, was einem Marktanteil von 63% entspricht und die höchste Song Contest-Quote seit der Erhebung der Einschaltquoten des Vereinigten Königreichs darstellt. Kate Phillips von der BBC sagte: "Was für ein unglaublicher Wettbewerb! Es war ein unvergessliches Event von noch nie dagewesenen Ausmaßes, das die BBC den Zuschauern in Großbritannien und Millionen weiteren Zuschauern auf der ganzen Welt geliefert hat." 

Für das Vereinigte Königreich bleibt die Rolle als viel gelobter Gastgeber, die eigene Interpretin Mae Muller konnte sich mit "I wrote a song" nur auf dem 25. Rang platzieren. Dabei stammten 15 ihrer 24 Punkte von den internationalen Juroren und neun Punkte von den Zuschauern. Die BBC richtete den diesjährigen Song Contest stellvertretend für die Ukraine aus, die den Wettbewerb 2022 in Turin mit dem Kalush Orchestra gewann.

Finnland: Uuden Musiikin Kilpailu 2024 bestätigt


Finnland
- Käärijä ist gestern Abend Sieger des Zuschauervotings geworden und insgesamt auf dem zweiten Platz in Liverpool gelandet, das zweitbeste Ergebnis des Landes überhaupt. Nach der anfänglichen Enttäuschung des Interpreten erklärte er noch in der Nacht, dass er am nächsten Samstag, dem 20. Mai, in der Helsingin Jäähalli in Helsinki auftreten wird und die Show ab 19 Uhr (MESZ) auf YLE 1 und YLE Areena übertragen wird.

Der Sender YLE hat unterdessen seine Jury bekannt gegeben und gleichzeitig den Vorentscheid Uuden Musiikin Kilpailu als Auswahlkonzept für das nächste Jahr bestätigt. Der Bewerbungsaufruf wird im August erfolgen, interessierte Künstler haben dann die Möglichkeit sich vom 21. bis 24. August für den finnischen Vorentscheid 2024 anzumelden. Nähere Einzelheiten zum geplanten Vorentscheid sollen in Kürze folgen, heißt es aus Finnland.

In der finnischen Jury saßen der Musikproduzent Jonas Olsson, die Sängerin Kaisa Korhonen, Journalist Ilkka Mattila, Niina Jokiaho, Vorsitzende von Radio Nova und Promoterin Aino-Maria Paasivirta. Die finnische Jury vergab ihre Höchstwertung gestern Abend, wie viele andere Jurys auch, an Loreen aus Schweden. Das finnische Publikum vergab keinen einzigen Punkt an "Tattoo", hier ging die Höchstwertung nach Norwegen.