Freitag, 1. August 2025

Bosnien-Herzegowina: Gerichtshof gibt BHRT Recht


Bosnien-Herzegowina
- Der oberste Gerichtshof der Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina hat in Bezug auf die nicht entrichteten Gebühren des Senders RTRS zugunsten des Staatsfernsehens BHTR entschieden. In zwei Verfahren wurde entschieden, dass RTRS über Jahre hinweg zu Unrecht eingenommene Einnahmen aus Fernsehlizenzen nicht an den Staatssender abgeführt hat, wodurch dieser einen enormen Schuldenhaufen generiert hat und den Sender an den Rand der Existenz gebracht hat. Aufgrund ausstehender Zahlungen von BHRT an die EBU wurde die Teilnahme an den EBU-Diensten suspendiert.

Belmin Karamehmedovic, Generaldirektor von BHRT erklärte: "Leider bedeutet dies noch nicht das Ende unserer seit 2017 verwehrten Rechte, aber es ist sicherlich ein guter und positiver Schritt für BHRT." Er fügte hinzu, dass es vermutlich einige Zeit dauern wird, dass die Wiederaufnahme des Zahlungsprozesses hergestellt ist, in der Zwischenzeit müsse jedoch eine Lösung gefunden werden, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Bosnien-Herzegowina erhalten bleibt. Mittlerweile belaufen sich die Schulden von BHRT auf 98 Millionen Konvertible Mark, umgerechnet rund 49 Millionen Euro. Darin enthalten sind Ausstände an die EBU.

Die Europäische Rundfunkunion hatte BHRT aufgrund seiner Schuldenlast ab Dezember 2016 mit Sanktionen belegt und sie u.a. vom Nachrichtendienst ausgeschlossen und die Teilnahme an Eurovisionsveranstaltungen verwehrt. Mit Rückzahlung der Schulden könne BHRT in Zukunft wieder am Eurovision Song Contest teilnehmen, wenngleich man für 2026 bereits abgesagt hat. Zuletzt wurde Bosnien-Herzegowina 2016 von Deen & Dalal, Ana Rucner und Jala mit "Ljubav je" vertreten, die erstmals in der Geschichte des Landes im Halbfinale des Eurovision Song Contests ausschieden.

News-Splitter (1136)


Rumänien
- In Rumänien wird mit dem Normania Eurovision Songwriting Camp im Oktober ein Format veranstaltet, das die Hoffnungen auf eine Rückkehr zum Eurovision Song Contest nährt. Die Organisatoren erhoffen sich Beiträge für die Eurovision 2026 in Österreich produzieren, wobei der "spezielle Fokus auf Rumänien" liegt. TVR wurde ebenfalls zum Songwriting Camp eingeladen, eine formelle Bestätigung liegt jedoch nicht vor. Organisiert wird das Camp von Ovi Jacobsen, der Rumänien 2010 und 2014 vertreten hat. TVR-Generaldirektor Dan Turturică erklärte, das Verhältnis zwischen Sender und Musikindustrie müsse sich zunächst bessern, ehe man über eine Rückkehr zur Eurovision nachdenkt.

Albanien
- Am 1. September beginnt die Bewerbungsphase für das 64. Festivali i Këngës in Albanien, mit dessen Hilfe der Sender RTSH seine Beiträge für den Eurovision Song Contest auswählt. Die Lieder dürfen gemäß des Regelwerks des Festivals zunächst nicht länger als vier Minuten sein, die Interpreten müssen mindestens 16 Jahre alt sein und der Song darf zuvor nicht veröffentlicht worden sein. KI-generierte Beiträge werden automatisch disqualifiziert. Ein Auswahlkomitee wählt anschließend die Teilnehmer, die sich per E-Mail an festivali64@rtsh.al bewerben können, aus. Obwohl noch nicht final bestätigt, dürfte das Festivali i Këngës auch in diesem Jahr wieder zur Auswahl eines Song Contest-Interpreten genutzt werden.

Lettland - Der lettische Sender LTV hat unterdessen das Format für die Supernova 2026 vorgestellt. Erstmals seit 2019 wird die Show wieder aus zwei Vorrunden und einer Finalshow bestehen. Die Vorrunden finden am 31. Januar und 7. Februar statt, das Finale am 14. Februar. Jeweils fünf Interpreten qualifizieren sich pro Vorrunde für die Finalshow, hinzu kommt eine Wildcard aus allen nicht-qualifizierten Acts. Von heute an bis zum 1. Oktober können sich interessierte Künstler beim Sender melden, Personen ohne Wohnsitz in Lettland können sich als Komponisten und Produzenten bewerben, solange der Anteil ihrer Urheberrechte an den Liedern bei nicht mehr als 49% liegt. Auch in Lettland wird eine Jury alle Bewerbungen sichten und die Finalisten bestimmen.

Mittwoch, 30. Juli 2025

Slowakei: STVR kehrt 2026 doch nicht zurück


Slowakei
- Viel ist in dieser Woche nicht geschehen, lediglich das slowakische Fernsehen STVR hat seine Absage am Eurovision Song Contest 2026 offiziell bekannt gegeben. Trotz Überlegungen sich an internationalen Formaten zu beteiligen, hat der Sender mit Sitz in Bratislava nunmehr aus finanziellen Gründen eine Absage an den Eurovision Song Contest in Österreich erteilt. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis scheint nach Ansicht des Senders nicht gegeben.

Schon RTVS und nunmehr auch der umstrukturierte Sender STVR haben seit dem Rückzug vom Song Contest im Jahr 2013 die Argumente angeführt, dass der Wettbewerb in der Slowakei kaum Interesse generiert, wenngleich man 2009 und 2010 relativ ausschweifende Vorentscheide ausgetragen hat, die zwar musikalische Starts anlockten, die Eurovision selbst blieb jedoch im Hintergrund. Daran beteiligt waren nicht zuletzt auch die schlechten Platzierungen, die das Land seit dem versemmelten Debüt 1993 bzw. 1994 eingefahren hat.

Seit Einführung der Halbfinals ist die Slowakei neben Andorra das einzige Land, das sich nicht für die Endrunde qualifizieren konnte. Aus besagten Gründen zog das slowakische Fernsehen seine Teilnahme zurück und kehrte seither auch nicht zum Wettbewerb zurück. Zuletzt wurde das Land 2012 in Baku von Max Jason Mai und "Don't close your eyes" vertreten, auch dieser Anlauf scheiterte auf einem der letzten Plätze im Halbfinale. Neben der Slowakei haben bislang Andorra und Bosnien-Herzegowina ihre Teilnahme für 2016 abgesagt.

Freitag, 25. Juli 2025

Nordmazedonien: Bobi Andonov signalisiert Interesse


Nordmazedonien
- Wie die nordmazedonische Tageszeitung Sloboden Pečat berichtet, hat der Sänger Bobi Andonov Interesse daran, sein Land beim Eurovision Song Contest 2026 zu repräsentieren. Der aktuell erfolgreichste Sänger des Landes trat mit "Prati mi SMS" im Jahr 2008 beim Junior Eurovision Song Contest auf und belegte dort den fünften Platz, das beste Ergebnis, dass das Land bisher bei einer Veranstaltung der Eurovision erreichen konnte. Im Interview erklärte Andonov nun, dass er enge Kontakte zum nordmazedonischen Rundfunk pflegt und für eine Teilnahme bereit sei. 

"Dieser Wunsch war schon immer da. Egal wohin mich die Musik geführt hat, ob nach Amerika, Australien oder Europa, ich habe meine Heimat nie vergessen. Mazedonien liegt mir im Blut. Als Künstler habe ich mich stark weiterentwickelt und fühle mich nun bereit, dem Land, in dem ich aufgewachsen bin, etwas Starkes zurückzugeben. Der Eurovision Song Contest scheint mir die perfekte Gelegenheit zu sein, mit den Menschen in Kontakt zu treten und etwas Wertvolles zu geben.", so Andonov im Interview.

"Sollte sich das Land zur Teilnahme entschließen, werde ich mich voll und ganz engagieren. Ich möchte mein ganzes Herzblut dafür einsetzen.", heißt es weiter. Der nordmazedonische Sender hat bei den letzten drei Ausgaben aus finanziellen Gründen ausgesetzt. MRT habe zwar Interesse am Wettbewerb und diesen auch weiterhin übertragen, am Ende jedoch nicht die finanziellen Ressourcen, um die Teilnahme zu gewährleisten. Aus Skopje gab es bisher keine offizielle Rückmeldung. Zuletzt schied Andrea Koevska 2022 mit "Circles" im Halbfinale von Turin aus.

San Marino: Teilnahme in Österreich noch nicht sicher


San Marino
- "Sie haben den Dialog nicht gescheut, aber wir haben noch keinen Konsens erreicht.", erklärte SMRTV-Generaldirektor Roberto Sergio bei einer Pressekonferenz. San Marino habe zwar weiterhin die Absicht, einen Vertreter zum Eurovision Song Contest zu schicken und auch einen mittlerweile recht anerkannten nationalen Vorentscheid etabliert, dennoch behält man sich vor, zu einem späteren Zeitpunkt über die Teilnahme in Österreich zu entscheiden, wenngleich man sich zuvor bereits dafür stark gemacht hatte.

Der Generaldirektor des sanmarinesischen Fernsehens betonte abermals, wie wichtig der Wettbewerb sei und er auch für San Marino die Chance bietet, sich international zu präsentieren. Die Teilnahme am Junior Eurovision Song Contest in Tiflis im Dezember sei das Zeigen guten Willens, das man weiterhin auf den konstruktiven Dialog mit der Europäischen Rundfunkunion setzt. Dennoch betonte SMRTV, dass die aktuellen Jury- und Televotingzusammenstellungen der Überarbeitung bedürfen.

San Marino wurde in diesem Jahr von Gabry Ponte und "Tutta l'Italia" beim Song Contest in Basel vertreten. Auf die anfängliche Freude, sich nach Valentina Monetta, Serhat und Senhit abermals für das Finale qualifiziert zu haben, wurde später nach dem Erreichen des letzten Platzes kritisiert. SMRTV sucht seit Jahren nach Möglichkeiten mit der EBU, ein Zuschauervoting im Land durchzuführen. Dies scheitert daran, dass San Marino vollständig ins italienische Telefonnetz integriert ist und über keine Landeskennung verfügt.