Freitag, 7. Juni 2024

Schweiz: Basel bewirbt sich formell um Eurovision 2025


Schweiz
- Der Kanton Basel-Stadt hat heute offiziell seine Bewerbung um die Austragung des Eurovision Song Contests 2025 bekannt gegeben. In einem Statement des Regierungsrates heißt es: "Als Veranstaltungsort vorgesehen ist das St. Jakob-Areal. Zudem ist ein umfassendes Begleitprogramm für die Fans und die Bevölkerung in der Stadt geplant. Der Regierungsrat ist überzeugt, den weltweit größten Musikwettbewerb erfolgreich in Basel durchführen zu können."

Nach eingehender Prüfung und mit großer Mehrheit habe man entschieden bis Ende Juni ein umfassendes Konzept auszuarbeiten um damit den Zuschlag für die Eurovision im kommenden Jahr zu erhalten. Die Stadt argumentiert mit der großen ökonomischen Wertschöpfung, die die anreisenden Besucher insbesondere in den Bereichen Hotellerie und Gastronomie mit sich bringen. Mit dem Eurovision Song Contest könne sich Basel zudem "einem Weltpublikum als weltoffene Kulturstadt und europäische Vorzeigeregion präsentieren."

"Der ESC steht für Offenheit, Teilhabe, gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung der kulturellen Vielfalt Europas. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass Basel somit der perfekte Ort für die nächste Austragung des weltgrößten Musikanlasses ist und sich als Grenzstadt im Herzen Europas mit seinen kurzen Wegen und seiner guten internationalen Verkehrsanbindung als Standort ausgezeichnet eignet.", heißt es weiter. Die Stadt liegt im Dreiländereck und in Grenznähe zu Frankreich und Deutschland.

Deutschland: NDR weiterhin für Eurovision verantwortlich


Deutschland
- Wie groß der Einfluss des zwölften Platzes von Isaak beim Eurovision Song Contest 2024 in Malmö war, ist nicht bekannt, Fakt ist nunmehr allerdings, dass die Verantwortung für den deutschen Beitrag und die Organisation um den Wettbewerb 2025 weiterhin beim Norddeutschen Rundfunk verbleibt. Wie das Medienmagazin DWDL.de in Bezugnahme auf ESC Kompakt berichtet, sind den Mutmaßungen, dass eine andere Rundfunkanstalt als der NDR die Eurovision übernehmen, ein Ende gesetzt.

Wie es im weiteren Verlauf, sprich 2026 und darüber hinaus verhält, lässt sich aus dem Kommentar des NDR nicht erkennen, die Presseabteilung in Hamburg erklärte jedoch: "Der NDR verantwortet auch 2025 den deutschen Beitrag beim ESC. Die Vorbereitungen laufen bereits." Allerdings gibt es auch noch keinerlei weitere Anhaltspunkte, wie der Auswahlmechanismus für das kommende Jahr aussehen wird. So hatte u.a. Stefan Raab ein Konzept vorgelegt, dass neben der ARD auch das ZDF, RTL und die ProSiebenSat.1 Media einschließt.

Getreu dem Motto von vor einigen Jahren, dass man kommuniziert wenn man etwas zu kommunizieren habe: "An Spekulationen beteiligen wir uns nicht.", hieß es auf das vorgestellte raab'sche Konzept. Mit dem heutigen Statement ist die Teilnahme Deutschlands beim Eurovision Song Contest aber auch formell bestätigt und geklärt, dass der Song Contest zumindest ein weiteres Jahr beim NDR verbleibt. Jener Sender übernahm den Wettbewerb im Jahr 1996 nach desaströsten Vorjahresergebnissen, für die sich der MDR verantwortlich zeigte, der auch heuer im Gespräch war, die Verantwortung innerhalb der ARD zu übernehmen.

Niederlande: Offizielles Update vom Sender AVROTROS


Niederlande
- Das niederländische Fernsehen AVROTROS hat sich in einem Update zum Sachverhalt um die Disqualifikation von Joost Klein nach dem zweiten Halbfinale von Malmö geäußert. "Auf Grundlage der Informationen, die uns damals wie heute vorliegen, sind wir weiterhin der Meinung, dass die Disqualifikation unnötig und unverhältnismäßig war.", heißt es in einem offiziellen Statement aus den Niederlanden. Aufgrund eines mutmaßlichen Zwischenfalls zwischen Joost Klein und einer Kamerafrau des Produktionsteams wurden die Niederlande von der Finalshow ausgeschlossen.

Zur unabhängigen Untersuchung durch die EBU erklärte AVROTROS: "AVROTROS hat, wie auch andere teilnehmende Länder, eine Anfrage der EBU erhalten, an einer Untersuchung mitzuarbeiten. Wir haben uns dazu entschieden, mit den notwendigen Vorbehalten mitzuarbeiten. AVROTROS ist der Ansicht, dass eine umfassendere, gründlichere und wirklich unabhängige Untersuchung erforderlich ist, um strukturelle Probleme anzugehen.", so der Sender. Die Rolle der Reference Group, die Berufungsmöglichkeiten im Falle von Beschwerden sowie die Situation der Delegationen vor Ort sollte durch ein anerkanntes und unabhängiges Forschungsinstitut gewährleistet sein.

Gleichzeitig definierte AVROTROS seine Pläne für die Zukunft: "Der Eurovision Song Contest wurde ins Leben gerufen, um Länder und Völker durch Musik zu verbinden und gegenseitige Brüderlichkeit zu fördern. Dies sollte Ausgangspunkt für die Organisation und alle teilnehmenden Länder sein. Wenn AVROTROS davon überzeugt ist, dass strukturelle Anpassungen vorgenommen werden, um Künstler und ihre musikalische Botschaft wieder in den Mittelpunkt zu rücken, werden wir eine Teilnahme am Song Contest in Erwägung ziehen.", somit halten sich die Niederlande weiterhin die Option offen, 2025 in der Schweiz teilzunehmen oder ggf. auszusetzen.

Dienstag, 4. Juni 2024

Eurovision 2024: Unabhängige Untersuchung läuft


Europa
- RTL Boulevard in den Niederlanden meldet, dass die Europäische Rundfunkunion eine unabhängige Untersuchung auf den Weg gebracht hat, um die Umstände rund um den Eurovision Song Contest zu bewerten. Die Bewertung schließt u.a. die Befragung von Delegationsmitgliedern ein, auf Wunsch auch anonym. Wie mehrere Medien melden, gingen insgesamt 13 Beschwerden verschiedener Delegationen bei der Europäischen Rundfunkunion ein, die sich u.a. auf die unsichere Atmosphäre vor Ort beziehen.

Um den Eurovision Song Contest weiter zu stärken, habe man unabhängige Experten gebeten sich den Wettbewerb 2024 genauer anzuschauen und die Erkenntnisse der EBU mitzuteilen. Dies bestätigte u.a. auch der norwegische Delegationsleiter Stig Karlsen. Im Interview erklärte er: "Die EBU hat uns eingeladen, den ESC 2024 aus unserer Perspektive zu bewerten. Als Vertreter von NRK habe ich unsere Erfahrungen und Bedenken einem von der EBU beauftragen externen Vertreter mitgeteilt."

Norwegen habe die volle Absicht am Eurovision Song Contest 2025 teilzunehmen, dies hänge aber auch vom Fazit der EBU ab, um sicherzustellen, dass es "nicht noch eine Saison voller Polarsierung, Politik und Sicherheitsbedenken" gibt, so Karlsen. Neben Norwegen hatten u.a. auch die Delegationen aus der Schweiz, Irland und Portugal formelle Beschwerden eingereicht. Meldungen, dass u.a. die Schweiz, Portugal oder Griechenland einen Rückzug vom Wettbewerb 2024 erwogen haben, wurden mittlerweile jedoch dementiert.

Neben den oben genannten Problemen um Sicherheitsbedenken, der Politisierung durch den Gaza-Konflikt und weiteren Punkten steht zudem noch die Disqualifikation von Joost Klein im Raum. Die Niederlande wurden aufgrund eines vermeintlich tätlichen Angriffs vom Finale ausgeschlossen, der Fall beschäftigt auch die schwedische Justiz. Der Sender AVROTROS kritisierte den Ausschluss der EBU und wägt nach eigenen Angaben noch eine Reaktion ab. Sobald der offizielle Abschlussbericht der Untersuchung vorliegt, werden wir natürlich darüber berichten.

Eurovision 2025: Doppelführung als Executive Producer


Schweiz
- Reto Peritz und Moritz Stadler sind fortan gemeinsam als Executive Producer für den Eurovision Song Contest 2025 verantwortlich. Die SRG SSR bestätigte, dass die beiden sich um die Organisation und Geschäftsführung des Wettbewerbs im kommenden Jahr kümmern werden. Ihre bisherigen Funktionen behalten beide, werden jedoch vorübergehend durch Stellvertreter wahrgenommen, bis der Wettbewerb 2025 über die Bühne gegangen ist.

Reto Peritz hat bereits einige Jahre Erfahrung mit den Eurovision Song Contest, war er doch u.a. als Delegationsleiter für die Schweiz tätig und von 2019 bis 2021 auch gewähltes Mitglied der Reference Group um die Eurovision. Moritz Stadler vom französischsprachigen Sender RTS arbeitete ebenfalls jahrelang mit der Europäischen Rundfunkunion zusammen. Beide kümmern sich nun vollumfänglich um die Durchführung des Song Contests 2025. 

Momentan läuft die Bewerbungsphase für interessierte Städte in der Schweiz, den Wettbewerb auszutragen. Bisherige Interessenten sind die großen Städte Basel, Genf, St. Gallen und Zürich, wobei insbesondere Genf seine Bewerbung sehr publik gemacht und ein Core Team zusammengestellt hat, um den offenen Kriterienkatalog der EBU abzuarbeiten. Wann und wo genau der Eurovision Song Contest 2025 stattfinden soll erfahren wir aller Voraussicht nach im September, wie Schweizer Medien unabhängig voneinander berichten.