Freitag, 7. April 2023

Road to Liverpool (14/37): Island


Island - Iceland - Ísland

Schnelle Fakten:
Hauptstadt: Reykjavík
Bevölkerung: 380.000
Amtssprachen: Isländisch
Kfz-Kennzeichen: IS

Historie beim Eurovision Song Contest:
Erste Teilnahme: 1986 mit ICY
Rundfunkanstalt: RÚV
Teilnahmen gesamt: 34
Davon siegreich: 0x
Davon im Semi ausgeschieden: 7x
Letzter Beitrag: Systur - Með hækkandi sól

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Diljá
Lied: Power
Text & Musik: Pálmi Ragnar Ásgeirsson, Diljá Pétursdóttir
Auswahlprozess: Söngvakeppnin am 4. März in Reykjavík mit fünf Interpreten, zuvor zwei Vorrunden mit insgesamt zehn Beiträgen. Abgestimmt wurde in zwei Wertungsrunden, im Superfinale wurde zu 100% per Zuschauervoting abgestimmt
Auftritt im...: 2. Semifinale am 11. Mai

Diljá Pétursdóttir wurde 2002 in Kópavogur geboren und trat medial erstmals durch ihre Teilnahme an "Ísland Got Talent" im Jahr 2015 in Erscheinung. 2020 zog sie nach Kopenhagen und studierte Physiotherapie, zeitgleich nahm sie Gesangsunterricht. Ihre Bewerbung beim isländischen Vorentscheid mit dem Titel "Lifandi inni í mér" wurde sogleich vom Sender RÚV akzeptiert und setzte sich im Superfinale, dann unter dem englischen Titel "Power" gegen die eingesessene Rockband Langi Seli og Skuggarnir durch. Sowohl die isländische als auch die englische Version ihres Liedes erreichten die isländischen Charts.

Meine Meinung: Nach recht erfolgreichen Jahren für Island schickt man heuer einen Beitrag ins Rennen, der genauso gut 2015 als "Unbroken" hätte durchgehen können. Mir gibt das Lied nichts, da es drei Minuten ziellos erklingt, ohne dass die besungene Power zum Tragen kommt. 2023 dürfte das erste Semifinal-Aus seit Ari Ólafsson bedeuten und fehlen würde das Lied im Finale keineswegs.

Platzierung in den Wettquoten: 22 (151/1)

Userabstimmung: 3,88 von 12 Punkten

Diljá - Power

Donnerstag, 6. April 2023

News-Splitter (976)


Spanien
- RTVE hat Ruth Lorenzo als Spokesperson im Finale des Eurovision Song Contests 2023 bestätigt. Die spanische Repräsentantin von 2014 löst damit Moderatorin Nieves Álvarez ab, die diese Funktion über Jahre hinweg ausgeführt hat und die Jurystimmen im Finale verkündet hat. Ruth Lorenzo ist zudem die Punktesprecherin, die von einem Teilnehmersender bestätigt wurde. Mit "Dancing in the rain" belegte sie 2014 in Kopenhagen den zehnten Platz und damit eine der besten Platzierungen Spaniens in jener Dekade. In diesem Jahr wird Spanien von Blanca Paloma und "Eaea" vertreten.

Vereinigtes Königreich
- Um die Austragung des Eurovision Song Contests 2023 haben sich zahlreiche Städte im gesamten Land und in allen vier Landesteilen beworben, den Zuschlag hat bekanntermaßen Liverpool erhalten. Nunmehr bestätigte die BBC, dass in mehreren Städten ein öffentliches Public Viewing stattfinden wird. Zu den Städten die ein landesweites Rudelgucken anbieten zählen u.a. Birmingham, Brighton, Cardiff, Darlington, Leeds, Manchester, Newcastle, Nottingham und Sheffield, die sich allesamt auch um die Ausrichtung beworben haben. Auch in Plymouth in Cornwall soll die Show live auf Großleinwand übertragen werden.

Ukraine
- Um Basisdemokratie zu demonstrieren wurde nicht nur die Jury beim diesjährigen Vorentscheid Vidbir per Online-Voting ausgewählt, sondern nun auch die Jury, die beim Eurovision Song Contest votiert und 50% des nationalen Ergebnisses ausmacht. Der Sender UA:PBC bestätigte, dass über 700.000 Stimmen verzeichnet wurden. Welche Juroren es in die Auswahl geschafft haben wird jedoch nicht vor dem Song Contest-Finale am 13. Mai bekannt gegeben. Zur Auswahl stehen u.a. Vidbir-Finalistin Roxolana, Opernsängerin Olena Hrebenyuk, Ballroom-Tänzerin Olena Shoptenko sowie die Komponisten Svetlana Tarabarova und Yevhen Khmara.

Road to Liverpool (13/37): Schweden


Schweden - Sweden - Sverige

Schnelle Fakten:
Hauptstadt: Stockholm
Bevölkerung: 10,5 Mio.
Amtssprachen: Schwedisch
Kfz-Kennzeichen: S

Historie beim Eurovision Song Contest:
Erste Teilnahme: 1958 mit Lill Babs
Rundfunkanstalt: SVT
Teilnahmen gesamt: 61
Davon siegreich: 6x
Davon im Semi ausgeschieden: 1x
Letzter Beitrag: Cornelia Jakobs - Hold me closer

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Loreen
Lied: Tattoo
Text & Musik: Jimmy Thörnfeldt, Jimmy Jansson, Loreen, Cazzi Opeia, Peter Boström, Thomas G:son
Auswahlprozess: Melodifestivalen am 11. März in Stockholm mit zwölf Interpreten, zuvor vier Vorrunden und ein Halbfinale. Im Finale wurde zu jeweils 50% per internationaler Fachjury sowie Zuschauervoting abgestimmt
Auftritt im...: 1. Semifinale am 9. Mai

Loreen heißt eigentlich Lorine Zineb Nora Talhaoui und wurde 1983 in Stockholm geboren. Sie hat berberisch-marokkanische Wurzeln und nahm zunächst an der TV4-Castingshow "Idol" teil. 2011 scheiterte sie mit "My heart is refusing me" noch in der Andra Chansen des Melodifestivalen, ein Jahr später gelang ihr mit "Euphoria" der Sieg beim Song Contest in Baku und einer der erfolgreichsten Song Contest-Erfolge der vergangenen Dekade. Mit "Statement" versuchte sie es 2017 erneut beim Vorentscheid, kam jedoch wieder nicht über die Andra Chansen hinaus.

Meine Meinung: Mit dem Sieg beim Melodifestivalen ist der Loreen-Hype zum Song Contest zurückgekehrt, wie es ihn schon 2012 gab. Und anders als damals muss ich mich zumindest teilweise anschließen. Während ich "Euphoria" bis heute nur mittelmäßig finde, kann ich mich mit "Tattoo" gut anfreunden und denke, dass Schweden definitiv um den Sieg mitspielen wird. Verdientermaßen, wie ich anerkennen muss. Letztlich kann sich Loreen nur selbst schlagen.

Platzierung in den Wettquoten: 1 (1,8/1)

Userabstimmung: 9,36 von 12 Punkten

Loreen - Tattoo

Mittwoch, 5. April 2023

Road to Liverpool (12/37): Kroatien


Kroatien - Croatia - Hrvatska

Schnelle Fakten:
Hauptstadt: Zagreb
Bevölkerung: 3,9 Mio.
Amtssprachen: Kroatisch
Kfz-Kennzeichen: HR

Historie beim Eurovision Song Contest:
Erste Teilnahme: 1993 mit Put
Rundfunkanstalt: HRT
Teilnahmen gesamt: 28
Davon siegreich: 0x
Davon im Semi ausgeschieden: 9x
Letzter Beitrag: Mia Dimšić - Guilty pleasure

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Let 3
Lied: Mama ŠČ!
Text & Musik: Damir Martinović Mrle, Zoran Prodanović
Auswahlprozess: Dora 2023 am 11. Februar in Opatija mit 18 Interpreten, die zu jeweils 50% per Televoting und von zehn regionalen Expertenjurys bewertet wurden
Auftritt im...: 1. Semifinale am 9. Mai

Die Gruppe Let 3 um Leadsänger Zoran Prodanović macht bereits seit 1986 Musik verschiedenster Couleur und zählten schon zu Zeiten Jugoslawiens zu den progressivsten Bands des Landes, sowohl musikalisch als auch optisch. Das Debütalbum "Two dogs fuckin'" wurde 1989 veröffentlicht. Es folgten weitere Alben und Skandal-Auftritte, die die Medienlandschaft auf dem Balkan erschütterten. Die Dora 2023 gewannen Let 3, zu denen noch Damir Martinović, Ivan Bojčić, Dražen Baljak und Matej Zec gehören, mit über 100 Punkten Vorsprung auf Harmonija Disonance.

Meine Meinung: Wenn man sich etwas näher mit dem musikalischen Œuvre der Band und ihrer bisherigen Geschichte beschäftigt, macht der skurrile Auftritt bei der Dora, die schrillen Kostüme und der Text durchaus Sinn. Die Satire-Show bleibt jedoch nur visuell beeindruckend, da der Song vollständig auf Kroatisch gehalten ist und vermutlich außerhalb des Balkans, der heuer spärlich vertreten ist, kaum verstanden werden dürfte.

Platzierung in den Wettquoten: 15 (101/1)

Userabstimmung: 4,84 von 12 Punkten

Let 3 - Mama ŠČ!

Dienstag, 4. April 2023

Deutschland: Zum Lord of the Lost-Terminplan


Deutschland
- Für unsere Song Contest-Vertreter Lord of the Lost hat nach dem Sieg beim deutschen Vorentscheid der alljährliche Pressemarathon in Vorbereitung auf den Auftritt im Mai in Liverpool begonnen. Dazu gehörte u.a. auch ein Gastspiel auf dem roten Sofa in der NDR-Show "DAS!". Das Interview, in dem Leadsänger Chris Harms über seine Musik, den Eurovision Song Contest, Schubladendenken spricht und durch ein Grußwort von Peter Urban ergänzt wird, kann man sich hier in der ARD-Mediathek anschauen.

In dieser Woche haben die Bandmitglieder zudem den britischen Monarchen, König Charles III. und seine Frau Camilla getroffen, denen sie während ihres Staatsbesuchs in Hamburg die Hände schütteln durften. Auch darüber wird bei DAS! gesprochen. Bevor es dann im Mai nach Liverpool geht, touren Lord of the Lost aber zunächst noch durch Lateinamerika. Geplant sind u.a. Konzerte im mexikanischen Guadalajara, Mexiko-Stadt sowie in Buenos Aires und Santiago de Chile. Auch für die Zeit nach der Eurovision ist die Band bereits gut gebucht, u.a. steht eine gemeinsame Konzertserie mit Iron Maiden an. 

Als einer der größten Geldgeber des Eurovision Song Contests ist Deutschland als Big Five-Mitglied automatisch für das Finale am 13. Mai in Liverpool qualifiziert. Die exakte Startnummer steht, anders als bei den kooperierenden Gastgebern, dem Vereinigten Königreich und der Ukraine, noch nicht fest und wird erst im Mai festgelegt. Bei den an die Proben anschließenden Pressekonferenzen wird zunächst lediglich ausgelost, in welcher Hälfte des Finales die Interpreten starten, den Rest legen die Organisatoren nach dramaturgischen Gesichtspunkten fest.