Freitag, 24. Juli 2026

Lettland: LTV bestätigt Supernova als Vorentscheid


Lettland
- Das nächste Land, das seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 bestätigt hat, ist Lettland. Latvian Public Media (LSM) bestätigt, dass die Supernova erneut als Vorentscheid für den Song Contest eingesetzt wird, das Finale findet am 6. Februar in der Xiaomi Arena in Riga statt, die über 14.000 Zuschauern Platz bietet und hauptsächlich für Eishockey- und Basketballspiele genutzt wird.

Für die Bewerbung gilt, dass die EBU-Regularien eingehalten werden, der Song nicht vor dem 1. September 2026 veröffentlicht wurde und der Interpret am 15. April 2027 mindestens 18 Jahre alt sind. Der Vorentscheid steht allen Interpreten mit lettischer Staatsbürgerschaft offen, Nicht-Staatsbürger können als Komponisten, Autoren oder Produzenten auftreten, sofern ihr Anteil an der Produktion nicht mehr als 49% beträgt.

Eine Jury wird alle Bewerbungen sichten und im November die Namen der Teilnehmer des Vorentscheids bekannt geben. "Es wird ein echtes Musikfestival mit großartigen Überraschungen und besonderen musikalischen Gästen.", kündigt LTV-Unterhaltungschefin Agnese Štrause-Kubliņa an. Weitere Informationen hält das lettische Fernsehen LTV hier bereit. Lettland ist das erste der drei baltischen Staaten, das seine Teilnahme bestätigt.

Donnerstag, 23. Juli 2026

Rumänien: TVR bestätigt Teilnahme in Bulgarien 2027


Rumänien
- Das rumänische Fernsehen TVR hat nach einer Sitzung des Programmrates mit elf Stimmen für eine weitere Teilnahme am Eurovision Song Contest gestimmt, ein Mitglied hat sich enthalten. Damit ist die Teilnahme des Landes auch für den Wettbewerb 2027 in Bulgarien gesichert und bestätigt. Rumänien kehrte erst in diesem Jahr zum Song Contest zurück, nachdem es ausführliche Umstrukturierungen gab.

Rumänien hat 2026 in Wien mit Alexandra Căpitănescu und "Choke Me" den dritten Platz erreicht, das beste Ergebnis seit 2005 bzw. 2010 und mit 296 Zählern im Finale die bisher höchste Punktezahl eines rumänischen Song Contest-Beitrags. Einzelheiten zum Auswahlmodus des rumänischen Beitrags gibt es derzeit keine, als wahrscheinlich gilt jedoch, dass TVR wieder auf seine Selecția Națională zurückgreift.

Nach dem punktelosen letzten Platz von Theodor Andrei 2023 in Liverpool zog sich das rumänische Fernsehen für zwei Jahre vom Song Contest zurück, formell aus finanziellen Gründen, später räumte TVR ein, dass man sich für eine Rückkehr zum Wettbewerb mehr Initiative und finanzielles Engagement der Plattenfirmen und rumänischen Musikindustrie wünscht. Nach mehreren Sitzungen kehrte TVR 2026 schließlich zum Song Contest zurück.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Deutschland: SWR startet Bewerbungsaufruf


Deutschland
- Der SWR hat einen Bewerbungsaufruf für den Eurovision Song Contest 2027 gestartet. "Alle Genres sind denkbar!", heißt es auf Eurovision.de, ein Musikteam werde alle Bewerbungen sichten. Es gilt der Grundsatz, dass Songs nicht vor dem 1. September 2026 veröffentlicht worden sein darf, Bewerber müssen gleichzeitig auch einen passenden Song einreichen, Einzelbewerbungen ohne vorhandenen Titel sind nicht möglich.

Weiterhin heißt es: "Für eine gültige Bewerbung benötigt ihr einen Sicherheitscode. Diesen Code kann euer professioneller Business-Partner (...) bei esc-2027@swr.de erfragen." Teilnehmende Künstler müssen am 1. Januar 2027 mindestens 18 Jahre alt sein, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und/oder fließend Deutsch sprechen bzw. deutsche Ursprünge aufweisen. Aus logistischen Gründen müssen die Künstler in Deutschland oder einem Nachbarland leben.

Teilnehmer können sich in mehreren Vorentscheidungen bewerben, müssen dies dem SWR jedoch mitteilen, sollten sie für "Das Deutsche Finale 2027" ausgewählt werden, müssen sie sich in anderen Vorentscheidungen abmelden. Sprachvorgaben zum Song gibt es keine, lediglich die Mithilfe von Künstlicher Intelligenz ist nicht gestattet. Der Bewerbungsschluss für den Vorentscheid endet am 21. September um 12 Uhr mittags.

Montag, 13. Juli 2026

Bulgarien: Song Contest 2027 in Sofia oder Burgas


Bulgarien
- Das bulgarische Fernsehen BNT hat bekannt gegeben, dass der Eurovision Song Contest 2027 entweder in der bulgarischen Hauptstadt Sofia oder in Burgas am Schwarzen Meer stattfinden wird. Die beiden übrigen Bewerberstädte Varna und Plowdiw werden damit nicht mehr bei der Frage um die Ausrichtung vom Sender BNT berücksichtigt.

Song Contest-Direktor Martin Green bedankt sich für die Begeisterung für die beiden abgelehnten Bewerber: "Vielen Dank an Plowdiw und Varna für ihre Begeisterung für den Eurovision Song Contest und ihr Interesse an der Ausrichtung dieses Events, das Millionen von Menschen weltweit durch die Kraft der Musik vereint. Der intensive Wettbewerb zwischen den Städten unterstreicht die bedeutenden wirtschaftlichen und sozialen Vorteile einer Ausrichtung.

Die Entscheidung wo der nächste Eurovision Song Contest stattfinden wird, soll in den kommenden Tagen fallen und die Bekanntgabe in der letzten Juliwoche erfolgen. BNT-Generaldirektorin Milena Milotinova erklärte, man habe die Entscheidung aufgrund der vorab festgelegten technischen und infrastrukturellen Kriterien getroffen. Der 71. Eurovision Song Contest findet nach dem Sieg von Dara mit "Bangaranga" erstmals in Bulgarien statt.

Sonntag, 12. Juli 2026

Italien: Peppino di Capri mit 86 Jahren verstorben


Italien
- Gestern verstarb auf Capri der Sänger Peppino di Capri. Der 86jährige Sänger war seit den 50er Jahren musikalisch aktiv und konnte zweimal das Sanremo-Festival gewinnen. 1991 vertrat er Italien mit dem bisher einzigen neapolitanischsprachigen Titel beim Song Contest in Rom und belegte mit "Come è ddoce 'o mare" den siebten Platz. In Italien machte er sich einen Namen, indem er den Twist salonfähig machte.

Peppino di Capri wurde 1939 als Giuseppe Faiella auf Capri geboren und tat sich mit seinem Freund Ettore Falconieri zusammen um als Duo Caprese auf der Insel erste Auftritte zu absolvieren. 1957 erhielt er seinen ersten Plattenvertrag und spezialisierte sich u.a. auf Coverversionen internationaler Songs und traditionelle neapolitanische Musik. 1961 gelang ihm mit einer Version von Chubby Checkers "Let's Twist Again" sein erster Nummer Eins-Hit.

In seiner musikalischen Laufbahn nahm er insgesamt 15x am Sanremo-Festival teil, 1973 konnte er es mit "Un grande amore e niente più" gewinnen. 1976 gewann er mit "Non lo faccio più" ein zweites Mal. Er ist damit der Interpret mit den meisten Teilnahmen am Festival. Es folgten diverse Alben, 2005 wurde er von Präsident Ciampi mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik ausgezeichnet. 2005 nahm er mit "La Panchina" ein letztes Mal am Festival von Sanremo teil.

Peppino di Capri - Comme è ddoce 'o mare

Donnerstag, 9. Juli 2026

Luxemburg: Kriterien für Vorentscheid vorgestellt


Luxemburg
- Nachdem der luxemburgische Sender RTL über ein staatlich autorisiertes Song Contest-Budget berichtet hat, gilt die Bewerbungsphase für den Luxembourg Song Contest, den nationalen Vorentscheid des Landes nunmehr für eröffnet. Auch die Kriterien für den Auswahlprozess sind mittlerweile öffentlich kommuniziert worden.

Für Künstler gilt, dass diese am 15. Januar 2027 mindestens 18 Jahre alt sein müssen, die luxemburgische Staatsangehörigkeit oder einen permanenten Wohnsitz im Land besitzen. Sollte beides nicht der Fall sein müsste der Interpret zumindest eine starke Verbindung zur luxemburgischen Musikindustrie aufweisen. Bewerbungsfristen für Interpreten verstreichen am 20. September 2026. 

Für Komponisten und Songwriter gelten keinerlei Beschränkungen, Songs müssen sich an die geltenden EBU-Regularien halten, Songs dürfen in jeder Sprache sein, wobei man ausdrücklich Lieder in luxemburgischer Sprache willkommen heißt. Die Deadline für Songs endet am 29. Oktober. Mitte Oktober sollen Auditions mit eingeladenen Interpreten stattfinden, eine internationale Jury wird eine Vorauswahl treffen.

Anschließend werden die Bewerber von Branchenexperten und Coaches auf die potentielle Song Contest-Teilnahme vorbereitet, hierbei soll auch ermittelt werden, welcher Song die künstlerische Identität des Acts am besten widerspiegelt. Die finale Entscheidung mit welchem Titel der Interpret zum Vorentscheid am 30. Januar fährt, trifft der Interpret selbst. Der Sieger jenes Vorentscheids vertritt Luxemburg beim Song Contest in Bulgarien.

Vereinigtes Königreich: Bonnie Tyler ist tot!


Vereinigtes Königreich
- Im Alter von 75 Jahren ist Bonnie Tyler vergangene Nacht verstorben. Ihre Familie bestätigte, dass die Sängerin in einem Krankenhaus im portugiesischen Faro verstorben ist, nachdem sie dort Anfang Mai notoperiert und wochenlang im künstlichen Koma lag, aus dem die später wieder erwacht ist. Bonnie Tyler hatte in den 70er Jahren Welthits mit "It's a heartache" und "Holding out for a hero".

Bonnie Tyler wurde 1951 als Gaynor Hopkins im walisischen Neath geboren und gründete bereits früh eine eigene Band, mit der sie in Kneipen und Clubs in Wales auftrat. 1975 veröffentlichte sie mit "My! My! Honeycomb" ihre erste Single. Ihre zweite Single "Lost in France" ebnete ihr später den Weg zu einer Weltkarriere, 1977 erschien ihr erstes Album. Kurze Zeit später unterzog sie sich einer Stimmband-OP, die für ihre rauchige Stimme verantwortlich war.

1978 landete sie mit "It's a Heartache" einen Welthit, nach ihrem Album "Faster Than the Speed of Night" im Jahr 1983 und ihrem weiteren Hit "Total Eclipse of the Heart" wurde es Ende der 80er ruhiger um sie. 1991 arbeitete sie mit Dieter Bohlen an einem Comeback, danach wurde es erneut ruhig um die Sängerin. 2013 erschien ein in Nashville produziertes Country-Album namens "Rocks & Honey", im gleichen Jahr wurde sie von der BBC für den Eurovision Song Contest in Malmö ausgewählt.

Mit "Believe in me" erreichte sie jedoch nur den 19. Platz mit 23 Punkten, dennoch absolvierte sie auch in den Folgejahren regelmäßig Konzerte und veröffentlichte 2023 ihre Autobiographie "Straight From the Heart". Im Mai wurde Tyler wegen eines Darmdurchbruchs in Portugal notoperiert und in ein künstliches Koma versetzt. Sprecher des Krankenhauses zeigten sich optimistisch, dass sie sich vollständig erholen würde, ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch ab Anfang Juli wieder.

Bonnie Tyler - Believe in me

Dienstag, 7. Juli 2026

Ungarn: M1 stellt Nachrichtendienst vorübergehend ein


Ungarn
- Nur wenige Tage nach der Änderung des Mediengesetzes in Ungarn und der damit verbundenen Umstrukturierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat der Sender MTVA seinen Sendebetrieb eingestellt. Ab 16 Uhr (MESZ) wurde die Ausstrahlung eingestellt und durch eine Programmtafel ersetzt, in der sich der Sender öffentlich entschuldigt. Ebenso stellte der Radiosender Kossuth Rádió seinen Betrieb ein.

"Die öffentlich-rechtlichen Medien sollten nicht lügen. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir das so viele Jahre lang getan haben! Die öffentlich-rechtlichen Medien befinden sich im Wandel, um in Zukunft unabhängig und glaubwürdig zu sein. Das Nachrichtenangebot ist vorübergehend eingestellt. Bitte bleiben Sie bei uns", heißt es in der schwarz-weißen Einblendung. Der Nachrichtendienst des Senders M1 bleibe vorerst eingestellt, bis hierhin laufen nur Filme.

"Ein historischer Tag. Die Propaganda-Übertragung auf den Flächen der öffentlich-rechtlichen Medien endete heute. Sie haben nachts gelogen, sie haben tagsüber gelogen, sie haben auf jeder Wellenlänge gelogen. Jetzt ist es vorbei.", erklärte Präsident Peter Magyar über soziale Medienkanäle. Magyar setzte sich nach seiner Vereidigung dafür ein, die Unabhängigkeit staatlicher Medien wiederherstellen zu wollen. 

Montag, 6. Juli 2026

Andorra: RTVA bestätigt Song Contest-Absage für 2027


Andorra
- Und weiterhin wird es kein Comeback des andorranischen Fernsehens RTVA beim Eurovision Song Contest geben. RTVA hat gegenüber Eurofestivales bestätigt, dass man auch 2027 nicht am Song Contest in Bulgarien teilnehmen werde. Eine formelle Begründung lieferte der Sender mit Sitz in Andorra la Vella keine, zuletzt wurde argumentiert, dass der Wettbewerb nicht mit der redaktionellen Linie des Senders übereinstimmt.

Wie es weiter heißt, verfügt RTVA im laufenden Jahr mit rund 6,2 Millionen Euro über das größte Haushaltsbudget in der Geschichte des Senders, 67% davon sind für das Personal vorgesehen, weitere 410.000 Euro sollen für die Erneuerung veralteter technischer Ausrüstung investiert werden. Die Entrichtung einer Teilnahmegebühr für den Eurovision Song Contest sei hingegen zu hoch und liege nicht im Ermessen des Senders.

Andorra nahm lediglich im Zeitraum von 2004 bis 2009 am Eurovision Song Contest teil und ist bis zum heutigen Tage das einzige Land, das es niemals über das Halbfinale eines Song Contests hinaus geschafft hat. Mehrfach gab es Gerüchte und Kampagnen das Land in den Pyrenäen zum Song Contest zurückzubringen, doch sowohl eine Initiative der letzten Teilnehmerin Susanne Georgi als auch eine mögliche Kooperation mit dem katalanischen Sender TV3 wurden nicht umgesetzt.

Italien: Sanremo um Eurovisionsabstimmung ergänzt


Italien
- Stefano De Martino, Artistic Director des Sanremo-Festivals hat bestätigt, dass der italienische Vertreter für den Eurovision Song Contest 2027 am 19. Februar in der vierten Wettbewerbsnacht ermittelt wird. Gegenüber der Corriere della Sera bestätigte er, dass man ein eigens hierfür eine vom Festival unabhängige Abstimmung abhalten wird. Gleichzeitig versicherte De Martino, dass die Cover-Night nicht aus dem Programm gestrichen wird.

"Die Künstler erhalten die Möglichkeit, ihre Darbietungen nach ihrer eigenen kreativen Vision zu gestalten. Und ich glaube, dies ist bereits ein kleiner Schritt hin zu einer internationaleren Ausrichtung des Festivals.", so De Mattino. Die Cover-Night wird auf den Donnerstag verschoben, der Song Contest-Vorentscheid auf den Freitag. Das Finale des Sanremo-Festivals findet weiterhin am Samstagabend statt. 

Dennoch ist es möglich, dass der Sieger des Sanremo-Festivals Italien beim Eurovision Song Contest vertritt, sofern die Abstimmungsergebnisse übereinstimmen. Der genaue Abstimmungsmodus ist noch nicht kommuniziert worden. Das Sanremo-Festival selbst findet in der Woche vom 16. bis 20. Februar im Teatro Ariston in der ligurischen Kleinstadt Sanremo statt. Italien ist als Big Five-Mitglied direkt für das Finale der Eurovision qualifiziert.

Freitag, 3. Juli 2026

Bosnien-Herzegowina: Kein Comeback im Jahr 2027


Bosnien-Herzegowina
- Vor zehn Jahren hat Bosnien-Herzegowina zum bisher letzten Mal am Eurovision Song Contest teilgenommen und dies wird auch für ein weiteres Jahr die vorletzt letzte Teilnahme gewesen sein. Wie ESCtoday.com heute meldet, hat das bosnische Fernsehen BHRT bestätigt, keinen Vertreter zum Eurovision Song Contest schicken zu können. Weiterhin greifen die Sanktionen der EBU.

Nach wie vor hat BHRT Schulden in Höhe von über elf Millionen Euro bei der Europäischen Rundfunkunion und den Sender somit von den Diensten der EBU, einschließlich der Teilnahme am Song Contest ausgeschlossen. "Wir benötigen finanzielle Unterstützung im Kampf um den Erhalt unseres Sendesignals, da die Institutionen unseres Staates und die internationalen Vertreter nicht bereit sind, uns eine stabile, systematische Finanzierung zu ermöglichen.", so BHRT vor zwei Wochen. 

BHRT hat sich inzwischen in einer Kampagne an Zivilpersonen und Unternehmen gerichtet und eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Wie der österreichische Standard berichtet, zahlt der Sender RTRS, der Rundfunk der Republika Srpska seit 2017 keine Gebühren: "Bis Ende des Vorjahres häuften sich die ausgebliebenen Beitragszahlungen der Republika Srpska auf etwa 53 Millionen Euro. Der Sender der Föderation Bosnien und Herzegowinas zahlt hingegen seinen Anteil weiterhin."

Ungarn: Änderung des Mediengesetzes verabschiedet


Ungarn
- Mit 145 Ja- zu 39 Nein-Stimmen hat das ungarische Parlament einer Änderung des Mediengesetzes zugestimmt. Während die oppositionelle Fidesz den Vorschlag ablehnte, wurde die Änderung von der regierenden Tisza-Partei und Mi Hazánk unterstützt. Darin geht es, die öffentlich-rechtlichen Medien umzustrukturieren und ihre Nutzung für Propagandazwecke abzuschaffen. Dies sieht u.a. die Auflösung des Senders MTVA vor.

MTVA und Duna Média Service sollen durch zwei neue Organisationen ersetzt werden, Magyar Rádio és Televízío, das ungarische Fernsehen und Radio sowie Magyar Távirati Iroda (das ungarische Telegraphenamt). Die Führungsebene von MTVA und Duna sollen ausgewechselt werden, die neuen Vorsitzenden durch öffentliche Ausschreibungen statt direkte Ernennungen ausgewählt werden. Ministerpräsident Magyar machte es sich zu seinem Ziel, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wieder unabhängig zu gestalten.

Beiden Sendern wurde unter der Kontrolle der Regierung Órban vorgeworfen, zu sehr unter staatlicher Kontrolle zu stehen. Ob die neu aufgestellten Rundfunkanstalten die rechtliche Nachfolge von MTVA und Duna antreten bleibt abzuwarten. Falls nicht, müsste sich das ungarische Fernsehen erneut um die EBU-Mitgliedschaft bemühen um u.a. am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Die EBU hat in der Vergangenheit bereits Ausnahmen für Sender gemacht, die auf die Vollmitgliedschaft warteten, etwa den Sender KAN im Jahr 2018.

Niederlande: Entscheidung über Teilnahme Ende August


Niederlande
- AVROTROS, der für den Eurovision Song Contest in den Niederlanden zuständige öffentlich-rechtliche Rundfunk hat erklärt, dass man Ende Augst/Anfang September über die Teilnahme am Song Contest 2027 in Bulgarien informieren werde. "Unsere Entscheidung wird Ende August, Anfang September fallen. Wir werden sie dann auch bekanntgeben. Kanadas Teilnahme ändert daran nichts.", wird ein Sprecher von AVROTROS zitiert.

Der niederländische Rundfunk zog sich unmittelbar nach der EBU-Generalversammlung in Genf im Dezember 2025 vom Song Contest zurück und begründet dies, ähnlich wie Irland, Island, Slowenien und Spanien mit der anhaltenden Teilnahme Israels im Wettbewerb. Der Song Contest wurde daraufhin aus dem Programm von AVROTROS verbannt, von den Sendeanstalten NOS und NTR aber dennoch in den Niederlanden übertragen.

Die Niederlande nahmen entsprechend zuletzt 2024 am Song Contest in Malmö teil, damals wurde der Beitrag "Europapa" von Joost Klein jedoch nach dem Halbfinale von der EBU disqualifiziert. Vorangegangen war ein angeblicher Vorfall zwischen Klein und einer TV-Mitarbeiterin, nachdem die schwedischen Behörden Ermittlungen aufgenommen hatten, wurden diese später eingestellt, da keine kriminelle Handlung nachgewiesen werden konnte. Die EBU stand weiterhin zu ihrer Disqualifikation.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Kanada: CBC wird Debüt beim Song Contest 2027 geben


Kanada
- Heute ist der Canada Day, der Nationalfeiertag, der an den British North America Act vom 1. Juli 1867 erinnert. 160 Jahre nach der Gründung Kanadas wird das Land am Eurovision Song Contest teilnehmen. Nach Erlangen der EBU-Vollmitgliedschaft durch CBC/Radio-Canada erklärte die EBU heute, dass Kanada sein Debüt beim Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien geben wird. 

Möglich wird dies durch die Änderungen der Mitgliedsstatuten, die es öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Übersee möglich macht, am Song Contest teilzunehmen, sofern jenes Land einen Beobachterstatus im Europarat besitzt. Dies gilt neben Kanada auch für die USA, Mexiko, Japan und den Heiligen Stuhl. Man freue sich in Kanada bereits auf die erstmalige Teilnahme beim 71. Eurovision Song Contest in Bulgarien.

"An diesem Canada Day, an dem wir mit Kanadiern im ganzen Land und auf der ganzen Welt den Reichtum und die Vielfalt der kanadischen Kultur feiern, freuen wir uns sehr, bestätigen zu können, dass wir das größte Live-Musik-Event der Welt nach Kanada bringen.", so Senderchefin Marie-Philippe Bouchard. Auch die EBU begrüße das Debüt, kam die drittgrößte Wählerschaft beim Rest of the World-Voting doch aus Kanada. Weitere Einzelheiten sollen in Kürze folgen.

Bekannt ist unterdessen bereits, dass der Eurovision Song Contest, sollte Kanada den Wettbewerb gewinnen, tatsächlich auch in Kanada ausgetragen wird. "Für den Fall, dass Kanada gewinnt, würde der Wettbewerb im darauffolgenden Jahr von CBC/Radio-Canada in Kanada ausgerichtet.", so Head of Communication des Eurovision Song Contests, Dave Goodman. Dies stehe damit im Kontrast zum assoziierten EBU-Mitglied SBS in Australien.

Dienstag, 30. Juni 2026

Nordmazedonien: Vlado Janevski mit 65 Jahren verstorben


Nordmazedonien
- Vorgestern verstarb der nordmazedonische Sänger Vlado Janevski (Владо Јаневски) im Alter von 65 Jahren nach kurzer Krankheit in Skopje. Der seit den späten 70er Jahren aktive Musiker und Songwriter vertrat die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien bei ihrem Debüt beim Eurovision Song Contest 1998 in Birmingham. Mit "Ne zori zoro" wurde er dort 19. unter 25 Teilnehmern.

Der Sänger wurde 1960 in Skopje geboren und war in den 70er und 80er Jahren Teil der bekannten jugoslawischen Gruppen Tost Sendvich und Bon-Ton, ehe er ab Ende der 90er Jahre Solopfade ging. Er nahm an diversen Musikfestivals auf dem Balkan teil, u.a. 1992 an der letzten Vorentscheidung Jugoslawiens, wo er mit gemeinsam mit der Gruppe Music Box und "Hiljadu snova" den elften Platz belegte.

1998 gewann er schließlich das Skopje Fest und damit die Berechtigung, Mazedonien beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Janevski trat als letzter Starter im Jahrgang auf, sein Beitrag, der übersetzt so viel wie "Die Sonne möge nicht aufgehen", komponiert von Grigor Koprov, ist damit der letzte in der Geschichte des Wettbewerbs, der mit vollständiger orchestraler Begleitung aufgeführt wurde. 

Vlado Janevski - Ne zori zoro

Samstag, 27. Juni 2026

Dänemark: DR öffnet Bewerbungsfenster für 2027


Dänemark
- Das dänische Fernsehen DR hat die Bewerbungsphase für den Melodi Grand Prix 2027 eingeläutet. Bis einschließlich 25. Oktober können sich interessierte Komponisten und Interpreten für den dänischen Vorentscheid bewerben. Insgesamt sollen nach Senderangaben erneut acht Acts am Vorentscheid am 13. Februar in der Sydbank Arena in Kolding teilnehmen.

Der Bewerbung muss ein Audio-File sowie ein Video beigefügt sein, das den Interpreten beim Darbieten des Liedes zeigt. Komponisten, Liedtexter oder Sänger müssen entweder dänische Staatsbürger sein oder eine enge Verbindung zu Dänemark haben. Der Vorentscheid steht auch Personen mit Wohnsitz auf den Färöer-Inseln und Grönland offen. Die Lieder müssen die grundsätzlichen EBU-Regularien einhalten und nicht vorab veröffentlicht worden sein.

Für die Interpreten gilt eine Altersbeschränkung von mindestens 18 Jahren mit Stichtag Ende Mai. Dänemark sucht den Nachfolger von Søren Torpegaard Lund, der mit "Før Vi Går Hjem" den siebten Platz im Finale von Wien belegt hat. Dänemark hat den Song Contest seit seinem Debüt im Jahr 1957 bislang dreimal gewinnen können, zuletzt im Jahr 2013 mit Emmelie de Forest und "Only Teardrops". 

Freitag, 26. Juni 2026

Kanada: CBC plant spätere Berichte zum Song Contest


Kanada
- Nachdem das kanadische Fernsehen CBC durch eine Anpassung der Mitgliedsstatuten nunmehr ein Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion ist, hat sich CBC, das seit 1950 assoziiertes Mitglied der EBU war, erstmals selbst in einem Beitrag zu Wort gemeldet. Leon Mar, Sprecher von CBC/Radio Canada erklärte: "Wir werden später noch ausführlicher über den Eurovision Song Contest berichten." Ein Debüt des Landes gilt nach den neuesten Entwicklungen als wahrscheinlich.

Bereits im Vorfeld des Song Contests von Wien in diesem Jahr gab es erste Anzeichen, im Haushaltsplan des Senders seien für 2025 Gelder vorgesehen, um "eine Teilnahme Kanadas am Eurovision Song Contest zu prüfen", CBC berichtet damals, dass der Premierminister Mark Carney selbst an der Initiative beteiligt gewesen sei. Song Contest-Direktor Martin Green erklärte im Mai, dass er eine kanadische Teilnahme begrüßen würde. 

"Dieses neue Kapitel in unserer Beziehung zur EBU und ihren Mitgliedern wird unsere Zusammenarbeit in einer Zeit vertiefen, in der die kollektive Wirkung der öffentlich-rechtlichen Medien von entscheidender Bedeutung ist.", so CBC-Direktorin Marie-Philippe Bouchard. Auch EBU-Generaldirektor Noel Curran erklärte, Kanada könne einen wichtigen Beitrag zur Europäischen Rundfunkunion leisten. Anders als Australien ist Kanada als Vollmitglied ohne Einladung zur Teilnahme am Song Contest berechtigt.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Irland: Gewerkschaft begrüßt RTÉ-Boykott der Eurovision


Irland
- SIPTU, die größte Gewerkschaft in Irland, hat den Boykott des Eurovision Song Contests von RTÉ begrüßt und wendet sich gleichzeitig an den Sender auch auf die geplante Übertragung der UEFA Nations League-Spiele der irischen Nationalmannschaft gegen Israel zu verzichten. RTÉ erklärte in einer Pressemeldung, dass die Ausgangssituation hier jedoch in einem anderen Rahmen stattfinde, als die freie Entscheidung des Senders, keinen Interpreten zur Eurovision zu schicken oder diese zu übertragen.

"Wir nehmen die Entscheidung von RTÉ und anderen europäischen öffentlich-rechtlichen Sendern zur Kenntnis und loben sie, die Übertragung des Eurovision Song Contest Anfang des Jahres abgelehnt zu haben. Wir fordern RTÉ auf, auch diesmal denselben moralischen Mut zu beweisen und die Übertragung der für September und Oktober geplanten Wettbewerbe zu verweigern", so SIPTU in einer Mitteilung. RTÉ erklärte, dass Übertragung der Fußballspiele hingegen vertraglich geregelt sei und ein Bruch zukünftige Vereinbarungen über Sportübertragungsrechte beeinträchtigen könne.

Den Entschluss sich dem Boykott der Eurovision 2026 anzuschließen habe RTÉ hingegen frei entscheiden können. Der Sender äußerte sich unmittelbar nach dem Finale von Wien, dass man die Situation in einigen Monaten neu bewerten werde. Sollte Israel die Teilnahme von Seiten der EBU weiterhin gestattet bleiben, gilt eine Rückkehr Irlands 2027 als unwahrscheinlich. Irland gilt innerhalb der Europäischen Union als eines der Länder, die sich historisch bedingt am stärksten mit den Palästinensern solidarisieren. 2024 erkannte Irland Palästina als unabhängigen Staat an und schloss sich der südafrikanischen Völkermord-Klage gegen Israel vor dem IGH an.

Kanada: CBC wird Mitglied in Europäischer Rundfunkunion


Kanada
- In der tschechischen Hauptstadt Prag findet derzeit die 96. Generalversammlung der Europäischen Rundfunkunion statt und dabei wurde sogleich beschlossen und bestätigt, dass der kanadische Rundfunk CBC/Radio Canada das neueste Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion wird. Der Sender ist bereits formell auf der Website der EBU als Mitglied gelistet. Bisher war CBC lediglich assoziiertes Mitglied, ähnlich wie etwas SBS in Australien.

CBC nimmt nun als vollwertiges Mitglied am Nachrichtenaustausch der Europäischen Rundfunkunion teil und genießt umfängliche Rechte, die u.a. auch eine Teilnahme am Eurovision Song Contest ermöglichen, ohne formelle Einladung, wie etwa im Fall des australischen Senders. Daneben wurde die Corporacio Catalana de Mitjans Audiovisuelles, kurz 3CAT, als "Ancillary Member" in die EBU aufgenommen. Die sogenannte Nebenmitgliedschaft wurde neu geschaffen und steht laut EBU-Richtlinien Rundfunkanstalten großer autonomer Sprachgemeinschaften offen.

Bezüglich des kosovarischen Rundfunks RTK gibt es bislang keinerlei neue Informationen, wenngleich Zana Spahiu, Generaldirektorin des Senders Ende Mai erklärte, dass man im engen Kontakt mit der EBU stehe. Die Generalversammlung der EBU findet heute und morgen in Prag statt, aller Voraussicht nach wird hier auch die Nachlese zum Eurovision Song Contest in Wien betrieben, dem fünf Vollmitglieder aufgrund der israelischen Teilnahme fernblieben.

Sonntag, 21. Juni 2026

Norwegen: Kirsti Sparboe mit 79 Jahren verstorben


Norwegen
- Die dreifache norwegische Song Contest-Teilnehmerin Kirsti Sparboe ist im Alter von 79 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben. Die Nachricht wurde von ihrer Enkelin bestätigt: "Oma ist gestern Abend im Krankenhaus friedlich eingeschlafen. Mama und ich saßen bis zum Schluss bei ihr. Ich glaube, Oma hat es sehr geschätzt, dass wir da waren. (...) Besonders traurig ist, dass ich vor sieben Wochen einen Sohn bekommen habe. Sie hat ihn nie kennengelernt."

Kirsti Sparboe wurde am 7. Dezember 1946 in Tromsø geboren und erhielt im Alter von 17 Jahren ihren ersten Plattenvertrag. 1964 hatte sie mit ihrem Lied "Ballerina" erste Erfolge in Norwegen und Schweden, 1965 nahm sie, wie auch 1967 und 1969 am Eurovision Song Contest teil, mit "Karusell" belegte sie 1965 den 13. Platz in Neapel, zwei Jahre später wurde sie mit "Dukkemann" 14. und 1969 mit "Oj, oj, oj, så glad jeg skal bli" 16. und damit Letzte im Finale von Madrid.

1970 versuchte sie ihr Glück mit "Pierre, der Clochard" beim deutschen Vorentscheid, schied jedoch in der ersten Wertungsrunde aus. Ihren größten musikalischen Erfolg verzeichnete sie 1969, als sie mit "Ein Student aus Uppsala" vierzehn Wochen in den deutschen Charts vertreten war, zeitgleich trat sie in diversen Theater- und Filmproduktionen auf. Sie gewann mehrfach den norwegischen Spellemanprisen und erhielt 1998 den Ehrenpreis der Stadt Tromsø.

Ihr bekanntester Erfolg in Deutschland: "Ein Student aus Uppsala"