Freitag, 20. November 2015

Deutschland: Da sind sie alle wieder



Deutschland - Tag eins nach der ARD-Entscheidung Xavier Naidoo für Deutschland intern zu nominieren neigt sich dem Ende entgegen und weiterhin reißt die Kritik an der Entscheidung nicht ab. In Deutschland wird gerne alle paar Jahre ein Fass aufgemacht, wenn es um den Song Contest geht, in diesem Jahr hat der Protest jedoch ein ganz anderes Format als in den letzten Jahren.

Da schaltet sich natürlich auch Ralph Siegel ein, Song Contest-Legende und regelmäßiger Produzent für das kleine San Marino. Im Focus wird Siegel mit folgenden Worten zitiert: "Ich finde es nicht gut, dass die ARD keinen deutschen Vorentscheid veranstaltet, bei der auch der Nachwuchs eine Chance hätte, so wie man es früher immer sehr erfolgreich gemacht hat. Das finde ich fragwürdig. Aber auf der anderen Seite ist Xavier Naidoo ein richtig guter Künstler. Das steht außer Frage und dagegen gibt es nichts zu sagen."

Er selber werde sich nicht als Komponist bewerben: "Da müsste man mich anrufen und sagen: "Hast du nicht Lust, ein Lied mit mir zu schreiben? Du machst das ja am längsten." Und dann würde ich mich gern in den Wettbewerb mit den anderen Künstlern begeben. In versuche ja seit zehn Jahren, wieder mal etwas mit Deutschland zu machen, aber das ist alles abgelehnt worden. Wenn Xavier jetzt sagt, ich schreibe mit dem Siegel ein Lied, würde ich mich freuen." Über die Äußerungen Naidoos möchte Siegel nicht urteilen.

Und auch von Guildo Horn gibt es Kritik für den NDR, auch er kritisiert via Facebook die interne Nominierung: "Für mich war und ist der ESC immer ein freier, demokratischer Wettbewerb gewesen, seit 1998 wieder offen für Jeden. Das Ganze wird doch von unseren GEZ-Gebühren bezahlt! Das ist ja noch schlimmer als in Siegels dunkelsten Zeiten! Herzlichen Glückwunsch dem NDR! Wirklich sehr innovativ." Ann Sophie legt nach ihrem gestrigen Posting ebenfalls noch eins drauf: "Ein Deutscher Vorentscheid wäre schon schön gewesen, denn so schließt man das Volk ein wenig aus, obwohl man es ja eigentlich mit einbinden sollte und wollte."

Grünen-Politikerin Claudia Roth setzte sogar noch einen drauf: "Und dass ausgerechnet Xavier Naidoo in Zeiten von Pegida und AfD das Gesicht Deutschlands in der Welt sein soll, finde ich voll daneben." Der NDR veröffentlichte unterdessen auf Eurovision.de eine Stellungnahme von Xavier Naidoo bezüglich seiner viel kritisierten Äußerungen der Vergangenheit und Kommentare von Ray Garvey oder Michael Mittermeier, die sich schützend vor Naidoo stellen. Von Naidoo heißt es: "Mir widerstrebt, mich jetzt bekennerhaft für etwas zu rechtfertigen, was ich nicht bin und was ich schon mehrfach erläutert habe. Nur soviel: Ich bin froh, in einem bunten Deutschland zu leben, mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Religionen, über die ich mich freue." 

Der Shitstorm, der seit gestern Morgen über Xavier Naidoo und den NDR hereinbricht, wird wohl auch in den kommenden Tagen andauern, aber wie bei allen aktuellen Themen wird auch die Diskussionsbereitschaft in den nächsten Wochen abflachen. Eins hat die Nominierung in jedem Fall gebracht, vorübergehende Aufmerksamkeit rund um den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest, ganz ohne das Mitwirken von Andreas Kümmert.

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