Mittwoch, 15. April 2015

Deutschland: Conchita zu Gast bei Maischberger


Deutschland - Gestern Abend war Conchita Wurst zu Gast bei "Menschen bei Maischberger", im ARD-Talk zum Thema "Mann, Frau, egal?" und sprach, weniger vom Eurovision Song Contest, als von ihrer Symbolrolle im Einsatz für Menschenrechte, sexuelle Gleichberechtigung und ihr Leben als Tom Neuwirth und Conchita Wurst. Ergänzt wurde die Runde u.a. von Alice Schwarzer und AfD-Politiker Björn Höcke.

"Ich sehe mich nicht als Ikone. Ich will nicht missionieren.", stellte Conchita gleich zu Beginn der Sendung klar. Dennoch möchte sie ihren Lebensstil anerkannt wissen: "Ich will nicht nur toleriert werden. Ich will nicht, dass jemand wegen mir ein Auge zudrückt.", erklärte sie. Zur Sprache kamen dabei auch ihre Einladungen von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon oder dem EU-Parlament. Auftritte wie diese lehnte der AfD-Politiker Höcke strikt ab.

Dieser pöbelte im Vorfeld der Sendung lautstark, druckste während der Sendung jedoch herum und erklärte lediglich: "Die Sphären Showbiz und Politik sollten getrennt bleiben.", legte Wert auf den Standpunkt seiner Partei, dass das klassische Familienmodell von Vater, Mutter, Kind bedroht sei und wich Fragen der Moderatorin unsouverän aus.
Gezeigt wurde ein Video mit Wahlkampfreden, in dem er alle Lebensformen abweichend von der klassischen Familie als „geisteskrank“ verurteilte. Dies sei dem Wahlkampf geschuldet, ruderte er während der Sendung zurück. Relativiert wurden die Äußerungen durch Conchita durch die simple Kernaussage: "Wenn ich mich dazu entschließe, eine Frau mit Bart zu sein, dann tue ich damit niemandem weh."

Zustimmung erhält sie dabei von Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer. Diese erklärte: "Vor 20 Jahren hätten Sie diesen Wettbewerb niemals gewinnen können." und hat damit recht. Die Gesellschaft, in Deutschland wie in Europa war damals noch nicht so weit, wie im Jahr 2015. Dennoch versteht sich Conchita zwar als Botschafterin ihres Lebensstils, möchte aber nicht nur als Symbolfigur sondern auch als Künstlerin wahrgenommen werden.

Die gestrige Sendung von "Menschen bei Maischberger" kann hier in der ARD-Mediathek on demand noch einmal angesehen werden.

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