Montag, 2. März 2015

Moldawien: Empörung im Greenroom


Moldawien - Osteuropäische Vorentscheide enden gerne einmal im völligen Chaos, besonderes Beispiel ist die Ukraine, in der regelmäßig nachträglich alles disqualifiziert wird, was Beine hat. Dieses Jahr hat sich der Pöbel gegen den Sieger des moldawischen Vorentscheids, den Ukrainer Eduard Romanyuta, gerichtet, vielleicht nicht ganz zu Unrecht.
 
Ich muss zu seiner Ehrenrettung im Vorfeld sagen: er hat den einzigen Uptempo-Song in diesem Jahr bisher, der die Bezeichnung auch verdient. Dennoch scheint bei "O Melodie Pentru Europa" einiges nicht ganz koscher gewesen zu sein. Es gehört schon einiges dazu, dass nach der Bekanntgabe des Siegers in Chisinau die gesammelte Line Up des Vorentscheids anfängt den Sänger auszubuhen und geschlossen den Saal verlässt und die Aftershow-Party boykottiert.
 
Unmittelbar nach der Show postete Pasha Parfeny: "RIP Eurovision Moldawien, es ist egal, dass der Ukrainer ist. Was nicht egal ist, ist, dass er korrupt ist." Es ist schon beachtlich, dass er über 13.500 Stimmen in einem vergleichsweise armen und kleinen Land wie Moldawien auf sich vereinen konnte und die Juroren ebenfalls derart positiv für Eduard stimmten. Ihm wird vorgeworfen, rund 200 SIM Cards verteilt zu haben, mit der Intention, mehr Stimmen zu erhalten. Ein Prozedere, das man sonst nur aus Aserbaidschan kennt.
 
Das der Song auch noch ein Plagiat von Mariah Carey "It's like that" sein soll, ist dabei fast nebensächlich. Erboste Reaktionen gab es im Anschluss u.a. auch von Doinita Gherman, Serj Kuzenkoff und Dana Markitan, man schaue sich dieses Video an, Dana läuft zur Höchstform auf. Auch die moldawischen Fans fanden die Entscheidung fragwürdig und protestierten. Ob TRM in dieser Sache tätig wird und zumindest eine Klärung anberaumt, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

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