Samstag, 13. Juni 2015

Pink Cocktail: 80's coming back


Europa - Bevor das Sommerloch uns ganz auffrisst starten wir zur Überbrückung bis zum 1. September die neue Kategorie "Eurovision Cocktail", wir knöpfen uns in vorläufig zwölf Folgen einen Beitrag des Eurovision Song Contests vor und verpacken das Ganze in nette Themenabende wie im heutigen Fall die Kategorie "80's coming back" und kümmern uns im gleichen Zuge um Statistiken, Überlieferungen aus damaligen Zeiten und gehen der Frage nach, was man damals hätte besser machen können, Diskussionen sind herzlich willkommen und am Ende des Postings kann man sogar noch basisdemokratisch darüber abstimmen, welcher Cocktail als Nächstes serviert werden soll.

Den Anfang machen wir heute Abend mit Bucks Fizz, einem der flotteren Siegertitel der 80er Jahre. Um Haaresbreite verpasste Lena Valaitis damals für die Bundesrepublik den Sieg beim Wettbewerb in Dublin, sie erhielt 132 Punkte, Bucks Fizz für Großbritannien 136 Punkte. Als eine der ersten Acts beim Song Contest griff man in die Trickkiste und zog überschüssige Klamotten aus, soweit bekannt war Ireen Sheer die erste, die sich ein Cape abwarf und sich dafür selbst als Vorreiterin bezeichnete.

Ergebnis des Eurovision Song Contests 1981:
01. - 136 - Großbritannien Großbritannien - Bucks Fizz - Making your mind up
02. - 132 - Deutschland BR Deutschland - Lena Valaitis - Johnny Blue
03. - 125 - Frankreich Frankreich - Jean Gabilou - Humanahum
04. - 121 - Schweiz Schweiz - Peter, Sue & Marc - Io senza te
05. - 105 - Irland Irland - Sheeba - Horoscopes



1981 läutete musikalisch eine neue Musik-Ära ein, MTV gibt erstmals auf Sendung, während ABBA ihre letzten Erfolge feierten, "Super Trouper" kletterte für zehn Wochen in Deutschland auf die #1 der Charts, unterbrochen wurde der Triumph nur durch Barbra Streisand, die sich mit "Woman in love" für eine Woche davorschob. Im gleichen Jahr schafften es die Schlümpfe zweimal in die Albumcharts und am Ende des Jahres stand Gottlieb Wendehals mit seiner Polonäse in den Charts ganz oben.


Bucks Fizz hingegen wurden speziell für den Eurovision Song Contest von der BBC zusammengetragen. Mit dazu gehörten Jay Aston,Mike NolanBobby G. und Cheryl Baker. Noch heute hat die Gruppe Bestand, das einzig ursprüngliche Mitglied ist jedoch Bobby G., der Rest musste einer Verjüngungskur des Projektes weichen. Nach ihrem Sieg in Dublin traten sie im UK eine Karriere los, zwei weitere Nummer-Eins-Hits in Großbritannien folgten, nach 1988 geriet die Band jedoch etwas in Vergessenheit. 

Chartsplatzierungen von "Making your mind up" 1981:
Deutschland #05 in Deutschland
Österreich #01 in Österreich
Schweiz #03 in der Schweiz
Großbritannien #01 in Großbritannien mit "Silber" ausgezeichnet

Benannt ist die Gruppe nach dem, für diese Kategorie ausschlaggebendem, Cocktail. Dieser wurde 1921 erstmals von einem Barkeeper im Londoner Buck's Club ausgeschenkt und besteht aus 10cl Orangensaft und 5cl Champagner. In Großbritannien wird dieser heute gern zum Frühstück am ersten Weihnachtsfeiertag ausgeschenkt. Weshalb die Song Contest-Truppe sich diesen Namen jedoch aussuchte, ist nicht bekannt. 

Die Choreographin des Beitrags, Chrissy Wickham aus Dorset, war für den Kleidertrick während der Textzeile "If you wanna see some more..." verantwortlich und war auch später für die Showeinlagen der britischen Beiträge zuständig. Insgesamt zehn Mal arbeitete sie mit den britischen Künstlern, zuletzt 1991 mit Samantha Janus in Rom. Heute gehen die Mitglieder von Bucks Fizz getrennte Wege, ein Comeback mit jüngeren Sängern schlug fehl, 2007 trat die neue Formation beim deutschen Vorentscheid auf. 

Höchstwertungen für Bucks Fizz beim Eurovision Song Contest:
Israel 12 Punkte aus Israel
Niederlande 12 Punkte aus den Niederlanden
Dänemark 10 Punkte aus Dänemark
Jugoslawien 10 Punkte aus Jugoslawien
Irland 10 Punkte aus Irland

Deutschland vergab lediglich vier Punkte und zog den Beitrag aus Frankreich vor, der zwölf Punkte erhielt. Bis zur vorletzten Wertung von der Schweizer Jury stand das Ergebnis noch nicht fest. Lena Valaitis erhielt aus der Eidgenossenschaft keine Punkte, Großbritannien acht. Mit der letzten Wertung zog Großbritannien dann vorbei, auch wenn es noch einmal die 12 aus Schweden für Deutschland gab. 

Gelegentlich sieht man die Mitglieder noch bei TV-Auftritten, primär in der Eurovisionssparte, zu Jubiläumsanlässen oder im ZDF-Fernsehgarten. "Making your mind up" bleibt dennoch ihr größter Erfolg, später wurde sogar die britische Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest danach benannt. Der Titel ist zu einem Evergreen geworden und erinnert heute an vergangene Glanzzeiten der BBC beim Eurovision Song Contest.


Poll: Und wie bereits angekündigt, kann ab sofort für den nächsten Blogeintrag abgestimmt werden. Zur Auswahl stehen in dieser Woche die Mottos Lambada Night, Sweeeden!Green Event und Alcohol is free. Was genau sich dahinter verbirgt bleibt vorerst eine Überraschung.

Welcher Cocktail darf's als Nächstes sein?

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