Sonntag, 15. Juni 2014

Österreich: Bewerber für den Eurovision Song Contest


Österreich - Nach Ablauf der Bewerbungsfrist für die Ausrichtung des 60. Eurovision Song Contests haben sich nun sieben Orte angemeldet, die weiterhin im Rennen sind. Dazu gehören neben der Hauptstadt Wien außerdem Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Oberwart und Wels sowie der Flughafen der Stadt Schwechat, allgemein als Vienna International Airport bekannt.
 
Favorit unter allen Bewerbern, aufgrund der hervorragenden Infrastruktur mit ausgeprägtem U- und S-Bahn-Netz dürfte natürlich Wien sein. Dort hat sich die Stadthalle mit gut 16.000 Plätzen beworben. Alternativ stehen der Stadt Wien zudem das Schloss Schönbrunn, der Heldenplatz vor der Wiener Hofburg die Trabrennbahn Krieau und eine Freifläche des Friedhofes St. Marx zur Verfügung. Aufgrund der speziellen Anforderungen dürfte in Wien aber tatsächlich nur die Stadthalle eine realistische Chance haben.
 
Des weiteren hat sich die Messestadt Wels mit der entsprechenden Messehalle beworben. Wels ist nach Linz die zweitgrößte Stadt Oberösterreichs mit rund 60.000 Einwohnern. Sie ist nach dem Rückzug der Landeshauptstadt Linz die einzige Stadt mit vollständigen Bewerbungsunterlagen für den Eurovision Song Contest in Oberösterreich. In Linz hatte man bis zuletzt noch an einem geeigneten Konzept gearbeitet, jedoch keine entsprechende Lokalität gefunden, die für den Wettbewerb zur Verfügung stünde. 
 
Graz stellt zwei mögliche Alternativen zur Verfügung. Zum einen die Stadthalle, die im Jahr 2002 eröffnet wurde und in der bereits Shows wie "Wetten dass..?" und das Musikantenstadl ausgerichtet wurden. Die Mehrzweckhalle war ebenfalls schon Austragungsort von Spielen der Handball-EM 2010 und mehrerer Konzerte. Die Grazer Innenstadt dürfte auch bessere Chancen haben, als das Veranstaltungszentrum Unterpremstätten südlich des Stadtzentrums. Die Vergabe hierher wäre eine Überraschung, der Ort selbst mit knapp 4.000 Einwohnern nach Millstreet der kleinste Austragungsort überhaupt.
 
Zu den weiteren Bewerbern zählt außerdem die Stadt Oberwart im Burgenland, die sich auf ungarisch Felsőőr und auf kroatisch Borta nennt. Auch hier leben gerade einmal 7.200 Menschen, allerdings ist man internationaler und veranstaltet jährlich ein Event namens Eurowart, bei dem sich jeweils ein anderes europäisches Land kulturell und gastronomisch präsentiert. Die Stadt im Burgenland dürfte also auch weitestgehend aus dem Rennen sein.

Ähnlich wie das Wörthersee-Stadion in Klagenfurt, dem ein Dach fehlt. Open-Air liegt nicht im Interesse der Veranstalter der Europäischen Rundfunkunion. Man möchte jedem Kandidaten die gleichen optischen Darbietungsmöglichkeiten geben und das ist im Mai angesichts der Dämmerung nicht möglich, während die ersten Intepreten noch im Hellen singen dürften, wären die Kandidaten mit späterer Startnummer je nachdem im Vor- oder Nachteil. Dies räumt übrigens auch mit den Spekulationen um die Ausrichtung in Malta auf, deren Organisatoren seit 1993 darauf beharren ein Open-Air-Festival auszutragen, was sich nach aktuellem EBU-Reglement aber mit den Vorgaben beißt. 
 
Vom eigenen Ehrgeiz gepackt reichte aber auch Innsbruck, die Landeshauptstadt Tirols, ihre Bewerbung beim ORF ein. Die Olympia-World ist für Großveranstaltungen im Sportbereich ausgelegt, die Olympiahalle verfügt über 10.000 Plätze und war Austragungsort mehrerer Entscheidungen bei Olympischen Spielen. Zwischen 2000 und 2004 wurde die Halle renoviert, seit jeher fanden hier auch bedeutende Konzerte statt, u.a. von Bob Dylan, Kim Wilde, Simply Red, Toto oder Cher. Zudem verfügt Innsbruck über gute Verkehrsanbindungen, jedoch über ein etwas reduziertes Aufgebot an Hotelbetten.
 
Die letzte Bewerbung geht von der niederösterreichischen Gemeinde Schwechat aus, die neben der größten Ölraffinerie Österreichs auch den internationalen Flughafen von Wien verfügt. Auf dem Areal des Flughafens, der jährlich rund 22 Millionen Passagiere abfertigt und per S-Bahn, Bus und dem Expresszug CAT mit der Hauptstadt verbunden ist, soll der Eurovision Song Contest nach Stadtangaben stattfinden können. 
 
Die EBU und der ORF werden nun alle Bewerbungen eingehend auf ihre Umsetzbarkeit prüfen und innerhalb der nächsten 1,5 Monate eine Entscheidung fällen. Die ausgewählte Halle muss bereits sechs Wochen vor Ausstrahlung der Liveshows für Aufbauten und Proben zur Verfügung stehen. Zudem dürfen keine Sponsoren von außerhalb, also von der EBU legitimierten Sponsoren, sichtbar in Zusammenhang mit der Halle stehen. Aus diesem Grund wurde 2010 die Esprit Halle in Düsseldorf zu einer No-Name-Arena.

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