Samstag, 23. April 2016

Rumänien: Treffen im Finanzministerium ohne Ergebnis



Rumänien - Im rumänischen Finanzministerium trafen sich heute Mitglieder des Senders TVR und politische Vertreter, um über den Ausschluss der Rundfunkanstalt aus der EBU zu sprechen. Ergebnisse hat die Sitzung nicht ergeben, das Finanzministerium erklärte, dass man im politischen Rahmen momentan nicht in der Lage sei, dem Sender finanziell zu helfen.

Bereits im Jahr 2010 machte TVR auf die finanzielle Unterversorgung von staatlicher Seite her aufmerksam. Die jährlichen Rundfunkgebühren in Rumänien liegen mit derzeit knapp 15 Euro bei weitem unter dem Idealwert, damit der Sender ein Vollprogramm auf die Beine stellen kann. Sämtliche Sparmaßnahmen des Senders sowie eine Zahlung von 12,4 Millionen Euro an die EBU im Zeitraum von 2011 bis 2016 konnten den Ausschluss aus der Union nicht verhindern.

TVR erklärte auf seiner Eurovisionsseite, dass in den vergangenen elf Jahren 32,8 Millionen Euro an die EBU nach Genf geflossen sein, jedoch Leistungen von rund 50 Millionen Euro in Anspruch genommen wurden. Der Sender erklärte darüber hinaus, dass es unter diesen Voraussetzungen, die vor allem die rumänische Regierung zu verschulden hat, der Sender nicht in der Lage ist, seinem Versorgungsauftrag nachzukommen. 

Am morgigen Sonntag wird ab 20 Uhr im Hauptprogramm TVR1 eine Sondersendung namens "Drumul spre Stockholm" ("Straße nach Stockholm") mit Moderatorin Iuliana Marciuc gezeigt, in der u.a. mit dem eigentlichen Vertreter Rumäniens beim Eurovision Song Contest, Ovidiu Anton, über den Ausschluss vom Wettbewerb diskutiert werden soll. Die Akte Rumänien wird uns vermutlich auch noch längere Zeit über den Song Contest in Stockholm begleiten, lösungsorientiert sind alle Gespräche in Bukarest momentan jedoch nicht.

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