Montag, 24. April 2017

Previews: Road to Kyiv (38/43) - Aserbaidschan


Aserbaidschan - Azerbaijan - l’Azerbaïdjan - Azərbaycan

Hauptstadt: Baku

Bisherige ESC-Austragungsorte: Baku
Einwohner: 9,6 Millionen
Fläche: 86.600km²

Unnützer Fakt: Die Reederei Caspian Sea Ferry bietet Fährverbindungen von der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku ins gegenüberliegende turkmenische Türkmenbashi an. Der relativ schmucklose Seelenverkäufer verkehrt regelmäßig, es wird allerdings vor Buchung gewarnt, dass der Hafen von Türkmenbashi dem hohen Verkehrsaufkommen nicht gerecht wird und die Fähre im Schnitt ein- bis zwei Tage vor der Küste Turkmenistans auf Reede liegt. Es gibt sogar Berichte, dass das Schiff bis zu sechs Tage auf die Genehmigung zum Anlegen erhält.

Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 2008
Siege: 2011
Letzte Plätze (Finale): keine
Letze Plätze (Semifinale): keine
Sonstiges: Bis heute gibt es Gerüchte, die aserbaidschanische Delegation um Farid Mammadov habe 2013 Stimmen für den Eurovision Song Contest gekauft. Ein aus Litauen veröffentlichtes Video belegt angeblich den Stimmenkauf mittels Prepaid-Karten. Bewiesen ist bis heute nichts, Aserbaidschan stand allerdings seither unter besonderer Beobachtung durch die EBU.

Vorjahresbeitrag: Səmra Rahimli mit "Miracle"
Ergebnis: Platz 17 von 26 im Finale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Dihaj
Songtitel: Skeletons
Sprache: Englisch
Text & Musik: Isa Melikov, Sandra Bjurman
Auswahlmodus: Interne Auswahl von Dihaj durch das aserbaidschanische Fernsehen iTV Anfang Dezember 2016. Danach erfolgte eine lange Vorbereitungszeit, am 11. März stellte der Sender "Skeletons" vor.

Vita des Interpreten: Diana Hacıyeva wurde am 13. Juni 1989 geboren und tritt unter ihrem Künstlernamen Dihaj auf. Sie machte ihren Abschluss als Chordirigentin an der Musikakademie von Baku und gründete später die Band Dihaj. 2011 nahm sie erstmals an den wochenlangen Vorentscheidungen von "Milli Seçim Turu" für den Eurovision Song Contest in Düsseldorf teil, schied in ihrer Vorrunde jedoch als Vierte aus. 2016 war sie Backingsängerin von Səmra Rahimli in Stockholm.

Eurofire's Meinung: Einen wirklich tollen Song haben auch die Aseris in diesem Jahr wieder ausgewählt. Ich unterstelle iTV immer noch Taktik, dass sie erst abgewartet haben, bis mehr als 30 Beiträge feststanden um das gängigste Genre aus der Titelwahl auszusieben. Somit tritt Dihaj mit einem starken, schwedisch angehauchten, Song an, der sich mit größter Wahrscheinlichkeit im oberen Drittel des finalen Scoreboards wiederfinden wird. Sollte Aserbaidschan gewinnen, hätte ich dagegen auch nichts einzuwenden, Qualität und Rhythmus müssen belohnt werden.

Sonntag, 23. April 2017

Eurovision am Sonntag (54)



Europa - Der Eurovision Song Contest klopft an. Am kommenden Sonntag finden in Kiew die ersten Proben für die drei großen Shows statt. Fans rund um den Globus packen allmählich ihre Sachen für ihre Reise in die Ukraine und auch wir sind inzwischen sehr gespannt auf die schönste Zeit des Jahres, auch wenn sich das Wetter in Hamburg mit der Euphorie momentan noch ein bisschen zurückhält.

Bald stehen sie alle wieder
auf der Bühne und proben...
Worauf genau freuen wir uns eigentlich? Es sind ja zunächst einmal "nur" Proben, trotzdem ist dieses ganze Spektakel seit Jahren ein fester Programmpunkt, der bei mir schon Wochen vor dem eigentlichen Start für einen Anflug von Freude sorgt. Man sieht zum ersten Mal, wie genau die Bühne inklusive Beleuchtung, Animationen und die Atmosphäre in der Halle wirkt und welche Nationen welche Gimmicks und welche Überraschungseffekte bereithalten.

42 Nationen sind in diesem Jahr dabei, Russland kann bzw. möchte nicht teilnehmen, einige andere Nationen werden wir in Kiew ebenfalls vermissen, die einen schmerzlicher als andere. So geht es mir mit der Slowakei. Es ist schade, dass RTVS offenbar keinen großen Nutzen in der Show sieht und andere Projekte wichtiger sind. Man kann es den kleinen Rundfunkanstalten Europas allerdings auch nicht verübeln, wenn sie pausieren, schließlich ist der Wettbewerb ein kostspieliges Vergnügen.

Das bislang letzte "Bratislava
calling
" gab es 2012
Zuletzt hieß es 2012 in Baku aus Bratislava "Here are the Slovak votes", ähnlich lange müssen wir auch auf eine Schaltung nach Ankara warten. Die Gründe für einen Rückzug der Türkei beim Eurovision Song Contest sind allerdings völlig andere, als bei der Slowakei. Während in Bratislava schlicht und ergreifend die Rechnung des Preis-/Leistungsverhältnisses nicht aufgeht, hat der Verzicht von TRT politische Motive. Als Vorwand galt Conchita Wursts "abnormaler Auftritt" in Kopenhagen oder die Big Five-Regel, die die EBU zur eigenen Sicherung bestimmt nicht kippen wird.

Dass sich die Türkei im Umbruch befindet hören wir jeden Tag in den Medien. Man darf in Zeiten von Fake-News nicht alles glauben, erkennt aber durchaus Tendenzen, die nicht mit dem Eurovision Song Contest in Einklang stehen und somit sehe ich es nicht weiter tragisch, dass TRT dem Event fernbleibt. Andere Nationen, wie etwa der Bruder aus Aserbaidschan hat hingegen erkannt, dass die Präsentation beim Song Contest Ländern mit angekratztem Image durchaus Positives geben kann. Der Selbtvermarktungswert ist bei der Eurovision gegeben, wie bestimmt einige Performances in Kiew wieder zeigen dürften.

2012, 2013, 2014 und 2017
Valentina ist wieder dabei
Genauso wenig gibt San Marino auf, als letztes verbleibendes Mini-Land ist die kleine Republik dabei. Wieder einmal setzen die Verantwortlichen im nationalen Rundfunk dabei auf Valentina Monetta, mangels Alternativen und wohl auch, weil sie in Fankreisen einen großen Sympathiewert hat. San Marino nutzt die Veranstaltung um sich zu präsentieren. Das gleiche hat auch Andorra getan, zu Zeiten, als man sich die Teilnahme noch leisten konnte. Das ist nun aber auch schon einige Jahre her, 2009 erklang die vorerst letzte Schlussnote eines andorranischen Beitrags. Und über Monaco wollen wir am besten gar nicht erst reden.

42 Länder sind aber bei der Eurovision dabei, dem Wettbewerb der sich auf die Fahne geschrieben hat, Völker über Landes- und inzwischen auch Kontinentalgrenzen hinweg zu verbinden. Sie alle eint neben dem werbewirksamen Auftritt auch die Bereitschaft, ihre Kultur, ihre Musik und ihre Leidenschaft zu teilen. Das klingt zwar wie der Auftritt einer PR-Agentur, im Grunde ist die Eurovision aber tatsächlich eine Veranstaltung, in der man seine Nachbarn in Europa kennenlernen kann. Musikalisch ist der Wettbewerb vielleicht den Charts hinterher, trotzdem wird er von knapp mehreren hundert Millionen Menschen gesehen.

Ein bisschen Glitzer vor dem
ESC: Let's dance, Staffel 10
Die Beweggründe, warum wir den Eurovision Song Contest schauen, sind unterschiedlich, die einen finden nichts besseres in der Fernsehzeitung, andere wollen sich über die skurrilen Auftritte echauffieren und amüsieren, für andere ist es gut gemachte Unterhaltung und für Leser wie uns ist es ein Highlight, wenn wir einen Interpreten mit zwei Meter langem Zopf aus Montenegro bestaunen können oder wenn sich eine Sängerin versucht mit schrillen Tönen in den Stimmolymp zu singen. Gepaart mit ausgefeilten Choreographien, Glitzer, Wind, Nebel, Feuerwerk und dem abschließenden Voting, kommt dabei eine explosive Rezeptur heraus, die man sonst weder bei "Let's dance" noch bei Sportveranstaltungen erlebt.

Und so wird es auch in diesem Jahr sein. Wenn Robin Bengtsson am Sonntagmorgen seine Laufbänder aufbauen lässt und "I can't go on" probt, ist die schönste Zeit im Jahr wieder da. Dann saugen wir wieder die noch so kleinen Probenvideos auf, hören uns abgesprochene Phrasen und Unplugged-Versionen der Wettbewerbslieder bei Pressekonferenzen an und wirbeln unsere mühselig aufgestellten Rankings wieder durcheinander. Spätestens wenn am Dienstag, den 9. Mai die Eurovisionshymne auf dem Digitalsender ONE erklingt, beginnt wieder unsere Semana Santa. Und vielleicht spielt bis dahin auch das Wetter mit...

Previews: Road to Kyiv (37/43) - Malta


Malta - Malta - Malte - Malta

Hauptstadt: Valletta

Bisherige ESC-Austragungsorte: Malta hat bisher nicht gewonnen
Einwohner: 433.000
Fläche: 316km²

Unnützer Fakt: Das Azure Window war ein Felsentor an der schroffen Küste der Insel Gozo und rund 100m lang und 20m hoch. Zeitweise war es sogar begehbar und einer der großen Tourismusmagnete der Nachbarinsel Maltas. Das Felsentor war sehr starken Umwelteinflüssen wie Wind und heftigen Wellen ausgesetzt, am 8. März einstürzte. Premierminister Joseph Muscat nannte den Einsturz dieser Attraktion "herzzerreißend", auf Malta existieren jedoch noch andere, wenngleich kleinere Felsentore.

Malta beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1971
Siege: keine
Letzte Plätze (Finale): 1971 mit Joe Grech, 1972 mit Helen & Joseph und 2006 mit Fabrizio Faniello
Letze Plätze (Semifinale): keine
Sonstiges: Es gibt einige Interpreten, die neigen auf Malta unter Wiederholungszwang, konnten jedoch alle nicht an ihre Erfolge anknüpfen. Fabrizio Faniello nahm zweimal am Song Contest teil, bei seiner zweiten Teilnahme wurde er Letzter. Ira Losco wurde 2002 Zweite, im letzten Jahr fiel sie im Televoting durch und auch Chiara konnte sich bei ihrer letzten Teilnahme in Moskau nur noch verschlechtern.

Vorjahresbeitrag: Ira Losco mit "Walk on water"

Ergebnis: Platz 12 von 26 im Finale

Diesjähriger Beitrag:

Interpret: Claudia Faniello
Songtitel: Breathlessly
Sprache: Englisch
Text & Musik: Philip Vella, Sean Vella, Gerard James Borg
Auswahlmodus: Malta Song For Europe, nationaler Vorentscheid mit 16 Beiträgen im Malta Fair & Convention Centre in Ta'qali. Das komplette Ergebnis wurde ausschließlich durch Televoting ermittelt.


Vita des Interpreten: Claudia Faniello wurde 1988 in Qawra geboren und ist die Schwester von Fabrizio Faniello. Sie nahm an diversen Festivals teil und nahm 2006 erstmals am maltesischen Vorentscheid teil. Mit`"High alert" wurde sie Zwölfte, ihr Bruder gewann im gleichen Jahr den Vorentscheid. Es folgten weitere Teilnahme in den Jahren 2007 bis 2012, teilweise sogar auf Maltesisch. Es folgte eine mehrjährige Auszeit, bis sie sich in diesem Jahr erfolgreich für die Eurovision bewarb.

Eurofire's Meinung: Ich freue mich riesig für Claudia Faniello, die es über all die Jahre nie geschafft hat und nun endlich den Eurovision Song Contest erleben darf, nicht nur zur Unterstützung ihres Bruders. Das Lied hat mich bereits beim nationalen Vorentscheid gepackt. Für mich ist es die beste Ballade im diesjährigen Teilnehmerfeld, traditionell und ergreifend. Wenn sie es jetzt noch schafft, wie Elina Born eine Träne zu verdrücken, dann dürfte sie das Finalticket lösen. Malta liegt seit Jahren mal wieder vorne in meinem Ranking.


Samstag, 22. April 2017

Previews: Road to Kyiv (36/43) - San Marino


San Marino - San Marino - Saint-Marin - San Marino

Hauptstadt: San Marino

Bisherige ESC-Austragungsorte: San Marinohat bisher nicht gewonnen
Einwohner: 32.800
Fläche: 61km²

Unnützer Fakt: In nahezu allen europäischen Ländern sind öffentliche Briefkästen entweder gelb oder rot. Es gibt einige wenige Ausnahmen, wie etwas Irland mit grünen Kästen oder blaue Briefkästen in Russland. Ganz speziell und nirgendwo sonst auf der Welt außer in San Marino gibt es jedoch weiße Briefkästen. Für deren Leerung ist seit 2012 die Poste San Marino zuständig, der erste Postverkehr wurde bereits 1607 eingerichtet und vor allem vom italienischen Rimini aus gesteuert.

San Marino beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 2008
Siege: keine
Letzte Plätze (Finale): keine
Letze Plätze (Semifinale): 2008 mit Miodio
Sonstiges: 62,5% der sanmarinesischen Beiträge kommen aus der Feder von Ralph Siegel. Seitdem er in Deutschland nicht mehr wirklich gefragt war, probierte er sich auf Malta, in Montenegro und fand sein Domizil schließlich in San Marino. Dort steuerte er bisher alle Titel für Valentina Monetta als auch das Duo Michele Perniola & Anita Simoncini bei.

Vorjahresbeitrag: Serhat mit "I didn't know"
Ergebnis: Platz 12 von 18 im Semifinale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Valentina Monetta & Jimmie Wilson
Songtitel: Spirit of the night
Sprache: Englisch
Text & Musik: Ralph Siegel, Steven Barnacle, Jutta Staudenmayer
Auswahlmodus: Interne Auswahl der Interpreten und des Songs und Vorstellung des Beitrags am 12. März durch den Sender SMRTV.


Vita des Interpreten: Valentina Monetta wurde 1975 in San Marino geboren und scheiterte 2008 erstmals bei der internen Auswahl des Sender SMRTV für das Debüt beim Song Contest. Durch die Zusammenarbeit mit Ralph Siegel wurde sie hingegen dreimal in Folge, 2012 bis 2014, für den Song Contest nominiert. Im dritten Anlauf schaffte sie es mit "Maybe" ins Finale. Ihr Duettpartner Jimmie Wilson wurde in Detroit geboren und studierte Schauspiel in Hollywood und trat u.a. im Michael Jackson-Musical "Sisterella" auf. Er lebt mittlerweile in Deutschland.

Eurofire's Meinung: Ralph Siegel feiert hiermit seinen 25. Beitrag beim Eurovision Song Contest und holt dafür seine größte Entdeckung der letzten Jahre zurück, Valentina Monetta. Ich bin wirklich begeistert von dieser camp'schen Dancenummer, die zwar ein bisschen an Ü40-Party erinnert, dennoch irgendetwas hat, was mich als traditionellen Schlager- und Grand Prix-Fan in seinen Bann zieht. Leider halte ich das Finale für ausgeschlossen, meinen Segen hätte San Marino und vor allem Ralph Siegel, der hiermit die Fortsetzung von Montenegro 2009 schafft.


Freitag, 21. April 2017

News-Splitter (563)



Portugal - Die portugiesische Delegation wird in mehreren Wellen in Kiew anreisen. Zunächst sollen die RTP-Produzenten und Luísa Sobral, die Schwester des Interpreten Salvador Sobral in die Ukraine reisen. Später folgen die Kommentatoren des Senders, Salvador Sobral selbst soll am 4. Mai nach Kiew reisen. Aus gesundheitlichen Gründen wird der portugiesische Interpret relativ spät nachreisen und auch nicht an den Einzelproben und Pressekonferenzen teilnehmen. Vertreten wird er in dieser Zeit von seiner Schwester Luísa, die auch als Komponistin von "Amar pelos dois" auftritt.

Douwe Bob darf in diesem
Jahr die 12 Punkte vorlesen
Niederlande - Im letzten Jahr hat Douwe Bob noch selbst für die Niederlande auf der Bühne von Stockholm gestanden. In diesem Jahr wird der Elfte von Stockholm die Punkte der niederländischen Juroren überbringen. Der Sender TROS bestätigte Douwe Bob als Punktesprecher für das niederländische Fernsehen. Die Niederlande werden in diesem Jahr vom Damentrio O'G3NE mit "Lights and shadows" im zweiten Semifinale von Kiew vertreten.

Mazedonien - Das mazedonische Fernsehen möchte seine, seit 2012 anhaltende, Pechsträhne beenden und lässt dafür nichts unversucht. Wie aus Skopje durchsickerte, hat man hierfür Ambra Succi, die Choreographin von Loreens "Euphoria" angeheuert, die sich nunmehr auch für die Bühnenshow von Jana Burčeska verantwortlich zeigt. "Sie ist jung, sehr anspruchsvoll, ich möchte sie bestmöglich in Szene setzen.", erklärte Succi gegenüber der mazedonischen Presse. Insbesondere ihre langen Beine sollen zur Performance von "I dance alone" betont werden.

Gehört im MDR zum Inventar:
Kim Fisher
Deutschland - ...und während ich morgen Abend ein anderes Kulturprogramm genießen werde und mich der Langen Nacht der Museen in Hamburg widme, gibt es von mir noch einen kleinen TV-Tipp für die Daheimbleiber. Im MDR zeigt Kim Fisher die "Kulthits - Die Show mit 100% Livemusik" aus Leipzig. Als Gäste sind u.a. Wincent Weiss, Ten Sharp und die ehemaligen Song Contest-Teilnehmer Bonnie Tyler, die Großbritannien 2013 in Malmö vertreten hat und Nino de Angelo ("Flieger", Deutschland 1989) dabei und dürften sowohl Coversongs als auch ihr eigenes Liedgut zum Besten geben.

Programmtipp:
Sa., 22. April 2017 - 20:15 Uhr
Kulthits - Die Show mit 100% Livemusik
Moderation: Kim Fisher
Gäste: u.a. Bonnie Tyler, Nino de Angelo

Previews: Road to Kyiv (35/43) - Ungarn


Ungarn - Hungary - l'Hongrie - Magyarország

Hauptstadt: Budapest

Bisherige ESC-Austragungsorte: Ungarn hat bisher nicht gewonnen
Einwohner: 9,8 Millionen
Fläche: 93.036km²

Unnützer Fakt: Rund 206.000 Roma bilden die größte ethnische Minderheit in Ungarn. Hierzulande werden die Roma häufig als Zigeuner oder fahrendes Volk bezeichnet und stammen ursprünglich aus Indien, siedelten sich später in Südosteuropa an. Die Situation der "Zigeuner" hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht verbessert, sie werden diskriminiert und ausgegrenzt, als Diebe bezeichnet oder in ihren Rechten eingeschränkt. Dabei ist relativ wenig überliefert, viele Zigeuner pflegen ihre Bräuche mündlich weiterzugeben und nicht schriftlich festzuhalten, so existiert ein reichhaltiges Sagen- und Liedgut sowie alte Traditionen wie die Kesselflickerei.

Ungarn beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1994
Siege: keine
Letzte Plätze (Finale): keine
Letze Plätze (Semifinale): 2008 mit Csézy
Sonstiges: Ungarn schaffte bei seinem Debüt 1994 in Dublin einen Rekord. Bis dato gab es die Situation noch nicht, dass ein Land bei den ersten drei abstimmenden Jurys die volle Punktezahl abstaubte. Frederika Bayer, die damals für Ungarn antrat, landete am Ende des Abends auf Rang vier. Dieses Ergebnis erreichte Ungarn bis heute nicht mehr, wenngleich Andras Kállay-Saunders 2014 zumindest den fünften Rang erreichte.

Vorjahresbeitrag: Freddie mit "Pioneer"

Ergebnis: Platz 19 von 26 im Finale

Diesjähriger Beitrag:

Interpret: Joci Pápai
Songtitel: Origo
Sprache: Ungarisch, Romani
Text & Musik: József Pápai
Auswahlmodus: A Dal, mehrwöchiger nationaler Vorentscheid mit drei Vorrunden, zwei Halbfinals und einer Finalshow am 18. Februar in Budapest mit acht Interpreten. Entschieden wurde in Runde eins durch eine Expertenjury, im Superfinale entschieden die Zuschauer.

Vita des Interpreten: József "Joci" Pápai wurde 1981 in Tata im Komitat Komárom-Esztergom nordwestlich von Budapest geboren und entstammt einer Romafamilie. Schon mit vier Jahren begann er Gitarre zu spielen und nahm mit sieben Jahren an seinem ersten Musikwettbewerb teil. 2001 nahm er am Talentwettbewerb "Üstökös" teil, 2005 an der Castingshow "Megasztár". Im Anschluss daran erhielt er seinen ersten Plattenvertrag. In diesem Jahr nahm er erstmals am Vorentscheid "A Dal" teil und steigerte sich von Platz zwei in der Vorrunde und dem Sieg in seinem Halbfinale und konnte im Finale die meisten SMS auf sich vereinen.

Eurofire's Meinung: Auch wenn ich den ungarischen Song in diesem Jahr irgendwie befremdlich finde, habe ich ihn seit seinem Sieg beim Vorentscheid im Ohr, was ja schon für das Lied spricht. Dieses zigane Kunstwerk fällt irgendwie positiv aus dem Rahmen und es erinnert mich zudem noch an den Song "Ha te tudnád" von Balkan Fanatik. Insofern kann man hier behaupten, dass das Schönhören in der Causa Ungarn definitiv funktioniert hat. Ich sehe Joci auch durchaus im Finale, dass er dort allerdings einen großen Wurf landet, halte ich für ausgeschlossen.

Donnerstag, 20. April 2017

News-Splitter (562)



Rumänien - Gegenüber der Nachrichtenseite news.ro erklärte die rumänische Delegationsleiterin Iuliana Marciuc, dass Rumänien in diesem Jahr von der Zahlung der Teilnahmegebühr für den Song Contest ausgenommen wurde und keine weiteren Auslagen zahlen muss. Die Teilnahme in diesem Jahr wurde mit der Vorauszahlung aus dem Vorjahr verrechnet, als der Sender TVR kurzfristig ausgeschlossen wurde. Damals lag der Sender bei der Zahlung von EBU-Gebühren im Rückstand, nachdem diese durch parlamentarischen Beschluss beglichen wurden, erhielt Rumänien für 2017 wieder die Zulassung für die Eurovision und darf auch am Nachrichtenaustausch der Union teilnehmen.

Wird in Kiew omnipräsent
sein: Jamala
Ukraine - Jamala wird nicht nur ihren Siegertitel "1944" bei der Eurovision in Kiew noch einmal singen dürfen, sondern die Show auch dazu nutzen, um ihre neue Single "I believe in u" im Finale vorzustellen. Einen weiteren Einsatz erhält sie im ersten Semifinale, wo sie ihren Song "Lured" vorstellen wird. Dies bestätigte der nationale Rundfunk UA:PBC, den ich fälschlicherweise bisher als NTU betitelte. Seit der Umstrukturierung Mitte Januar heißt dieser aber offiziell UA:PBC. Zuvor erklärte der Sender, dass die Musikformation Onuka im Finale auftreten wird. Womit die Ukrainer im zweiten Semifinale aufschlagen, ist derzeit noch nicht bekannt.

Deutschland - Bei allen Auftritten, insbesondere in Osteuropa kommt auch die Nachbarschaftspflege nicht zu Kurz. Levina ist derzeit in Österreich zu Gast, um dort die Werbetrommel zu rühren. Gemeinsam mit ihrem österreichischen Kollegen Nathan Trent trat sie im ORF auf. Beide absolvierten u.a. schon einen Auftritt in Flori Silbereisens "Schlager-Countdown", das Playback-Duell konnte damals Levina entscheiden. In den Wettquoten liegt Levina weiter im Mittelfeld, auf Position 17, in den deutschen Top 100 ist sie derzeit leider nicht vertreten.

Exklusiv: Claudia Faniello im Interview!



Malta - Die nächste Kandidatin, die sich unserem Fragebogen für Kiew angenommen hat kommt aus Malta und ist in Eurovisionskreisen wahrhaftig keine Unbekannte. Unzählige Male hat sie sich beim nationalen Vorentscheid in Malta beworben, mal gewann ihr Bruder, diverse Male gewannen andere Künstler. 2017 ist es nun endlich an der Zeit, dass sie selbst zum Eurovision Song Contest fährt und mich persönlich berührt ihr Lied, mehr als den Großteil der Leser und Fans, was sich leider auch in den Wettquoten wiederspiegelt. Heute im Programm: Claudia Faniello.

Magst du dich kurz vorstellen?
Hi, ich bin Claudia Faniello aus Malta. Ich bin eine Künstlerin, Träumerin und Reisende.

Wie fühlt es sich an, endlich für Malta zum Eurovision Song Contest zu fahren?
Ich bin überglücklich, dass ich von unserem Publikum ausgewählt wurde um unser Land bei diesem prestigeträchtigen Wettbewerb endlich vertreten zu dürfen.

Du hast dich oft in Malta beworben, wie blickst du auf diese Zeit zurück?
Das alles hat mir geholfen mich zu fokussieren, zu reflektieren und hat mich sowohl musikalisch als auch persönlich wirklich weitergebracht.

Was bedeutet die Eurovision für dich?
Es ist die Gelegenheit für mich, die Botschafterin meines Landes in Kiew zu sein und unsere lokalen Talente gegenüber den ausländischen Musikindustrien zu bewerben.

Was war deine größte Eurovisionserfahrung bislang?
Eindeutig vom maltesischen Publikum ausgewählt worden zu sein, um uns in Kiew zu vertreten.

Hast du dir die anderen Songs aus diesem Jahr schon angehört?
Ja, ich habe mir den größten Teil der Songs schon angehört, aber es ist für mich ziemlich schwierig, daraus Favoriten zu picken.

Worum geht es in deinem Song?
Um die täglichen Erfahrungen im Leben und dass wir ganz oft atemlos ist, durch all die Emotionen und Eindrücke, die wir um uns herum aufnehmen.

Was können wir von dir in Kiew erwarten?
Starke Gefühle, Schlichtheit und vor allem Authentizität.

Worauf freust du dich am meisten?
Auf den kurzen Moment, bevor es auf die Bühne geht und ich meinen Song performen kann.

Malta ist ziemlich eurovisionsverrückt, wie waren die Rückmeldungen auf deinen Sieg?
Ja, ich muss sagen, dass man mich wirklich total gut unterstützt hat und großartiges Feedback erhalten habe, sowohl von anderen Künstlern als auch vom gesamten Publikum. Die Leute haben mich wirklich mit positivem Feedback überschüttet.

Was würde dir durch den Kopf schießen, wenn Malta einer der Qualifikanten im Semifinale wäre?
Ich würde dem lieben Gott für so ein großes Geschenk danken.

Möchtest du zum Schluss noch etwas loswerden?
Ein Künstler ist nichts ohne großartige Musik und emotionale Texte. Aber eure Unterstützung ist die treibende Kraft hinter unserer Unverwüstlichkeit. 

Claudia Faniello - Breathlessly

Eurovision 2017: Beginn der ersten Trockenproben



Ukraine - Informationen aus Kiew zufolge ist die Bühne vollständig fertig. Damit beginnen heute Morgen im International Exhibition Centre in Kiew die ersten technischen Proben in Vorbereitung auf den 62. Eurovision Song Contest, der nicht mehr lange auf sich warten lässt. Erstmals werden heute die teilnehmenden Beiträge durch Laiendarsteller performt um eine Optimierung der Kamera- und Lichteinstellungen zu gewährleisten.

Bevor die eigentlichen Delegationen in Kiew eintreffen, arbeiten die Organisatoren bereits an der Feinmechanik und entsprechend der Vorstellungen der einzelnen Teilnehmerstaaten, um den Ablauf während der eigentlichen Proben reibungslos durchzuführen. Für das Bühnendesign ist Florian Wieder zuständig, der bereits dreimal für die Eurovision die Gestaltung der Bühnen vorgenommen hat und auch in diesem Jahr wurden wieder zahllose LED-Screens verbaut.

Zudem verfügt das Bühnenkonzept erstmals seit Malmö 2014 wieder über eine Inselbühne inmitten des Auditoriums. In den Folgejahren war diese mit einem Catwalk mit der Hauptbühne verbunden. Sobald erste Impressionen von den Sound- und Kameratests in Kiew vorliegen, werden wir natürlich darüber berichten. Die erste reguläre Einzelprobe führt Schweden am Morgen des 30. April durch. Zudem möchten wir noch darauf hinweisen, dass der NDR heute Abend um 20:15 Uhr wieder einen Soundcheck auf Eurovision.de streamt.

Previews: Road to Kyiv (34/43) - Rumänien


Rumänien - Romania - la Roumanie - România

Hauptstadt: Bukarest

Bisherige ESC-Austragungsorte: Rumänien hat bisher nicht gewonnen
Einwohner: 19,9 Millionen
Fläche: 238.391km²

Unnützer Fakt: Die rumänische Trikolore könnte man heute mit der Flagge des Tschad verwechseln, die sich allerdings leicht im Farbton unterscheidet. In ihrer heutigen Form wurde die Flagge 1989 nach dem Ende der Ceaușescu-Ära eingeführt, zuvor trug man das sozialistisch geprägte Nationalwappen in der Mitte. Um sich gegen die Staatsführung mit ihrem diktatorisch regierenden großen Führer aufzulehnen demonstrierten in der Revolution 1989 zahlreiche Rumänen mit einer Nationalflagge aus der das Wappen ausgeschnitten war. Mit Erfolg, Ceaușescu wurde gestürzt und am 25. Dezember zusammen mit seiner Frau erschossen.

Rumänien beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1994
Siege: keine
Letzte Plätze (Finale): keine
Letze Plätze (Semifinale): keine
Sonstiges: Rumänien ist neben Ungarn eines der Länder, die sowohl in der osteuropäischen Qualifikation von 1993 als auch 1996 in der Vorauswahl von Oslo scheiterten. Während Monica Anghel, die es 1996 mit "Rugă pentru pacea lumii" versuchte und Letzte wurde 2002 gemeinsam mit Marcel Pavel ihre Chance erhielt, konnte sich Dida Drăgan, die 1993 den ersten Beitrag Rumäniens singen sollte, nicht bei der Eurovision blicken lassen.

Vorjahresbeitrag: Rumänien wurde vor dem Song Contest 2017 disqualifiziert, Ovidiu Anton erhielt keine Starterlaubnis in Stockholm

Ergebnis: N/A

Diesjähriger Beitrag:

Interpret: Ilinca feat. Alex Florea
Songtitel: Yodel it!
Sprache: Englisch
Text & Musik: Mihai Alexandru, Alexandra Niculae
Auswahlmodus: Selecția Națională, nationaler Vorentscheid mit Semifinale mit 15 Kandidaten, von denen sich zehn für das Finale am 5. März in den TVR-Studios in Bukarest qualifizieren konnten. Gewählt wurde zu je 50% per Jury- und Televoting.

Vita des Interpreten: Das Duo für Kiew heißt Ilinca feat. Alex Florea. Ilinca Băcilă wurde 1998 in Târgu Mureș geboren und im Alter von 14 Jahren durch ihre Teilnahmen an "X Factor", "Românii au Talent" und "Vocea României" bekannt. Alex Florea wurde 1991 in Constanța geboren, brach ein Journalismusstudium ab und schaffte es 2015 ins Halbfinale von "Vocea României", dem rumänischen Ableger von "The Voice". Im Finale des Vorentscheids konnten beide sowohl bei den Juroren als auch bei den Zuschauern punkten und verbannten Mihai Trăistariu auf Platz zwei.

Eurofire's Meinung: Einfach nur genial! Rumänien kehrt mit einem entzückenden Sternchen am diesjährigen Eurovisionshimmel zum Wettbewerb zurück. Jodler haben es in der Musikbranche erfahrungsgemäß schwer, dieses Lied hat Ohrwurmqualität. Mich flasht Rumänien in diesem Jahr ganz besonders und vor allem begegne ich dem Land mit dem größten Respekt, dieses Lied in seinem Vorentscheid einstimmig ausgewählt zu haben. Ich drücke dem Duo beide Daumen, dass sie die 100%ige Finalquote aufrecht halten können und es möglichst weit nach oben schaffen. Und ich hoffe auch, dass die weltgrößte Gürtelschnalle in Kiew auch dabei sein wird.