Mittwoch, 30. September 2026

Tschechien: Česká televize kündigt Sparmaßnahmen an


Tschechien
- Tschechische Medien berichten heute, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk ČT vor drastischen Sparmaßnahmen steht, die zu Entlassungen und Programmkürzungen führen. Der Sender kündigte an rund 350 Millionen Kronen (umgerechnet etwa 1,45 Millionen Euro) einsparen zu müssen. Senderchef Hynek Chudárek erklärte, das Ziel der Geschäftsführung sei es, den Sender auf die Zukunft vorzubereiten.

Die Einsparungen treffen offenbar sämtliche Bereiche von ČT, darunter auch die regionalen Programme und das Kinderprogramm. Auch die Teilnahme am Eurovision Song Contest steht damit zur Diskussion. Das Nachrichtenmagazin Aktuálně hat ČT mehrfach um eine Stellungnahme gebeten, bislang jedoch keine Bestätigung erhalten. Andere Quellen erklären, dass die Entscheidung noch offen ist, da der Sparkurs noch nicht final abgesegnet wurde.

Der tschechische Sender war in der Vergangenheit häufiger von finanziellen Einschnitten getroffen, auch die Teilnahme am Eurovision Song Contest wurde nach drei Anläufen zwischen 2009 und 2015 eingestellt, zum einen aufgrund des geringen öffentlichen Interesses, zum anderen auch aufgrund von Budgetproblemen. Seit 2015 nimmt Tschechien regelmäßig am Song Contest teil, zuletzt mit Daniel Žižka, der im Finale von Wien 16. wurde.

Dienstag, 29. September 2026

Kroatien: HRT sucht Beiträge für die Dora 2027


Kroatien
- Das nächste Land, das nach Georgien und Zypern seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas fix bestätigt hat ist Kroatien. Der Sender HRT gab heute seine Pläne für das kommende Jahr bekannt und kündigt erneut einen nationalen Vorentscheid, die Dora 2027 an. Bewerbungen hierfür werden fortan bis einschließlich 29. November entgegengenommen.

Zu den bekannten Kriterien für den Vorentscheid zählt, dass die Interpreten mindestens 18 Jahre alt sein müssen und die kroatische Staatsbürgerschaft besitzen müssen. Die Beiträge dürfen nicht länger als drei Minuten sein und zuvor bereits kommerziell veröffentlicht worden sein. Zudem erklärte HRT, dass Autotune während der Live-Performance nicht gestattet ist. Nach Bewerbungsschluss durchlaufen alle Einsendungen einen Jury-Auswahlprozess.

Dort werden 24 Beiträge ermittelt, die die Startberechtigung für die Dora 2027 erhalten, die für Februar kommenden Jahres angesetzt ist. Ein fixer Termin steht bislang noch nicht fest. Neben den 24 direkt qualifizierten Beiträgen behält sich HRT vor vier Ersatzkandidaten zu benennen, die im Falle eines Rückzuges oder einer Disqualifikation das Teilnehmerfeld auffüllen werden. HRT sucht den Nachfolger von Lelek, die mit "Andromeda" den 15. Platz im Finale von Wien belegten.

Mittwoch, 23. September 2026

Niederlande: NOS übernimmt Song Contest für 2027


Niederlande
- Auch kehren die Niederlande nach einjähriger Pause zum Wettbewerb zurück. Nachdem AVROTROS den Wettbewerb an die Dachorganisation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks NPO zurückgegeben hat, wird der Song Contest 2027 nun unter der Organisation von NOS stattfinden, bei dem der Song Contest u.a. in den 2000er Jahren lief. Die Dachorganisation erklärte, die Teilnahme 2027 sei ein Gemeinschaftsprojekt bei dem mehrere Glieder ineinandergreifen.

"Ein unabhängiges Team wird eingerichtet, das die Verantwortung für die Auswahl und Betreuung des teilnehmenden Acts übernimmt und dabei so weit wie möglich auf die vorhandene Expertise innerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems zurückgreift.", so NPO in einer Pressemeldung. "Die Niederlande kehren zum Eurovision Song Contest zurück und sind damit das erste der fünf Länder, die aufgrund der israelischen Teilnahme ihren Boykott beendet haben. Irland, vertreten durch den Sender RTÉ, ist das einzige Land, das seine Nichtteilnahme bis 2027 bestätigt hat.", heißt es weiter.

Der niederländische Rundfunk AVROTROS zog sich nach der EBU-Generalversammlung im vergangenen Dezember umgehend vom Wettbewerb zurück und argumentierte, dass die israelische Teilnahme gegen die ethischen Grundsätze des Senders verstoßen. Der Song Contest in Wien wurde später von NOS übertragen und kehrt nach einjähriger Pause dorthin zurück, wo er bereits in den 2000er Jahren zu sehen war, ehe AVROTROS die Organisation übernahm.

Belgien: VRT bestätigt Teilnahme in Burgas


Belgien
- Das flämische Fernsehen VRT hat seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 bestätigt. Nachdem lange Zeit unklar war, ob die Teilnahme Israels am Wettbewerb den Sender ähnlich wie etwa das irische Fernsehen in den Boykott 2027 führen wird, hat der Sender nun seine Teilnahme in Burgas bestätigt und wird einen Interpreten nach Bulgarien schicken. Gleichzeitig zog dies starke Kritik vonseiten der Gewerkschaft ACOD und von Politikern auf sich.

"Unsere rote Linie ist nun endgültig überschritten. Wir haben dem VRT-Management und der EBU drei Jahre lang einen Vertrauensvorschuss gegeben, aber die Zeit für zaghafte Maßnahmen ist vorbei.", so die Gewerkschaft, die die Interessen der Angestellten von VRT vertritt. "Die einzige Möglichkeit, die EBU davon zu überzeugen, dass sich etwas ändern muss, besteht darin, den Song Contest nicht auszustrahlen... Wir werden daher alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass der Eurovision Song Contest nicht im Fernsehen zu sehen ist."

Auch mehrere Politiker haben sich gegen die Teilnahme ausgesprochen. So heißt es etwa: "VRT selbst weist darauf hin, dass der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Jeder, der eine Veränderung der EBU wünscht, muss weiterhin Druck am Verhandlungstisch ausüben", heißt es etwa. VRT, das sich mit RTBF bei der Organisation des Wettbewerbs in Belgien abwechselt wird seinen Interpreten aller Voraussicht nach intern auswählen. Zuletzt wurde Belgien durch Essyla vertrten, die im Finale von Wien den 21. Platz belegte.

Donnerstag, 17. September 2026

Irland: RTÉ setzt Song Contest-Boykott 2027 fort


Irland
- Der irische Sender RTÉ hat heute seine Entscheidung für die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas gefällt und hält an seinem Boykott des Wettbewerbs fest. In einer Stellungnahme heißt es, die Position von RTÉ bleibt "unverändert" und verweist weiterhin auf die anhaltende Situation im Gazastreifen und die daraus resultierende humanitäre Krise. RTÉ zeigt sich zudem zutiefst besorgt über die anhaltende Weigerung internationale Journalisten Zugang zu gewähren.

RTÉ betonte zugleich, dass man den Wettbewerb auch im kommenden Jahr nicht ausstrahlen werde. Dies war bereits in diesem Jahr der Fall, als man sich dem Boykott der Eurovision nach der Generalversammlung der EBU im Dezember letzten Jahres den Sendeanstalten aus Island, den Niederlanden, Slowenien und Spanien anschloss. Song Contest-Direktor Martin Green drückte sein Bedauern über die Entscheidung des irischen Fernsehens aus.

"Sie bleiben ein geschätzter Teil unserer Familie und wir werden sie vermissen (...) Wir werden den Dialog mit RTÉ fortsetzen und hoffen, sie in Zukunft wieder beim Wettbewerb begrüßen zu dürfen.", so Green. Irland ist damit das erste der genannten fünf Länder, das seinen Boykott offiziell bestätigt hat. Irland ist trotz der Pleiten der letzten Jahre nach wie vor mit sieben Siegen das erfolgreichste Land im Wettbewerb, der letzte Sieg ist nunmehr jedoch schon 30 Jahre her, damals gewann Eimear Quinn mit "The Voice" in Oslo.

Mittwoch, 16. September 2026

News-Splitter (1162)


Montenegro
- Das montenegrinische Fernsehen RTCG hat seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas bestätigt. Wie der Sender mit Sitz in Podgorica verlauten lässt, wird man definitiv einen Interpreten zum nächsten Song Contest schicken, auf welche Art und Weise dieser bestimmt wird ist jedoch noch nicht endgültig entschieden. "Die Öffentlichkeit wird zu einem späteren Zeitpunkt darüber informiert, ob der Beitrag durch einen nationalen Wettbewerb oder durch eine interne Auswahl ermittelt wird.", so RTCG. In den letzten beiden Jahren wurde der Act durch den Montesong ermittelt.

Ukraine
- Auch die kriegsgebeutelte Ukraine wird nächstes Jahr mit dabei sein. Der Sender Suspilne nimmt auch 2027 zum insgesamt 25. Mal teil. Senderchef Mykola Chernotytskyi erklärte: "Der Eurovision Song Contest ist heute ein wichtiges Instrument für die direkte Interaktion mit Hunderten Millionen Europäern. Für die Ukraine geht es bei der Teilnahme am Wettbewerb in erster Linie um Subjektivität, den Schutz der kulturellen Souveränität und die Möglichkeit, den ukrainischen Kontext bis zum Schluss im Fokus der Weltöffentlichkeit zu halten." Gesucht wird in der Ukraine der Nachfolger von Leléka, die in Wien den neunten Platz belegte. 

Spanien
- Spanische Medien berichten heute, dass der Verwaltungsrat von RTVE in dieser Woche darüber beraten wird, ob man am Eurovision Song Contest 2027 teilnehmen oder eben diesen aufgrund der Teilnahme Israels weiterhin boykottieren wird. Der spanische Sender war neben den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus Irland, Island, den Niederlanden und Slowenien einer von fünf Sendern, der seine Teilnahme in Wien aus Protest absagte. Die Europäische Rundfunkunion hat dem niederländischen Senderverbund NPO sowie dem belgischen Sender VRT unterdessen eine verlängerte Bedenkzeit für die Teilnahmebestätigung eingeräumt.

Sonntag, 13. September 2026

News-Splitter (1161)


San Marino
- Denny Montesi, Delegationsleiter für den Song Contest in San Marino, erklärte, dass Künstler aus über 50 Ländern Interesse an einer Teilnahme in Burgas angemeldet haben. Wie üblich findet vor dem TV-Vorentscheid eine Reihe von Castingrunden statt, die erste Phase läuft bereits am 9. und 10. Oktober sowie später noch einmal Ende November. Das Format erstreckt sich über die "Stage" und "Live Academy"-Phase für die rund 240 Bewerber ausgewählt werden. Der eigentliche Vorentscheid vereint Nachwuchsbewerber mit bekannten Künstlern und findet voraussichtlich im März statt.

Schweden
- Der schwedische Sender SVT vermeldet unterdessen, dass insgesamt 4.077 Lieder für den Vorentscheid, das Melodifestivalen 2027 eingereicht wurden. Das entspricht einem neuen Rekord, der bisherige Rekord an Einsendungen lag im Jahr 2026 bei 3.888 Beiträgen. SVT wird nun alle Beiträge sichten und eine Vorauswahl von 30 Acts wählen, die sich in den fünf Vorrunden des Vorentscheids gegenüberstehen. Das große Finale des schwedischen Melodifestivalen ist für Samstag, den 13. März 2027 in Stockholm angesetzt. Moderiert werden alle Shows von Björn Kjellman und Oscar Zia. 

Laos
- Inzwischen hat die Eurovision auch die finale Zahl an Teilnehmern für den ersten Eurovision Song Contest Asia in Bangkok bekannt gegeben. Insgesamt gehen elf Nationen an den Start, zuletzt meldete sich das mongolische Fernsehen an. Der laotische Sender VTE 9 gab jüngst bekannt, dass die Thinlamphone Mahavong kurz Thinla in Bangkok an den Start gehen wird. Ihr Musikstil wird als Mischung aus Morlum, Pop und R&B beschrieben, bekannt ist sie u.a. durch eine Asientournee und ihren Auftritt beim ASEAN-Gipfe. Ihr Lied soll am 23./24. September in einer TV-Auswahl gekürt werden.

Montag, 7. September 2026

Estland: ERR sucht Beiträge für Eesti Laul 2027


Estland
- Ende vergangener Woche hat das estnische Fernsehen ERR seine Teilnahme am Eurovision Song Contest in Burgas bestätigt. Zudem werde es im Vorfeld wieder einen nationalen Vorentscheid, den Eesti Laul 2027, geben. Bewerbungen hierfür nimmt das estnische Fernsehen bis zum 8. Oktober entgegen, der Vorentscheid selbst ist für den 30. Januar angekündigt.

Insgesamt sollen zwölf Beiträge beim Vorentscheid in der Unibet Arena in Tallinn vorgestellt werden. Wie üblich wird der Sieger in zwei Wertungsrunden ermittelt. Zunächst werden in einer Mischung aus Jury- und Televoting die drei Superfinalisten ermittelt, in der zweiten Runde wird der Beitrag, der Estland in Burgas vertritt, durch reines Televoting bestimmt.

Dem Regelwerk hinzugefügt wurde, in Abstimmung mit den Regularien des Eurovision Song Contests, dass teilnehmende Interpreten mindestens 18 Jahre alt sein müssen und sich im Klaren darüber sein müssen, dass sie Estland auf internationaler Bühne vertreten. Gesucht wird in Estland der Nachfolger von Vanilla Ninja, die in Wien mit "Too Epic To Be True" als Elfte im Halbfinale des Song Contests ausschieden.

Donnerstag, 3. September 2026

Ungarn: EBU räumt Sender verlängerte Bedenkzeit ein


Ungarn
- Ungarische Medien, etwa die Online-Zeitung 24.hu berichtet, dass das ungarische Fernsehen MRTV vor einer Rückkehr zum Eurovision Song Contest in Burgas steht. Man bezieht sich damit auf Berichte, dass die Interimsverwaltung des Senders mit der Europäischen Rundfunkunion in Kontakt steht, eine Rückkehr zum Song Contest 2027 zu planen. Die EBU kommt dem Sender offenbar auch finanziell entgegen.

Demnach hat die EBU dem ungarischen Fernsehen eine deutliche Reduzierung der Teilnahmegebühr in Aussicht gestellt, ebenso wie eine verlängerte Bedenkzeit bis zum 7. Dezember diesen Jahres. Eine finale Entscheidung wird vom ungarischen Fernsehen erst erwartet, sobald sich der unabhängige öffentlich-rechtliche Medienrat beraten hat. Interimsleiter András Horváth erklärte, dass MRTV kürzlich Gespräche mit der EBU geführt hat.

Die letzte Entscheidungsgewalt liegt beim neu bestimmten permanenten Generaldirektor des Senders. MRTV wird derzeit grundsätzlich umgebaut um unabhängige Standards wieder zu erreichen. Die Berichte greifen Forderungen des neu gewählten Ministerpräsidenten Péter Magyar auf, der sich Anfang des Jahres für eine Rückkehr Ungarns ausgesprochen hatte. Das Land nahm zuletzt 2019 in Tel Aviv teil, anschließend zog der Sender ohne offizielle Gründe vom Wettbewerb zurück.

Dienstag, 1. September 2026

Australien: SBS schickt Beitrag nach Bulgarien


Australien
- Nicht nur Kanada nimmt als außereuropäisches Land am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas teil, auch das australische Fernsehen SBS hat seine Teilnahme im kommenden Jahr erneut bestätigt. Damit setzt sich die Tradition fort, das Land am anderen Ende der Welt per Einladung zum Wettbewerb zuzulassen. In einer Pressemeldung zur neuen TV-Saison stellte der zuständige Sender SBS heute seine Pläne vor.

"Der Eurovision Song Contest  kehrt 2027 zurück, nachdem dieses Jahr über 3,27 Millionen Australier eingeschaltet haben und die Australierin Delta Goodrem in Wien einen beeindruckenden vierten Platz belegte.", so SBS. Mit über drei Millionen Zuschauern setzte der Wettbewerb in Wien in diesem Jahr neue Maßstäbe für das australische Fernsehen, mit "Eclipse" belegte Delta Goodrem insgesamt den vierten Platz im Finale.

Bei der Vorstellung seines Programms für die kommende Saison wurde die Teilnahme Australiens nunmehr für Burgas 2027 bestätigt. Ein genaues Konzept, auf welche Art und Weise der Beitrag für die Eurovision ermittelt wird, wurde bisher nicht präsentiert. SBS hat in der Vergangenheit sowohl nationale Vorentscheide veranstaltet als auch interne Ausscheidungen getroffen. Der letzte Vorentscheid fand 2022 statt, damals gewann Sheldon Riley die nationale Auswahl.