Dienstag, 17. Oktober 2017

Kommentar: San Marino erreicht digitales Zeitalter



San Marino - Je länger ich über die heute bekannt gegebene Online-Auswahl in San Marino nachdenke, umso sympathischer wird mir das Projekt, das sich der kleinste Mitgliedssender am Eurovision Song Contest überlegt hat. Auf einer Pressekonferenz in Rom kündigte der Sender zunächst ein revolutionäres Projekt an und ist der Vorentscheid ein Novum.

Insbesondere die Tatsache, dass der Vorentscheid komplett online abgehandelt wird, ist in Europa bisher einmalig und öffnet dem kleinen Land eine ganze Menge Möglichkeiten. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits Online-Vorentscheide, etwa jahrelang in der Schweiz, mit dessen Hilfe Beiträge für die eigentliche TV-Show ermittelt wurden, in San Marino läuft der Hase aber etwas anders.

Hinter dem Konzept verbirgt sich eine britische Firma, die 1 in 360 Ltd. aus London, wie Eurovision.tv meldet. Weltweit können interessierte Interpreten, Newcomer und Bands sich melden und ihre Songs, ob Cover oder eigene Komposition auf der Plattform hochladen, müssen jeodch mindestens 100 Fans finden, die ihr Video liken oder eine Teilnahmegebühr von 4,99€ zahlen, eine recht humane Summe. Wer eines dieser Ziele absolviert, wird von der Senderjury angehört.

Erwünscht sind alle Genres, alle Typen von Interpreten, nur die Altersregelung ab 16 Jahren muss auch in San Marino eingehalten werden. Bis 30. November kann man sich bewerben, danach wird eine Jury zehn Interpreten auswählen, drei von ihnen per Wildcard. Anschließend sollen mehrere Online-Shows gestreamt werden, in denen per Jury- und Televoting die Zahl der Bewerber reduziert wird. Im Finale werden noch drei Acts vertreten sein.

Anders als es z.B. in Deutschland der Fall war, wird jedem Finalisten von einem Produzenten ein stimmiges Lied maßgeschneidert. Das Finale wird im Februar kommenden Jahres stattfinden und damit, unabhängig vom Online-Charakter eines der größten musikalischen Projekte San Marinos aller Zeiten sein. Wir dürfen tatsächlich sehr gespannt sein, wer oder was sich alles in San Marino bewirbt, auf jeden Fall ist das Konzept für ein Land, dass weniger Einwohner hat als Buxtehude, eine stolze Leistung.

Kommentare:

  1. Ich halte diesen Onlinevorentscheid für eine sehr gute Idee. Man merkt definitiv, dass San Marino sich Mühe gibt, was man von vielen anderen Teilnehmerländern (auch Deutschland) nicht gerade behaupten kann. Ich hoffe, dass ein gutes Gesamtpaket gefunden wird. Die einzige Frage, die mir jetzt noch bleibt, ist die, ob die EBU endlich eine Lösung für das imaginäre Televoting für San Marino hat. Eigentlich kann es so nicht weitergehen... Mal sehen, was da noch kommt! :D

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  2. Hoffe nicht das Siegel dann ein Lied zusammen schneidert denn dann war diese ganze Online Suche nichts, aber ich finde es eigentlich keine schlechte Idee es hat was.... und 4,99 klingt doch ganz fair als Teilnehmergebühr... :D

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    1. So refinanzieren sie ihre Teilnahme bestimmt. Finde das macht Sinn :)

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