Dienstag, 29. Juli 2014

Eurofire: Perlen der Vorentscheidungen


Europa - Wer meinen Blog seit mehreren Jahren verfolgt weiß, dass ich die Vorentscheide Europas nicht immer objektiv beobachte und zu Tode beleidigt bin, wenn mein Favorit es nicht zur Eurovision geschafft hat..., zumindest bis zum nächsten Morgen. In 7,5 Jahren Eurofire sind mehrere Hundert Vorentscheidungstitel an uns vorbeigerauscht, die wenigsten hat ganz Europa zu Gesicht bekommen.
 
Ich selbst habe 2007 meinen Zorn über die kroatische Fehlentscheidung kundgetan und Jelena Rozga eigenständig zur Siegerin der Herzen erklärt, 2008 einen Aufruf für Arkaitz beim spanischen Online-Vorentscheid gestartet und Tomáš Bezdeda aus der Slowakei 2009 den siebten Himmel gelobt und so weiter. Die ersten Vorentscheide gab es bereits im Jahr 1956, in Deutschland ist man sich nicht ganz sicher, ob einer veranstaltet wurde... 
 
Die Vorentscheide für den Eurovision Song Contest lassen tief in die Seele der jeweiligen Musikkultur des Landes blicken, ob Hardrock und Metal in Finnland, Mandolinen-Geklampfe und Polka aus Slowenien oder monotoner Gesang wie das brillante "Vocalise" von Andrea Gylfadottir aus Island, das Groteske und das Fantastische liegen stets nah beieinander. Grund genug die Perlen der europäischen Vorentscheidungen seit dem Urknall in Lugano herauszupicken.
 
Da ich aber nicht schon wieder ungefragt meinen Senf in ein Posting verwandeln möchte, starte ich einen offiziellen Aufruf die persönlichen Top Ten der Leser im gewohnten Song Contest-Schema (12, 10, 8-1) per Email an eurofire.blog@web.de zu senden. Aus den Punkten aller Teilnehmer erstellen wir dann das Ranking aller User, anders als beim ZDF auch nicht gefaked - veröffentlicht in portionierten Häppchen, getreu dem Motto dieser Website.


Wer mitmachen möchte, schickt mir also bitte seine Liste bis zum 10. August per Mail. Zu gewinnen gibt's diesmal nichts, aber möglicherweise unentdeckte musikalische Perlen, ob nun aus Irland, Andorra, Moldawien oder Zypern im anschließenden Ranking - eine gute Methode um das klaffende Sommerloch auszufüllen.

Tschechien: Überraschungseffekt aus Prag bleibt aus


Tschechien - So wirklich Bock hatten die Tschechen wohl noch nie so richtig auf den Eurovision Song Contest, dies bestätigte der Sender Česká Televize nun erneut und verkündete gegenüber ESCtoday.com, dass man auch 2015 keinen Interpreten zum Song Contest schicken werde, was allgemein auch für Verwunderung gesorgt hätte...

Seit 2010 ist Tschechien nun nicht mehr mit dabei, dreimal flog man klanglos im Halbfinale raus. Das tschechische Fernsehen erklärte zwar erst kürzlich, dass man dem Eurovision Song Contest generell offen gegenüberstehe, man aber höhere Priorität auf die übrigen Veranstaltungen der Eurovision lege, z.B. Eurovision Young Dancers. 

Die Gründe für ein weiteres Fernbleiben liegen auf der Hand: kein Interesse von Seiten des Publikums. Hätte das Land nach dem Zerfall des "Ostblocks" Anfang der 90er ähnlich wie z.B. Estland, Ungarn oder Rumänien reagiert, würde es heuer vielleicht anders aussehen. Selbst die Nachbarn aus der Slowakei, die ebenfalls nicht dabei sein werden, haben mehr Punkte und Finalteilnahmen zu verzeichnen als das gelangweilte Tschechien.

Montag, 28. Juli 2014

Türkvizyon: Krim offenbar doch für Kasan gemeldet


Ukraine - Manche Dinge muss man nicht verstehen, während es in der Ostukraine immer noch Schusswechsel und politische Wirren gibt, ist es um die von Russland annektierte Halbinsel Krim vergleichsweise ruhig geworden. Die Halbinsel im Schwarzen Meer, gab vergangenes Jahr ihren Einstand beim Türkvizyon Song Contest.
 
Zugunsten engerer Bindungen an Russland wollte man in Zukunft auf die Teilnahme am türkischen Gegenwettbewerb zur Eurovision verzichten und keinen Vertreter nach Kasan entsenden, wo im November die nächste Ausgabe stattfindet. Nunmehr bestätigte STRC, der Krim'sche Rundfunk, dass man höchstwahrscheinlich doch dabei sein wird.
 
Ein lokaler Vorentscheid mit mehreren Liveshows soll, falls die Teilnahme nun doch bestätigt wird, laut STRC stattfinden. Im vergangenen Jahr wurde die Sängerin Elvira für die Krim entsendet, konnte sich jedoch nicht über das Halbfinale der Türkvizyon hinaus qualifizieren. Bislang haben sich zwölf Länder und Regionen angemeldet, darunter Aserbaidschan, der Irak, Kirgisien, Nordzypern und natürlich die Türkei.

Liechtenstein: Interesse ja, Geld nein

 
Liechtenstein - Aus dem Fürstentum Liechtenstein gibt es in diesem Jahr wieder die gleiche, sich jährlich wiederholende Botschaft vom Privatsender 1FL TV, nämlich, dass man kein Geld für eine potentielle EBU-Mitgliedschaft zur Verfügung stehen hat und somit aller Voraussicht nach nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen kann.

Allerdings, so hieß es vom Sender erneut, habe man weiterhin Interesse an der Veranstaltung und man ist trotz aller Hürden bemüht, in Zukunft am europäischen Wettbewerb teilzunehmen, so Peter Kölbel vom Sender 1FL TV, der seit 2008 ein Lokalfernsehprogramm sendet.

1FL TV bemüht sich seit Jahren um Medienförderung von staatlicher Seite, wird jedoch stets abgewiesen. Kölbel selbst gilt als Initiator der liechtensteinischen Bestrebungen für den Eurovision Song Contest, ein Versuch im Jahr 1976 schlug aufgrund eines fehlenden EBU-Senders fehl, seit 2008 scheitern alle Anläufe die Vollmitgliedschaft zu erlangen an der Finanzlage.

Portugal: RTP strebt Teilnahme in Österreich an


Portugal - Das portugiesische Fernsehen RTP strebt nach eigenen Aussagen ebenfalls wieder eine Eurovision Song Contest-Teilnahme an. Nachdem man 2013 aus finanziellen Gründen aussetzen musste, hat der Sender diesmal bereits eine frühe Bestätigung gegenüber der Sender ESCportal.com abgegeben.

Ob das traditionsreiche Festival da Canção wieder als nationaler Vorentschied genutzt wird, ist derzeit noch nicht bekannt, es gibt aber auch keine Anhaltspunkte, dass das Konzept zur Auswahl eines Song Contest-Vertreters geändert werden soll.

Eine 100%ige Bestätigung erfolgte zwar noch nicht, RTP-Programmdirektor Hugo Andrada erklärte jedoch, der Sender sei sehr gewillt, am 60. Wettbewerb in Österreich teilzunehmen. 2014 schied Portugal nach einjähriger Pause aus finanziellen Gründen im Halbfinale von Kopenhagen aus.