Samstag, 29. März 2014

Road to Copenhagen (10/37): Spanien


Spanien - Spain - Espagne - España
Hauptstadt: Madrid
Fläche: 505.992 km²
Einwohner: 46,7 Mio.
Amtssprache: Spanisch

Zur Song Contest-Geschichte:
EBU-Mitglied: RTVE (seit 1955)
Debüt beim ESC: 1961 mit Conchita Bautista
Beste Platzierung: 1. Platz 1968, 1969

Die ESC-Geschichte in drei Sätzen: Spanien unter Franco startete relativ unerfolgreich, 1962 und 1965 sogar mit Nullnummern, erst der angeblich erkaufte Sieg von Massiel 1968 und der Vierfach-Sieg von Salomé 1969 läuteten die erfolgreichste Zeit des Landes ein, dem 1971 und 1973 zwei zweite Plätze folgten. 1995 folgte ein weiterer zweiter Platz mit Anabel Conde, 1999 ein letzter Platz mit Lydia. Seit 1997 ist Spanien automatisch als Big Five-Mitglied für die Endrunde qualifiziert, vergangenes Jahr mit El Sueño de Morfeo, die den 25. Platz erzielten.

Der diesjährige Beitrag:
Interpret: Ruth Lorenzo
Titel: Dancing in the rain
Text & Musik: Ruth Lorenzo, Jim Irvin, Juilan Emery, Toni Ten, Sam Kennedy
Auswahlverfahren: Nationaler Vorentscheid mit fünf Interpreten und jeweils 50% Jury- und Televoting.

Ruth Lorenzo Pascual wurde am 10. November 1982 in Murcia geboren und wurde der spanischen Öffentlichkeit durch die Teilnahme von X-Factor bekannt, wo sie den fünften Platz belegte. Ihre Debütsingle "Burn" erreichte den 16. Platz in den spanischen Charts. Zuvor speilte sie bereits in den Musicals "Phantom der Oper" und "My fair lady" die Hauptrollen. Der Komponist ihres Song Contest-Beitrags, Jim Irvin, arbeitete bereits mit Lana del Rey und David Guetta zusammen.

Eurofires Meinung:
"Dancing in the rain" ist eher im Uptempo-Genre anzusiedeln und wahrlich keine schlechte Nummer. Spanien hatte schon wesentlich schlechtere Titel im Rennen, jedoch glaube ich auch in diesem Fall nicht an eine allzu erfolgreiche Platzierung. Ob sie nun Spanisch oder Englisch singt, das spielt bei dem Lied keine Rolle. Es geht ins Ohr, bereichert auch das Finale, wird jedoch sicherlich wieder irgendwo um die #20 herumdümpeln.

Freitag, 28. März 2014

Road to Copenhagen (09/37): Norwegen


Norwegen - Norway - Norvège - Norge
Hauptstadt: Oslo
Fläche: 385.199 km²
Einwohner: 5,1 Mio.
Amtssprache: Norwegisch (Bokmål und Nynorsk)

Zur Song Contest-Geschichte:
EBU-Mitglied: NRK (seit 1950)
Debüt beim ESC: 1960 mit Nora Brockstedt
Beste Platzierung: 1. Platz 1985, 1995, 2009

Die ESC-Geschichte in drei Sätzen: Norwegen ist ein euphorisches Eurovisionsland mit meist tollen Vorentscheiden und drei Siegen, darunter mit Alexander Rybak der deutlichste Erfolg aller Zeiten mit fast 400 Punkten. Allerdings stehen dem auch elf letzte Plätze gegenüber, zuletzt schaffte Tooji es in Baku nicht über den letzten Rang hinaus. Vergangenes Jahr holte Margaret Berger mit "I feed you my love" immerhin einen souveränen vierten Platz für Norwegen.

Der diesjährige Beitrag:
Interpret: Carl Espen
Titel: Silent storm
Text & Musik: Josefin Winther
Auswahlverfahren: Melodi Grand Prix, nationaler Vorentscheid mit drei Semifinals und einer Finalshow am 15. März in Oslo

Carl Espen wurde am 15. Juli 1982 in Bergen geboren und wuchs in Osterøy auf. Viel ist musikalisch noch nicht über Carl Espen zu berichten, er diente sechs Monate für die norwegische Armee im Kosovo und war primär handwerklich tätig, bevor er später als Türsteher in einem Bergener Nachtclub arbeitete. Seine Mentorin und die Komponisten seines Titels, Josefin Winther, führte ihn später zum Melodi Grand Prix den er mit seiner Ballade gewinnen konnte.

Eurofires Meinung:
Von den ganzen Balladen und drögen Songs in diesem Jahr ist Norwegen noch eines der besser gestellten Nationen. Um den Sieg von Carl Espen beim Melodi Grand Prix vorherzusehen, musste man kein Prophet sein. Das Land steht hinter seinem Beitrag und ich finde das Lied ganz okay. Es gibt Schlimmeres in diesem Jahrgang.

Offizielles Video:
Carl Espen - Silent storm

Donnerstag, 27. März 2014

Road to Copenhagen (08/37): Italien


Italien - Italy - Italie - Italia
Hauptstadt: Rom
Fläche: 301.336 km²
Einwohner: 60,6 Mio.
Amtssprache: Italienisch

Zur Song Contest-Geschichte:
EBU-Mitglied: RAI (seit 1950)
Debüt beim ESC: 1956 mit Tonina Torrielli und Franca Raimondi
Beste Platzierung: 1. Platz 1964 und 1990

Die ESC-Geschichte in drei Sätzen: Das Gründungsmitglied der EBU war auch 1956 beim allerersten Song Contest in Lugano mit dabei, hielt sich in den ersten Jahren auch wacker und stürzte erst 1966 mit Domenico Modugno auf den letzten punktelosen Platz ab. Bis in die 90er hinein war das Land ein häufiger Gast in den Top Ten, 1990 in Zagreb konnte Toto Cutugno mit seinem Lied über die Einheit Europas sogar den Sieg erzielen, zwischen 1998 und 2010 dann die große Pause. Seit 2011 ist Italien nun wieder mit dabei und landete bisher immer in den Top Ten, was auch in diesem Jahr wieder sehr wahrscheinlich sein dürfte.

Der diesjährige Beitrag:
Interpret: Emma Marrone
Titel: La mia città
Text & Musik: Emma Marrone
Auswahlverfahren: Interne Auswahl von Interpretin und Song durch den Fernsehsender RAI. In diesem Jahr wurde nicht auf das sonst bewährte San Remo-Festival zurückgegriffen.

Emmanuela Marrone aka Emma wurde 1984 in Florenz geboren und ist in Italien durch ihren Sieg der neunten Staffel von Amici di Maria de Filippi, einer italienischen Castingshow bekannt. Seit ihrem Sieg 2010 ging es für Emma steil bergauf, ihr Debütalbum "Oltre" erreichte die #1 der italienischen Charts und Doppel-Platin. 2012 gewann sie zudem das populäre San Remo-Festival mit dem Titel "Non è l'inferno", bereits im Jahr zuvor erreichte sie mit der Gruppe Modà den zweiten Platz. Von der RAI wurde sie intern für Kopenhagen ausgewählt.

Eurofires Meinung:
Das selbstkomponierte Lied von Emma Marrone dürfte ein heißer Anwärter auf den Gesamtsieg des Eurovision Song Contests in diesem Jahr sein. Ähnlich hoch wie die Begeisterung für Nina Zilli vor zwei Jahren steht der Titel, den sie auch beim deutschen Vorentscheid in der Votingpause sang, steht auch Emma in den Wettquoten sehr weit oben. Mir persönlich gefällt die Mischung aus Rock, Pop und Eurovision hervorragend, dafür also vier Sternchen.

Mittwoch, 26. März 2014

Road to Copenhagen (07/37): Slowenien


Slowenien - Slovenia - la Slovenie - Slovenija
Hauptstadt: Ljubljana
Fläche: 20.273 km²
Einwohner: 2,0 Mio.
Amtssprache: Slowenisch

Zur Song Contest-Geschichte:
EBU-Mitglied: RTVSlo (seit 1993)
Debüt beim ESC: 1993 mit 1x Band
Beste Platzierung: 7. Platz 1995 und 2001

Die ESC-Geschichte in drei Sätzen: Slowenien gehört zu den Balkanstaaten mit eher unrühmlicher Song Contest-Geschichte, die genauso wie die von Kroatien und Bosnien-Herzegowina 1993 begann. Seither scheiterte Slowenien mit seinen nationalen Musikstars Jahr für Jahr an den Top 5 im Finale, welches man seit Einführung der Halbfinals auch nur zweimal erreichen konnte. Zuletzt war Maja Keuc für Slowenien im Finale dabei, die beiden letzten Beiträge mit Eva Boto und Hannah Mancini tauchten unter "Ferner liefen" im Tableu auf.

Der diesjährige Beitrag:
Interpret: Tinkara Kovač
Titel: Spet (Round and Round)
Text & Musik: Tinkara Kovac, Raay, Hannah Mancini, Tina Piš
Auswahlverfahren: Nationaler Vorentscheid mit 7 Interpreten von denen sich Tinkara Kovac und die Gruppe Muff für das Superfinale qualifizierten.

Tinkara Kovač wurde am 3. September 1978 in Koper am Adriatischen Meer geboren und startete 1997 ihre professionelle Musikkarriere mit dem Sieg beimPortorož Festival. Im selben Jahr erschien ihr erstes Album "Ne odhaja poletje", seitdem folgten noch acht weitere Studioalben, darunter ein Best Of. 2004 sang sie gemeinsam mit Ian Anderson, dem Sänger der Gruppe Jethro Tull. 1997, 1999 und 2001 startete sie erste Versuche beim nationalen Vorentscheid. Sie selbst ist eine Virtuosin an der Querflöte, die auch bei ihrem Song Contest-Beitrag wiederzufinden ist.

Eurofires Meinung:
"Spet (round and round)" ist ein Lied, dass typisch slowenisch klingt, aber leider auch etwa 15 Jahre zu spät für die Eurovision gewählt wurde. Ich finde das Lied sehr gut, weiß aber auch um die Schwierigkeiten, die das Land bei den Punktevergaben hat und da nun nahezu alle jugoslawischen Bruderstaaten fehlen, wird es Tinkara noch eine Spur schwerer haben. Vielleicht ist es für sie von Vorteil, dass sie im zweiten Semifinale startet, in dem verstärkt die Nationen antreten, die einen Underdog-Charakter haben.

Offizielles Video:

Tinkara Kovač - Spet (round and round)

Dienstag, 25. März 2014

Road to Copenhagen (05/37): Aserbaidschan


Aserbaidschan - Azerbaijan - Azerbaïdjan - Azərbaycan
Hauptstadt: Baku
Fläche: 86.600 km²
Einwohner: 9,2 Mio.
Amtssprache: Aserbaidschanisch

Zur Song Contest-Geschichte:
EBU-Mitglied: ictimaiTV (seit 2007)
Debüt beim ESC: 2008 mit Elnur Hüsseynov & Samir Javadzadeh
Beste Platzierung: 1. Platz 2011 mit Ell & Nikki

Die ESC-Geschichte in drei Sätzen: Weil der Sender AzTV staatlich zu sehr beeinflusst wurde, wurde der zweite Rundfunksender des Landes, ictimaiTV im Eilverfahren 2007 Mitglied der EBU und nahm 2008 bereits erstmals am Song Contest teil. "Day after day" war auch gleichzeitig der bis heute schlechteste Beitrag des Landes, ein achter Platz. Es folgten ansonsten nur Top 5-Platzierungen, zuletzt mit Farid Mammadov und "Hold me" ein zweiter Platz, wenngleich über die Rechtmäßigkeit der Platzierung durch bestätigte Manipulationsversuche gestritten werden kann.

Der diesjährige Beitrag:
Interpret: Dilara Kazimova
Titel: Start a fire
Text & Musik: Stefan Örn, Johan Kronlund, Alessandra Günthardt
Auswahlverfahren: Nationaler Vorentscheid im Castingformat über mehrere Wochen hinweg namens "Böyük Sehne". Der Titel für den Song Contest wurde nach Ermittlung der Vertreterin intern vom Sender bestimmt.

Dilara Kazimova (Dilarə Kazımova) wurde am 20. Mai 1984 in Baku geboren und genoss ihre musikalische Ausbildung an der Baku Academy of Music. Anfang der 2000er wurde sie Teil der Gruppe Unformal, die sich 2008 dem ersten aserbaidschanischen Vorentscheid des Landes stellten und den zweiten Rang belegten, ähnlich wie 2010 hinter der Band Milk & Kisses.

Eurofires Meinung:
Aserbaidschan seiert uns in diesem Jahr mit der X-ten Ballade zu. Wir kennen diesen Stil, schließlich handelt es sich um die Handschrift schwedischer Komponisten, bei der Eurovision schon zur Genüge, sei es aus Georgien oder eben aus Aserbaidschan. Ich finde das Lied arg langweilig und hoffe einfach, dass es diesmal nicht für die Top 5 reicht.