Samstag, 22. November 2025

Andorra: Contest kein ausschließlich finanzielles Problem


Andorra
- Zwischen 2004 und 2009 hat das andorranische Fernsehen RTVA am Eurovision Song Contest teilgenommen, ohne Erfolg. Sämtliche Beiträge des kleinen Landes, das in den Pyrenäen von Frankreich und Spanien eingekreist wird, schieden im Halbfinale aus, Andorra ist bis heute das einzige Land beim Eurovision Song Contest, das nie mit einem Beitrag im Finale platziert war. 2010 zog sich RTVA nicht nur aus Erfolglosigkeit sondern auch aus finanziellen Gründen zurück und wart bisher trotz Gerüchten nie wieder gesehen.

2012 kursierte sogar die Meldung, RTVA würde aus finanziellen Gründen seine Mitgliedschaft in der Europäischen Rundfunkunion beenden müssen. Jene Meldungen haben sich nicht bewahrheitet, RTVA ist nach wie vor Teil der Union, beim Eurovision Song Contest sucht man das Land trotzdem vergeblich. Immer wieder ist Andorra eines der ersten Länder, das seine Teilnahme für das kommende Jahr absagt und auch mögliche Initiativen von ehemaligen Song Contest-Vertreterinnen oder dem katalanischen Sender TV3 führten bisher zu keinem Comeback.

Wie Eurovision Ireland nunmehr meldet, sind die Gründe für das Fernbleiben keinesfalls finanzieller Natur sondern dem Desinteresse der Regierung und der Verantwortlichen innerhalb des Senders geschuldet. Die erste Song Contest-Vertreterin des Landes, Marta Roure erklärte: "Mir wurde gesagt: „Marta, es tut uns leid, aber die Verantwortlichen sind nicht begeistert [von der Idee einer Wiederauflage]. Die andorranische Regierung hat derzeit andere Prioritäten, wie zum Beispiel den Fortbestand des Cirque du Soleil im Sommer."

Freitag, 21. November 2025

Eurovision 2026: Verhaltene Kommentare zu Änderungen


Europa
- Nachdem die Europäische Rundfunkunion eine Reihe von weiteren Maßnahmen für den nächsten Eurovision Song Contest vorgestellt hat, etwa die Rückkehr des Juryvotings im Halbfinale, die Reduzierung der Stimmzahlen auf zehn Votes pro Anschluss und die Verhinderung von systematischen Wertungsschemen, haben sich einige der mit Fragezeichen gekennzeichneten Rundfunkanstalten zu Wort gemeldet. So haben die beiden belgischen Rundfunkanstalten VRT und RTBF die Schritte der Europäischen Rundfunkunion ausdrücklich begrüßt.

"Wir freuen uns, dass die EBU die in den letzten Monaten von verschiedenen Sendern geäußerten Bedenken ernst nimmt.", heißt es vom flämischen Sender VRT. Für die belgische Song Contest-Teilnahme ist in diesem Jahr der wallonische Sender RTBF zuständig, von dem bisher kein weiteres Statement vorliegt. Das isländische Fernsehen RÚV publizierte einen Artikel mit den neuesten Änderungen, gab jedoch keinen weiteren Kommentar zu seiner möglichen Teilnahme in Wien 2026 ab.

Ein Sprecher des irischen Senders RTÉ erklärte: "Die Ereignisse im Nahen Osten entwickeln sich natürlich von Tag zu Tag. Wie die EBU bereits bestätigt hat, steht die Frage der Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 auf der Tagesordnung der ordentlichen Wintergeneralversammlung des EBU-Vorstands, die im Dezember stattfinden wird." Bis dahin unterstreicht RTÉ auch trotz der Änderungen den Standpunkt, nicht am Song Contest teilnehmen zu wollen, solange Israel auf der Teilnehmerliste zu finden ist. Neben Irland stehen auch die Teilnahme Sloweniens, der Niederlande und Spaniens auf der Kippe.

Breaking News: EBU präsentiert weitere Maßnahmen


Europa
- Die Europäische Rundfunkunion ist für ihr ambivalentes Verhalten bei Regeländerungen bekannt und auch der Song Contest 2026 wird davon nicht ausgenommen bleiben. Nachdem man den Dialog mit sämtlichen teilnehmenden Rundfunkanstalten gesucht hat, präsentierte die EBU heute Morgen ihr abgeändertes Regelwerk, die nach Angaben von Eurovision.tv "Transparenz, Verantwortlichkeit und Neutralität stärken". Eine dieser Maßnahme betrifft u.a. auch die Promotion der ausgewählten Beiträge für den Song Contest.

So wird es auch weiterhin von Künstlern, Rundfunkanstalten und Plattenfirmen Kampagnen zur professionellen und werbewirksamen Arbeit mit Fans geben, Kampagnen Dritter, einschließlich Regierungen und deren Behörden, sind folglich jedoch ausgeschlossen. Die EBU erklärte: "Wir möchten außerdem unmissverständlich klarstellen, dass nachgewiesene Versuche, die Ergebnisse unzulässig zu beeinflussen, nicht toleriert und konsequent verfolgt werden. Dies trägt dazu bei, dass der Eurovision Song Contest ein von Künstlern, ihrer Musik und ihren Fans geprägter Raum bleibt."

Einen eben solchen Fall gab es in diesem Jahr als bekannt wurde, dass eine PR-Agentur im Sinne der israelischen Regierung übermäßig viel Werbung für den entsprechenden Beitrag schaltete. Als weitere Neuerung wurde die Anzahl der Stimmen, die während der Liveshow abgegeben werden können von 20 auf zehn Wertungen reduziert. Auch wenn die EBU hier keinen großen Ausschlag auf die Ergebnisse sieht, so reagiert man auf die Forderungen von Zuschauern und einigen Rundfunkanstalten. So hatte sich u.a. der norwegische Sender NRK für eine Reduzierung ausgesprochen.

Der wichtigste Einschnitt kommt jedoch bei den Halbfinals des Wettbewerbs zum Tragen. Dort wurde vor zwei Jahren das Juryvoting aus den Shows verbannt und ein 100%iges Zuschauervoting eingeführt. Die EBU kündigte für 2026 die Wiedereinführung im 50/50-Verhältnis in allen Liveshows, einschließlich der Halbfinals an. "Wir möchten sicherstellen, dass Lieder mit künstlerischem Wert, starker musikalischer Grundlage und kreativem Anspruch neben solchen mit breiter Publikumsunterstützung die gleichen Chancen haben, das große Finale zu erreichen.", erklärt EBU-Direktor Martin Green in einem offenen Brief.

Hinzu kommt, dass die aktuell aus fünf Mitgliedern bestehende Jury auf sieben Mitglieder aufgestockt wird. Die Jury soll sich aus allen Altersschichten und der gesamten Bandbreite musikalischer Berufsfelder zusammensetzen. Mindestens zwei der fünf Juroren sollen zwischen 18 und 25 Jahren sein, alle unterzeichnen weiterhin eine Erklärung, in der sie sich verpflichten unparteiisch abzustimmen und ihre Meinung nicht öffentlich zu äußern. Hinzu kommt, dass die EBU mit ihrem Abstimmungspartner Maßnahmen einleiten wird, um mit fortschrittlichen Sicherheitssystemen betrügerische Muster und Korruption erkennen und verhindern werde.

"Ich hoffe sehr, dass dieses umfassende Maßnahmenpaket Künstlern, Sendern und Fans gleichermaßen Sicherheit bietet. Ich hoffe, dass es die Werte des Wettbewerbs respektiert und stärkt. Vor allem aber hoffe ich, dass es dem Wettbewerb ermöglicht, die mitunter schwierige Welt, in der wir leben, anzuerkennen, aber gleichzeitig Versuchen zu widerstehen, unsere Bühne in einen Ort geopolitischer Spaltung zu verwandeln.", so Martin Green abschließend. Die Regeländerungen und die weiterhin kursierende Ablehnung einiger Rundfunkanstalten bezüglich der israelischen Teilnahme sind Thema bei der nächsten Generalversammlung der EBU im Dezember.

Donnerstag, 20. November 2025

Norwegen: Melodi Grand Prix 2026 in Lillehammer


Norwegen
- Der norwegische Melodi Grand Prix findet am 28. Februar in der Håkons Hall in Lillehammer statt. Der Sender NRK bestätigte, dass Ende Februar zehn Interpreten um das Ticket für den Eurovision Song Contest antreten werden, erstmals in der Geschichte des norwegischen Vorentscheids in Lillehammer. Neun der zehn Kandidaten sind bereits bekannt, ein zehnter Act soll in einem Radioduell zwischen acht Interpreten bestimmt werden. Diese Auswahl findet am 26. Januar statt.

Delegationsleiter Mads Tørklep erklärte: "Ich glaube, das könnte der beste Melodi Grand Prix aller Zeiten sein, wenn ich das so sagen darf." Beim norwegischen Fernsehen gibt man sich optimistisch, dass unter den Bewerbern durchaus auch potentielle Song Contest-Sieger zu finden sind. Auch der musikalische Projektleiter Tarjei Strøm lobte die Bewerbungen: "Es gibt gute Musik, für jeden Geschmack und für die ganze Familie ist etwas dabei." Insgesamt wurde rund 1.500 Beiträge eingereicht.

NRK sucht am 28. Februar beim mittlerweile 64. Melodi Grand Prix den Nachfolger von Kyle Alessandro, der mit "Lighter" beim Eurovision Song Contest in Basel den 18. Platz belegte. Neben seinen Bemühungen um den eigenen Beitrag ist NRK sehr an einer Reform beim Eurovision Song Contest interessiert, etwa die Gewichtung der Zuschauerstimmen und das Maß der möglichen Anrufe. Der norwegische Rundfunk beteiligte sich aktiv an der Analyse der Europäischen Rundfunkunion.

Lettland: LTV stellt Supernova-Kandidaten vor


Lettland
- Heute Morgen hat das lettische Fernsehen LTV im Rahmen seiner TV-Show "Rīta Panorāmā" die 24 Kandidaten vorgestellt, die im nächsten Jahr bei der Supernova, dem nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest dabei sein werden. Unter den Interpreten finden sich u.a. Amanda Bašmakova, die als Teil der Gruppe Elpo mitwirkt und Lettland 2011 beim Junior Eurovision Song Contest vertreten hat. Robert Ox war zudem Teil von Citi Zēni, die 2022 für Lettland in Turin mit ihrem Salat-Lied dabei waren.

Die Teilnehmer der Supernova 2026:
01. - Agnesse - Oh my my
02. - Aivo Oskis - Walking out
03. - Antra Stafecka - Divejāda
04. - Atvara - Ēnā
05. - Blurie - Lovin' always gets me down
06. - Daba - Panic attack
07. - De Mantra - Let them
08. - Edvards Strazdiņš - I ain't got the guts
09. - Elpo - Blakus
10. - Emilija - All we ever had
11. - Honey Blue - Blue disco
12. - Ivo Grīsniņš Grīslis - Home
13. - Jānis Rugājs - Smoke
14. - Kautkaili - Te un tagad
15. - Krisy - Take it
16. - Kristīna Megija - Insanity
17. - Legzdina - Ribbon
18. - Miks Galvanovskis - Cruel angel
19. - Nolark - Different places
20. - Papīra lidmašīnas - You're my saviour
21. - Paula - Dejot vien
22. - Robert Ox - Ravin' at the Taj Mahal
23. - Tikasha Sakama - #010126 CODA
24. - Vēstnieks - Vai tas ir kāds brīnums?

Mit Künstlern wie Ivo Grīsniņš Grīslis oder Miks Galvanovskis wird das Teilnehmerfeld zudem noch um Interpreten ergänzt, die bereits Erfahrungen beim lettischen Vorentscheid sammeln konnten. Schnipselchen der Beiträge sind bereits als Zusammenfassung online verfügbar, in voller Länge werden die Beiträge am 4. Dezember präsentiert. Am 31. Januar und 7. Februar veranstaltet das lettische Fernsehen zwei Vorrunden der Supernova, das Finale mit zehn bzw. elf Interpreten findet am 14. Februar statt.