Irland - SIPTU, die größte Gewerkschaft in Irland, hat den Boykott des Eurovision Song Contests von RTÉ begrüßt und wendet sich gleichzeitig an den Sender auch auf die geplante Übertragung der UEFA Nations League-Spiele der irischen Nationalmannschaft gegen Israel zu verzichten. RTÉ erklärte in einer Pressemeldung, dass die Ausgangssituation hier jedoch in einem anderen Rahmen stattfinde, als die freie Entscheidung des Senders, keinen Interpreten zur Eurovision zu schicken oder diese zu übertragen.
"Wir nehmen die Entscheidung von RTÉ und anderen europäischen öffentlich-rechtlichen Sendern zur Kenntnis und loben sie, die Übertragung des Eurovision Song Contest Anfang des Jahres abgelehnt zu haben. Wir fordern RTÉ auf, auch diesmal denselben moralischen Mut zu beweisen und die Übertragung der für September und Oktober geplanten Wettbewerbe zu verweigern", so SIPTU in einer Mitteilung. RTÉ erklärte, dass Übertragung der Fußballspiele hingegen vertraglich geregelt sei und ein Bruch zukünftige Vereinbarungen über Sportübertragungsrechte beeinträchtigen könne.
Den Entschluss sich dem Boykott der Eurovision 2026 anzuschließen habe RTÉ hingegen frei entscheiden können. Der Sender äußerte sich unmittelbar nach dem Finale von Wien, dass man die Situation in einigen Monaten neu bewerten werde. Sollte Israel die Teilnahme von Seiten der EBU weiterhin gestattet bleiben, gilt eine Rückkehr Irlands 2027 als unwahrscheinlich. Irland gilt innerhalb der Europäischen Union als eines der Länder, die sich historisch bedingt am stärksten mit den Palästinensern solidarisieren. 2024 erkannte Irland Palästina als unabhängigen Staat an und schloss sich der südafrikanischen Völkermord-Klage gegen Israel vor dem IGH an.








