Mittwoch, 9. Mai 2018

Tag 11: Salvador Sobral über "Toy" und plötzlichen Ruhm



Portugal - Mitten in der fröhlichen Eurovisionssaison, während diverse Teilnehmer des diesjährigen Wettbewerbs mit Eigeninterpretationen von "Amar pelos dois" dem portugiesischen Sieger Salvador Sobral ihren Tribut zollen, wird nun genau dieser in einem seiner seltenen Interviews offending. Gegenüber der Zeitung "Publico" machte er seinem Unmut Luft und lässt dies vor allem die israelische Teilnehmerin Netta Barzilai spüren

"Im letzten Jahr haben die Leute gesagt "Jetzt wo du gewonnen hast werden sich die Dinge ändern!", aber ich glaube nicht. Vielleicht in der Zukunft.", wird Sobral zitiert. Weiter: "Youtube dachte, dass ich den israelischen Song mögen würde. Ich habe es geöffnet und es kam ein entsetzliches Lied dabei heraus. Glücklicherweise muss ich mir dieses Jahr gar nichts anhören.", urteilt der portugiesische Sieger, der dort zu einer Art Volksheld aufgestiegen ist. Auch seinen Erfolg über Nacht konnte er nur schwer verdauen. 

Er hoffe nach dem Song Contest in Lissabon nicht mehr in der Siegerrolle stecken zu müssen und sich wieder auf seine Basics, nämlich die eigene Musik, beschränken zu können. Er selbst habe eine Hassliebe zur Eurovision aufgebaut, wenngleich er mehr Vor- als Nachteile aus seiner Teilnahme gezogen hat, wie er selbst angibt. Ab Sonntag kann er sich dann wieder ganz auf sich konzentrieren, lustig wäre es aber wenn der Schöpfer des Zitats "Music is not fireworks" einem vor Pyrotechnik strotzenden Beitrag, etwa Israel oder Zypern den Pokal überreichen darf...

Update [22:49]: In Hinblick auf Salvadors Äußerungen ist Kroatiens Vorjahresvertreter Jacques Houdek der Kragen geplatzt. Netta Barzilai konterte via Twitter trocken: "Sending only love to Salvador, and to all artists of all genres".

Kommentare:

  1. Ich finde ihn einfach großkotzig und undankbar...
    Ein wenig mehr Respekt gegenüber des Song Contests wäre angebracht.
    Schlauer hätte ich ihn gehalten, wenn er einfach sagen würde „für mich ist das Kapitel ESC beendet, es war ne Erfahrung für mich, aber ich würde nicht nochmal auftreten“... Naja...

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  2. Wenn ich diese Aussagen schon lese macht mich das wütend.
    Ein ESC kann nicht nur aus leisen Tönen bestehen, gerade die Vielfalt der Songs macht den ESC erst aus, aber naja lasst ihn reden...

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  3. "music is not fireworks" ich kann immer noch kotzen. So nach dem Motto "ich habe meine Meinung und die ist richtig so, ihr alle habt keine Ahnung!" Musik ist Musik. Ob es nun getragen ist, Utempo, traditionell oder international. Musik bereichert uns das Leben und wir wollen nicht immer nur tieftraurig sein, weil uns jemand in Moll vorjammert wie sehr man jemanden liebt oder vermisst. Manchmal braucht man auch das, aber manchmal braucht man auch eine ganz andere Musik um glücklich zu sein. Musik transportiert Emotionen, richtig Salvador. Aber das geht auch mit Utempo und Spaß...

    PS.: Großen Respekt an Jacques. Er hat es auf den Punkt gebracht!

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  4. S.S. wird mir immer symphatischer. Der hat ne ahnung von musik.

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  5. Dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Jacques Houdek der Kragen platzt, dachte ich mir schon letztes Jahr im Finale.

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