Dienstag, 28. März 2017

Eurovision 2017: Erste Schrauben werden festgezogen



Ukraine - In elf Tagen soll im International Exhibition Centre mit dem Aufbau der Bühne für den Eurovision Song Contest begonnen werden. Bereits jetzt finden die ersten Aufbauarbeiten, etwa die Konstruktion der Beleuchtungsbögen für die Bühne und die ersten Kabel, in der Veranstaltungshalle am Brovarskiy Prospekt statt. 

Die zweiteilige Bühne wird erstmals seit dem Eurovision Song Contest 2013 auch wieder über eine separate Inselbühne inmitten des Publikums verfügen. In späteren Jahrgängen gab es hierfür einen Catwalk, durch den die beiden Bühnenbereiche miteinander verbunden waren. Der Bühnenboden soll wieder über eine multimediale Oberfläche verfügen, im Hintergrund wird es LED-Wände geben.

Entworfen wurde das Bühnendesign von Florian Wieder, der bereits 2011, 2012 und 2015 für die Song Contest-Bühnenszenarien verantwortlich war und noch heute Lob für sein Design in Düsseldorf 2011 einheimst. Wieder Design erhielt den Zuschlag nach einer öffentlichen Ausschreibung, an der zwei ukrainische und zwei interationale Designfirmen teilnahmen.

Previews: Road to Kyiv (11/43) - Finnland


Finnland - Finland - la Finlande - Suomi

Hauptstadt: Helsinki
Bisherige ESC-Austragungsorte: Helsinki
Einwohner: 5,5 Millionen
Fläche: 338.432km²

Unnützer Fakt: Finnisch ist eine der komplexesten und für mitteleuropäische Ohren am schwersten zu verstehende Sprache Europas. Dafür haben sie aber auch ein paar großartige Worte, darunter den Begriff "Juoksentelisinkohan", ein Wort für den Satz "Ich überlege, ob ich sinnlos umherlaufen sollte". Die Finnen haben eine ziemlich isolierte Sprache, die maximal von einigen Schweden und Esten verstanden wird, im Regelfall sind die Worte aber nicht einmal dort deckungsgleich.

Finnland beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1961
Siege: 2006
Letzte Plätze (Finale): 1963 mit Laila Halme, 1965 mit Viktor Klimenko, 1968 mit Kristina Hautala, 1980 mit Vesa-Matti Loiri, 1982 mit Kojo, 1990 mit Beat, 1992 mit Pave Maijanen, 1996 mit Jasmine und 2009 mit Waldo's People
Letze Plätze (Semifinale): 2015 mit Pertti Kurikan Nimipäivät
Sonstiges: Finnland war bis zum Sieg von Lordi 2006 in Athen das Land, das am längsten auf seinen Sieg warten musste. Über 40 Jahre gab es kaum Erfolgserlebnisse für die Finnen, das beste Ergebnis bis dato war der siebte Rang. Mittlerweile wartet Portugal am längsten auf seinen ersten Treffer.

Vorjahresbeitrag: Sandhja mit "Sing it away"
Ergebnis: Platz 15 von 18 im Semifinale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Norma John
Songtitel: Blackbird
Sprache: Englisch
Text & Musik: Lasse Piirainen, Leena Tirronen
Auswahlmodus: Uuden Musikiin Kilpailu, nationaler Vorentscheid, der mit zehn Kandidaten am 28. Januar in Espoo stattfand. Entschieden wurde zu 50% durch internationale Jurys sowie zu 50% per Tele- und Onlinevoting.

Vita des Interpreten: Das Duo Norma John gründete sich im Jahr 2008 und besteht aus der Sängerin Leena Tirronen und dem Klavierspieler Lasse Piirainen. Die Band bestand ursprünglich aus bis zu fünf Mitgliedern. Leena wurde durch ihren Auftritt und den dritten Platz beim finnischen "X Factor" 2010 bekannt, ihr Soloalbum erreichte jedoch nicht die Charts. Die Teilnahme an Uuden Musikiin Kilpailu war die erste Wettbewerbserfahrung die das Duo seit dem Ende von Leenas Solokarriere.

Eurofire's Meinung: Mein absolut letzter Platz in diesem Jahr! Selten habe ich eine so depressive und einschläfernde Melodie vernommen, schon gar nicht beim sonst so fröhlichen Eurovision Song Contest. Alles ist schwarz, dunkel, trist, man möchte sich am liebsten mit einer Packung Schlaftabletten in einem dunklen Zimmer einsperren oder mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Badewanne liegen. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unsympathisch ich dieses finnische Paket finde, zudem tritt das Ganze noch in einem Jahr an, in dem ohnehin schon so viele langweilige Lieder dabei sind, also sorry Finnland, Platz 43.


Montag, 27. März 2017

Exklusiv: IMRI aus Israel im Interview!



Israel - Momentan sind wir im Interview-Flow, heute können wir schon den dritten Auszug aus unserer Fragebogen-Rubrik präsentieren. Es geht nach Israel, das nach zwei Finalqualifikationen in diesem Jahr mit IMRI an den Start gehen wird. Mit "I feel alive" tritt er am 11. Mai im zweiten Semifinale von Kiew an und hat sich vorab die Zeit genommen, sich unserem Fragebogen zu stellen.

Magst du dich unseren Lesern vorstellen?
Ich bin IMRI, 25 Jahre alt aus einer Kleinstadt vor den Toren von Tel Aviv. Ich singe, seitdem ich zwei Jahre alt bin und war Teil einer Schulband in der High School. Später habe ich bei einer Veranstaltungsfirma als Sänger gearbeitet, bis ich die Show "The Rising Star" gewonnen habe. Bei den letzten beiden Eurovision Song Contests war ich als Backgroundsänger für Nadav Guedj und Hovi Star dabei. Ich bin recht sportlich und liebe es zu snowboarden und zu surfen.

Wie fühlt es sich an, für Israel zum Eurovision Song Contest zu fahren?
Es ist eine große Ehre für mich, mein Land zu vertreten und ich freue mich schon sehr, wieder auf die Eurovisionsbühne zurückzukehren.

Du warst bereits als Backgroundsänger dabei. Was erwartest du nun von der Teilnahme als Hauptinterpret?
Ich gehe davon aus, dass es jetzt noch viel großartiger wird als nur als Backing Singer. Jetzt stehe ich im Scheinwerferlicht und ich werde mein Bestes probieren und werde Tag und Nacht dafür arbeiten, dass ich dann auch das Beste geben kann.

Was bedeutet die Eurovision für dich?
Für mich wird ein Traum wahr. Die Eurovision ist der größte Musikwettbewerb der Welt und vor so vielen Menschen singen zu dürfen ist für mich einfach nur aufregend.

Was war deine größte Eurovisionserfahrung bisher?
Als bekanntgegeben wurde, dass "Golden Boy" es ins Finale geschafft hat und wir das Publikum jubeln gehört haben. Das war so ein epischer Moment für die ganze Delegation.

Hast du dir schon ein paar der anderen Teilnehmer angehört?
Ich habe sie mir alle angehört und ich habe auch schon Favoriten, aber nicht nur einen. Wenn ich mir einen aussuchen müsste, würde ich den Schweizer Song wählen.

Worum geht es in deinem eigenen Lied?
In meinem Song geht es darum, an seinen Herausforderungen zu wachsen und seine eigenen Ziele zu erreichen. Es geht im Grunde auch um meine eigene Reise und wie ich nie aufgegeben habe, Dinge zu probieren.

Was können wir von dir in Kiew erwarten?
Ihr könnt euch bei meiner Performance darauf freuen, dass es eine richtige Party auf der Bühne geben wird. Es wird spaßig, das garantiere ich.

Und worauf freust du dich bei der Eurovision am meisten?
Ich freue mich sehr, erstmals auf der großen Bühne zu stehen, die große Halle zu sehen und die Größe des Ganzen zu spüren.

Was wirst du in der Nacht des Halbfinals machen, sollte Israel einer der zehn Qualifikanten sein?
Wow, ich habe überhaupt keine Idee. Kein bisschen. Ich weiß nur, dass ich dann ein ziemlich großes Grinsen im Gesicht haben werde.

Hast du ein paar Tipps, welche Orte man bei einer Reise in Israel unbedingt gesehen haben muss?
Na klar, Tel Aviv ist ein Muss, vor allem das Nachtleben und die tollen Strände. Außerdem muss man sich das Tote Meer und Eilat ansehen, beides sind ganz tolle Orte, die man gesehen haben muss. Und natürlich auch Jerusalem, dabei ist es völlig egal ob man religiös ist oder nicht, man spürt dort trotzdem, was für ein spezieller Ort es ist.

Hast du noch ein paar Worte, die du loswerden möchtest?
Ich freue mich wirklich sehr, Teil des großen Ganzen zu sein und möchte all meinen Fans und den Leuten danken, die mich unterstützen und ich hoffe, dass ich einige von ihnen in Kiew sehen werde. 

Weitere Infos über IMRI auf Facebook und Instagram.

IMRI - I feel alive

Eurovision 2017: EBU weiterhin für Russland am Ball



Europa - "Die EBU wird sicherstellen, dass Russland am Eurovision Song Contest teilnehmen kann.", sind die Worte von Reference Group-Vorstand Frank-Dieter Freiling gegenüber dem Tagesspiegel. "Wir haben der Ukraine klar zu verstehen gegeben, dass wir von ihnen erwarten, dass alle Kandidaten teilnehmen können."

Allerdings gab man auch an, bisher keine Eingangsbestätigung dieser Forderung von den ukrainischen Behörden erhalten zu haben. "Der Ministerpräsident könnte die Entscheidung des Nachrichtendienstes überstimmen.", heißt es weiter. Man respektiere die Gesetzeslage im Land, sollte Russland die Teilnahme dennnoch verwehrt bleiben, würde die EBU andere Lösungen suchen, um die Teilnahme zu ermöglichen.

Bislang sei von russischer Seite noch kein Zimmerarrangement in Kiew reserviert worden. "Russland muss klar machen, dass sie an einer Teilnahme, die wir versuchen möglich zu machen, interessiert sind.", so Freiling. Die allgemeinen Vorbereitungen für die Eurovision laufen derzeit auf Hochtouren, wenn auch nicht immer leicht, gab Freiling an. Der Eurovision Song Contest findet in den ersten beiden Maiwochen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt.

Previews: Road to Kyiv (10/43) - Polen


Polen - Poland - la Pologne - Polska

Hauptstadt: Warschau
Bisherige ESC-Austragungsorte: keine
Einwohner: 38,6 Millionen
Fläche: 312.679km²

Unnützer Fakt: Mitten in Warschau steht der Kulturpalast, ein Bauwerk im Stil des klassischen Sozialismus, in dem u.a. Kinos, Theater und Museen sowie im 30. Stock eine Aussichtsplattform untergebracht sind. Das Gebäude war ein Geschenk von Josef Stalin an die Volksrepublik Polen, stand deshalb in der Kritik und sollte nach dem Zusammenbruch des Ostblocks abgerissen werden. Das Gebäude erhielt aufgrund seiner markanten Form den Beinamen Stalinstachel, steht aber noch heute.

Polen beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1994
Siege: keine
Letzte Plätze (Finale): keine
Letze Plätze (Semifinale): 2011 mit Magdalena Tul
Sonstiges: Polen erreichte bei seinem Debüt 1994 in Dublin den zweiten Platz mit Edyta Górniak. Damals war es die höchste Platzierung, die ein Debütant beim Song Contest erreichte. Bis heute ist dieser zweite Platz in Stein gemeißelt und das beste Ergebnis, das Polen je erzielte.

Vorjahresbeitrag: Michał Szpak mit "Color of your life"
Ergebnis: Platz 8 von 26 im Finale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Kasia Moś
Songtitel: Flashlight
Sprache: Englisch
Text & Musik: Kasia Moś, Pete Baringger, Rickard Bonde Truumeel
Auswahlmodus: Krajowe Eliminacje, moderiert von Artur Orzech am 18. Februar in Warschau. Der Sieger wurde aus zehn Beiträgen per Jury- und Televoting ermittelt. Mit dabei war u.a. auch Martin Fitch, der 2010 als Marcin Mroziński bereits am Eurovision Song Contest teilnahm.

Vita des Interpreten: Katarzyna "Kasia" Moś wurde am 3. März 1987 in Ruda Śląska einer schlesischen Großstadt geboren. Ihr Vater ist Mitglied des Orchesters Aukso, sie studierte an der Chopin-Musikakademie in Bytom und startete eine klassische Musikkarriere. 2006 nahm sie mit "I wanna know" erstmals an Piosenka dla Europy, dem Vorentscheid für den Song Contest in Athen teil, wurde jedoch nur Zehnte. 2016 war sie mit "Addicted" ebenfalls beim Vorentscheid dabei, kam jedoch nicht unter die letzten Drei.

Eurofire's Meinung: Nun ja, ich bin nicht wirklich angetan von der Nummer. Es es ist so ein Lied, das man schon 732x gehört hat. Klar ist alles technisch einwandfrei und Kasia kann auch singen, trotzdem verliert sich das Lied irgendwo im Mittelfeld bei mir. Angesichts der Tatsache, das es dann auch noch im Semifinale mit den tendenziell starken Nationen antritt, dürfte es Polen es erstmals seit der Rückkehr zum Song Contest wieder schwer haben, ins Finale einzuziehen.

Sonntag, 26. März 2017

Exklusive: Timebelle aus der Schweiz im Interview!


Schweiz - Nachdem Svala aus Island uns bereits Rede und Antwort gestanden hat, haben wir auch der Gruppe Timebelle aus der Schweiz unseren Fragebogen übermittelt. Die Sängerin Miruna Manescu hat sich die Zeit genommen und uns in Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest 2017 unseren Bogen ausgefüllt. Die Schweiz tritt mit "Apollo" am 11. Mai im zweiten Semifinale von Kiew an und ihre Bandmitglieder sind bereits Feuer und Flamme für die Show.

Hey, wollt ihr uns kurz verraten wer ihr seid?
Hallo Leute! wir sind Miruna Manescu, Samuel Forster und Emanuel Daniel Andriescu von Timebelle.

Was bedeutet es für euch, für die Schweiz zum Eurovision Song Contest zu fahren?
Es wird eine einzigartige Erfahrung, die wir schon jetzt voll und ganz genießen. Wir sind extrem stolz darauf, dass wir ausgewählt wurden um die Schweiz beim Eurovision Song Contest 2017 zu vertreten und können es kaum abwarten, auf dieser Bühne zu stehen!

Warum habt ihr euch dazu entschieden, es noch einmal beim nationalen Vorentscheid in der Schweiz zu probieren?
Wir haben sehr viele Nachrichten von unseren Freunden und Fans bekommen, dass wir gar nicht anders konnten als noch einmal mitzumachen. Und außerdem denken wir, dass „Apollo“ es verdient hat von so vielen Menschen wie möglich gehört zu werden.

Was bedeutet die Eurovision für euch?
Es ist so ein großes Event. Es ist dieses One-Of-A-Kind-Event von dem wir seit unserer Kindheit geträumt haben. Man muss einfach dort gewesen sein um die einzigartige Vibration der Show zu spüren.

Habt ihr euch schon ein paar der anderen Songs angehört und Favoriten ausgemacht?
Wir haben uns alle anderen Lieder bereits angehört und finden sie wirklich sehr gut. Wir haben uns in Portugal, Schweden und Dänemark verliebt.

Worum geht’s in eurem Lied „Apollo“?
Apollo“ ist zwar eine sehr simple aber gleichzeitig auch eine tiefe Botschaft. Es geht darum, seinen Träumen zu folgen, egal was ist. Egal ob es um unseren Job, eine bestimmte Person oder einen Kindheitstraum geht, versuche einfach deinem Traum zu folgen und ihn zu verwirklichen.

Was können wir von euch in Kiew erwarten?
Eine ganz besondere Performance, viel Gefühl, Schlichtheit und natürlich ganz viel gute Musik!

Und worauf freut ihr euch in Kiew am meisten?
Es ist ganz normal, dass wir uns am meisten auf die große Show in Kiew freuen. Aber wir sind auch sehr gespannt auf all die Veranstaltungen vor Kiew, die Konzerte die wir bis dahin geben und den Moment, wenn wir all die anderen Künstler und vor allem unsere Fans treffen werden. Dass wir in so viele schöne Länder reisen können und uns auf neue Kulturen einlassen können und noch einmal, dass wir unsere Fans sehen können, dass ist das, was uns glücklich macht.

Ihr kommt alle aus verschiedenen Ländern. Wie habt ihr euch kennengelernt?
Wir haben uns alle in der Schweiz kennengelernt. Emanuel und Samuel haben gemeinsam in Bern studiert und kennen sich bereits seit fast zehn Jahren. Ich [Miruna] habe sie vor drei Jahren kennengelernt, als wir uns dazu entschlossen haben, zum ersten Mal zur Eurovision zu fahren. Wir fühlten uns so miteinander verbunden, dass wir seitdem eine Band geblieben sind.

Was würdet ihr uns empfehlen, wenn wir unseren Urlaub in der Schweiz verbinden würden?
Wir empfehlen euch insbesondere im Sommer zu kommen und dann in der Aare zu schwimmen, dem Fluss, der durch Bern fließt. Es ist absolut fantastisch dort und vor allem, es ist kostenlos!

Wollt ihr noch etwas hinzufügen?

Wir möchten euch allen für eure Unterstützung und die lieben Nachrichten danken. Jedes Mal, wenn wir eine neue bekommen, bestärkt uns das mehr in unserem Vorhaben, etwas Tolles mit unserer Musik auf die Beine zu stellen. Vielen Dank dafür!

Timebelle - Apollo

Exklusiv: Svala im Interview


Island - Es war 2011 vor dem Eurovision Song Contest in Düsseldorf als Magdalena Tul mein letztes Interview-Opfer wurde. Nach sechs Jahren wollte ich einfach ausprobieren ob ich es noch kann und habe eine Art Fragebogen an alle die diesjährigen Eurovisionsteilnehmer verteilt. Die erste, die uns diesen beantwortet hat, ist die isländische Sängerin Svala, die in diesem Jahr mit "Paper" am ersten Semifinale von Kiew am 9. Mai teilnimmt.

Hey Svala, stell' dich doch unseren Lesern kurz vor.
Ich heiße Svala Karitas Björgvinsdóttir und bin eine isländische Sängerin und Songwriterin. Ich wurde bereits in die isländische Musikindustrie hereingeboren, denn mein Vater Bo Halldorsson ist einer der erfolgreichsten Künstler in Island. Ich habe angefangen Musik aufzunehmen als ich sieben Jahre alt war. Ich habe zahllose Singles veröffentlicht und in meiner Karriere in diversen Bands mitgewirkt. 

Meinen ersten Nummer-Eins-Erfolg hatte ich als ich elf Jahre alt war und den zweiten mit 16. Als ich 20 Jahre alt war habe ich bei der EMI in Amerika einen Plattenvertrag unterschrieben, einen der größten Plattendeals, den je ein Isländer in Amerika erhalten hat. Meine erste Single, an der ich mitgeschrieben habe kam 2001 heraus und war in Amerika so erfolgreich, dass sie die Top 30 Billboard Charts erreichte. Ich habe zwei Soloalben und drei Alben mit meiner Band Steed Lord veröffentlicht.Steed Lord haben wir 2006 gegründet und wir waren weltweit erfolgreich. 

Ich bin weltweit aufgetreten, habe eine Kleiderkollektion für H&M entworfen, in einer Menge amerikanischer TV-Sendungen gesungen, Werbung und einige Filme gedreht. 2009 bin ich nach Los Angeles gezogen und lebe dort nun seit acht Jahren mit meinem Ehemann, der auch Songwriter, Produzent und Director ist. Ich habe meine eigene Modekollektion namens KALI und verkaufe diese online. Letztes Jahr habe ich meine neue Band Blissful gegründet und unsere erste Single "Elevate" schnitt bei Spotify ganz gut ab. Außerdem war ich zwei Staffeln lang Jurorin bei "The Voice" in Island. Ach ja, und ich liebe Katzen.

Wie fühlt sich das an, für Island zum Eurovision Song Contest zu fahren?
Ich bin mit meiner Musik so viel in der Welt herumgereist, ich war überall und habe meine Musik vorgestellt. Aber ich war noch nie in der Ukraine und bin sehr gespannt auf dieses neue Land. Es wird garantiert lustig und ich freue mich sehr darauf.

Wie bist du in den nationalen Vorentscheid in Island hereingerutscht?
Es war die Idee meines Mannes, sagte, wir sollten es mit "Paper" versuchen. Wir haben den Song zusammen mit Lester Mendez und Lily Elise in L.A. geschrieben. Die letzten zwei Jahre haben wir gemeinsam im Studio an neuer Musik für Blissful gearbeitet und dabei kam auch "Paper" heraus. Wir wussten gleich, dass der Song episch und groß ist. Und mein Mann Einar dachte, es wäre toll, ihn beim isländischen Vorentscheid einzureichen. Ich habe ein paar Tage darüber nachgedacht, mich dann aber doch dafür entschieden, weil die Message so wichtig ist und ich dachte, hm, es könnte gut abschneiden. Ich freue mich, so viel Rückmeldung auf meinen Song zu bekommen. Das hat eine richtige Eigendynamik entwickelt.

Was bedeutet die Eurovision für dich?
Es ist eine tolle Gelegenheit, einem so viel größeren Publikum seine Musik und seine Stimme näherzubringen. So viele Menschen schauen die Eurovision und es ist eine große Sache, so eine große Plattform geboten zu bekommen. Es ist auch eine fantastische Gelegenheit, weltweit so viele Menschen mit Musik und in unterschiedlichen Stimmen zu vereinen. Es ist wirklich schön.

Was war deine wichtigste Erfahrung mit der Eurovision bisher?
Als ich auf Island mit so überraschend vielen Stimmen gewonnen habe. Ich habe so eine tolle Erfahrung damit gemacht, zu spüren, dass mein Song und ich so viel Unterstützung erhalten. Ich bin für diese Erfahrung so dankbar!

Hattest du schon die Möglichkeit, dir ein paar der anderen Lieder anzuhören?
Ja, ein paar habe ich mir schon angehört. Ich liebe Finnland und ihr Lied, Serbien ist auch ganz cool und Mazedonien. Das Lied aus Armenien ist auch ganz schön.

Worum geht es in deinem eigenen Lied?
In meinem Lied geht es um ein eigenes Erlebnis. Es geht darum um verschiedene Abschnitte in deinem Leben. Ich war ständig in den isländischen Medien und deswegen hatte trug ich in meinem Leben immer eine große Angst mit mir herum, seitdem ich ein Teenager war. Musik war immer so etwas wie ein Seelenheil für mich und mein sicherer Platz. Ich wollte zu Papier bringen, durch was für Zeiten und Schwierigkeiten ich in meinem Leben gegangen bin. Wir hadern alle mit irgendwelchen Dingen, niemand hat ein perfektes Leben. 

Das verbindet uns als Menschen. "Paper" ist eine Metapher für Gefühle, als ich mit Lily den Text schrieb, wollte ich die Bezug auf meine Probleme nehmen. Meine Ängste machen mich schwach und verletzlich wie ein Stück Papier. Du kannst so viel mit Papier machen, es schneiden, verbrennen, zerreißen und es wieder zusammenkleben, es lochen, zerknüllen und so weiter. Aber du kannst damit auch schöne Dinge machen, darauf malen, Gedichte und Geschichten schreiben, wunderschöne Briefe für geliebte Menschen schreiben und so weiter.

Die Intention hinter meinem Lied ist "Sei offen und ehrlich und lass' dich nicht von deinen Problemen unterkriegen". Wenn wir uns öffnen und miteinander reden müssen wir unsere Ängste nicht mit uns allein ausmachen. Darum geht es in "Paper".

Was können wir von dir auf der Bühne in Kiew erwarten?
Eine wunderschöne Show. Eine makellose stimmliche Leistung und eine sehr ausdrucksstarke und ehrlich gemeinte Bühnenshow.

Worauf freust du dich bei der Eurovision am meisten?
Vor all diesen Menschen auf dieser großen Bühne auftreten zu können. Ich liebe es, auf der Bühne zu sein und ich liebe es live aus vollem Herzen zu singen. Das gibt mir den ultimativen Kick Menschen mit meiner Stimme und meiner Musik zu berühren.

Dein Vater war auch schon bei der Eurovision. Hat er dir ein paar Ratschläge gegeben?
Ja, er nahm 1995 mit "Núna" teil. Er erklärte mir, ich soll die ganze Reise einfach nur genießen und Spaß dabei haben. Ich gebe mein Bestes und hoffe freue mich auf all diejenigen, die ich dort treffen werde.

Was würdest du machen, wenn Island einer der zehn glücklichen Finalisten wäre?
Ich würde vor Freude total laut schreien und springen und danach meinen Mann küssen und umarmen.

Möchtest du uns noch etwas mit auf den Weg geben?
Vielen Dank, dass ihr mein Interview gelesen habt. Ich wünsche euch eine schöne Zeit, Liebe und Licht für jeden von euch. Wenn ihr mich auf meiner Eurovisionsreise begleiten möchtet, könnt ihr das auf Snapchat oder Instagram unter "svalakali" tun.

Svala - Paper

Previews: Road to Kyiv (09/43) - Australien


Australien - Australia - l'Australie - Australia

Hauptstadt: Canberra
Bisherige ESC-Austragungsorte: keine
Einwohner: 24,3 Millionen
Fläche: 7.692.024km²

Unnützer Fakt: Die Australier lieben ihren Brotaustrich Vegemite. Für viele Europäer ist er allerdings ungenießbar und erinnert an einen Brühwürfel. Das konzentrierte Hefeextrakt, das ein bisschen wie Pflaumenmus aussieht, ist extrem reich an Vitamin B und ist in Australien so populär, dass es von staatlicher Seite neben der Sydney Opera, dem Ayers Rock und dem Akubra-Hut zum "National Icon" beschworen wurde.

Australien beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 2015
Siege: keine
Letzte Plätze (Finale): keine
Letze Plätze (Semifinale): keine
Sonstiges: Australiens Teilnahme beim Eurovision Song Contest erfolgt auf Stand By-Basis. 2015 wurde das Land von der EBU zum Jubiläum eingeladen, einen Beitrag zu entsenden, seither gilt mehr oder weniger das Gewohnheitsrecht für den assoziierten Sender SBS.

Vorjahresbeitrag: Dami Im mit "Sound of silence"
Ergebnis: Platz 2 von 26 im Finale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Isaiah Firebrace
Songtitel: Don't come easy
Sprache: Englisch
Text & Musik: David Musumeci, Anthony Egizii
Auswahlmodus: Interne Auswahl durch das australische Fernsehen SBS und Präsentation Anfang März.

Vita des Interpreten: Isaiah Firebrace wurde 1999 in der Kleinstadt Moama in New South Wales geboren und wurde durch die achte Staffel von "X Factor Australia" landesweit bekannt. Er ging mit Coversongs wie Adeles "Hello" oder "If I ain't got you" von Alicia Keys als Sieger der Show hervor. Sein Debütsong "It's gotta be you" erreichte die #26 der australischen Singlecharts und wurde u.a. auch in Neuseeland, den Niederlanden und Skandinavien veröffentlicht. Sein Debütalbum "Isaiah" erschien am 9. Dezember in Australien.

Eurofire's Meinung: Der bislang schwächste der drei australischen Song Contest-Beiträge, sauber produziert aber Botschaft und Melodie berühren mich nur oberflächlich. Australien dürfte aufgrund seines Sonderstatus beim Eurovision Song Contest immer einen kleinen Bonus haben, nach zwei großartigen Beiträgen dürfte dieser aber ein bisschen abschmieren und dürfte die Top Five im Finale deutlich verfehlen. Das er es aber zumindest in die Endrunde schafft, halte ich für möglich.

Samstag, 25. März 2017

Deutschland: Samstagabend-Kurzweil im Ersten



Deutschland/Österreich - Ein erstes Song Contest-Duell lieferten sich heute Abend im "Schlager-Countdown" in Oldenburg die deutsche Sängerin Levina und Österreichs Sänger Nathan Trent. Beide sangen zwar, wie in solchen Shows üblich, Playback und das Ergebnis der dreiminütigen Votingperiode wird rein gar nichts aussagen, da die Show nur im deutschsprachigen Raum gezeigt wird, trotzdem machten beide auch hier wieder einen sehr sympathischen Eindruck.

2018 wieder auf Tour:
The Kelly Family
Levina erhielt von den Zuschauern der Show 9,6 Punkte, Nathan 7,3 Punkte. Beide Kandidaten liegen in den internationalen Wettquoten jedoch im hinteren Mittelfeld, Deutschland auf der #31 und Österreich auf der #36. In der gleichen Show, die "Unser Song 2017"-Juror Flori moderiert hatte, trat u.a. auch Vincent Gross auf, der 2016 gegen Rykka beim Schweizer Vorentscheid das Nachsehen hatte und dieses Jahr auch ein Gastspiel beim deutschen Vorentscheid hatte.

Zudem gab es das Comeback der Kelly Family (nicht in kompletter Besetzung) nach 18jähriger Pause, Floris Auftritt mit Klubbb3 feat. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und die Premiere von neuen Helene Fischer-Songs, die von mir auch ein eher mittelmäßiges Ergebnis bekommen würden. Nach einem Erfolg wie "Atemlos" einen ähnlichen Song nachzuliefern dürfte auch schwierig sein, außer man ist Teil von ABBA. Falls sie 2018 aber noch nichts vor hat, kann sie gerne für uns in Turin starten.

Eurovision 2017: EBU appelliert an Präsidenten



Europa - EBU-Supervisor ist mit einem erneuten Vorschlag an die Öffentlichkeit getreten, um Julia Samoylova in Kiew auftreten zu lassen. Nachdem der Vorschlag mit der Zuschaltung per Satellit ausgeschlagen wurde sagte er heute, dass sich die EBU weiterhin an die Regeln der ukranischen Behörden halten werde, trotzdem eine Lösung für das Problem sucht, das in 62 Jahren Eurovisionsgeschichte einmalig ist.

"Wir haben den ukrainischen Premierminister und die Regierung der Ukraine darum gebeten, ihre Entscheidung zu überdenken, sodass jegliche Einreisesperren erst nach dem Eurovision Song Contest greifen. Unser Hauptziel ist es, dass Russland Teilnehmer auf der Bühne im Mai in Kiew bleibt. Wir arbeiten hart daran.", so Jon Ola Sand am Samstag. Unterdessen gibt es auch Rückmeldung einzelner Delegationen, die damit eigentlich nichts zu tun haben.

Der dänische Unterhaltungschef und ehemalige Executive Producer des Wettbewerbs in Kopenhagen, Jan Lagermand Lundme sagte, der Eurovision Song Contest dürfe nicht zu einem politischen Schlachtfeld werden. Man darf davon ausgehen, dass die ukrainischen Behörden auch diesen Vorschlag der EBU ablehnen werden und somit deutet immer mehr darauf hin, dass die 62. Eurovision ohne russische Beteiligung stattfindet.

Previews: Road to Kyiv (08/43) - Lettland


Lettland - Latvia - la Lettonie - Latvija

Hauptstadt: Riga
Bisherige ESC-Austragungsorte: Riga
Einwohner: 2,0 Millionen
Fläche: 64.589km²

Unnützer Fakt: Der Rīgas Melnais Balzams ist ein traditioneller Kräuterlikör mit 45% Alkoholgehalt auf der Grundlage diverser Kräuter, Blüten und Ölen. Der schwarze Likör wird nach einem Geheimrezept aus, wie es heißt, 24 Zutaten, darunter Wermut, Baldrian, Birkenknospen, Himbeeren, Ingwer und Schwarzem Pfeffer gebraut. Erfunden wurde er von einem Apotheker in Riga und soll bereits Zarin Katharina der Großen wieder Leben eingehaucht haben. Vielen Letten ist er allerdings zu stark, sodass er häufig mit Wodka verdünnt wird.

Lettland beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 2000
Siege: 2002
Letzte Plätze (Finale): keine
Letze Plätze (Semifinale): 2009 mit Intars Busulis, 2010 mit Aisha und 2013 mit PeR
Sonstiges: Nach der Neuausrichtung des lettischen Vorentscheids vor zwei Jahren hielt auch die Rahmenprogrammunterhaltung Einzug bei der sogenannten Supernova. Der in den Reklamepausen auftretende Riga Beaver lockt mit seinen witzigen Einlagen mehr Fans vor den Online-Stream als die meisten der antretenden Interpreten.

Vorjahresbeitrag: Justs mit "Heartbeat"
Ergebnis: Platz 15 von 26 im Finale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Triānas Parks
Songtitel: Line
Sprache: Englisch
Text & Musik: Agnese Rakovska, Kristaps Ērglis, Kristians Rakovskis
Auswahlmodus: Supernova, mehrwöchiger Vorentscheid mit zwei Vorrunden, einem Halbfinale und der Finalshow am 26. Februar in Riga mit vier Interpreten. Triānas Parks siegten im Tele-, Online- und Spotify-Voting gegen die Konkurrenz The Ludvig, MyRadiantU und Santa Daņeļeviča.

Vita des Interpreten: Triānas Parks besteht aus Sängerin Agnese Rakovska, Gitarrist Artūrs Strautiņš, Schlagzeuger Edgars Viļums und Bassist Kristaps Ērglis und sind musikalisch im Electro- und Funkrock zuhause. Die Gruppe versuchte es diverse Male beim nationalen Vorentscheid, erstmals im Jahr 2008 mit dem Song "Bye bye" wo sie den vierten Platz belegten. Auch 2009 und 2010 reichte es nur für den vierten Rang. 2012 wurde es mit "Stars are my family" nur der neunte Rang. Im sechsten Anlauf reichte es nun endlich für die Eurovision.

Eurofire's Meinung: Ich bin noch hin- und hergerissen, ob mir das Lied gefällt oder nicht. In der Masse der 43 Beiträge finde ich es durchaus in Ordnung, steht das Lied alleine verliert es meiner Meinung nach ungemein. Es ist definitiv eine Bereicherung für den Song Contest, weil es musikalisch eine ganz andere Schiene einfährt, die Schwarzlicht-Adaptionen sind auch ein netter Blickfang, ich bin mir nur nicht sicher, ob das im Jahr 2017 europaweit noch zündet. Und dass ich Markus Riva lieber gehabt hätte, erklärt sich von selbst.

Freitag, 24. März 2017

San Marino: Verhalten der Ukraine unpassend



San Marino - Man kann ja von San Marino beim Eurovision Song Contest halten was man will, aber sie haben immerhin den Arsch in der Hose, offen zum Einreiseverbot von Julia Samoylova Stellung zu beziehen. Der Senderchef des Zwergstaates, Carlo Romeo, hat als bisher einziger Außenstehender eines anderen Teilnehmerstaates Stellung bezogen und seinen Unmut bekundet.

"Als staatlicher Rundfunk müssen wir dazu sagen, dass wir mit dem Verhalten der Ukraine nicht einverstanden sind. Konflikte sollten außerhalb der Eurovision ausgetragen werden.", heißt es im Statement aus San Marino. Nun wird diese Aussage in der festgefahrenen Situation nichts bewirken, zeugt jedoch davon, dass auch andere Nationen bzw. Rundfunkanstalten, die an der Eurovision teilnahmeberechtigt sind, einen klaren Standpunkt vertreten.

Ukrainische Behörden haben Julia Samoylova nicht zur Eurovision zugelassen, da sie auf der Halbinsel Krim sang. Vermittlungen der EBU verliefen sich bisher im Sand. Diese sucht momentan nach Alternativen um der nominierten russischen Künstlerin die Teilnahme am 62. Eurovision Song Contest doch noch zu ermöglichen, ohne ein Einlenken der Ukraine dürfte sich dies jedoch als ausgesprochen gestalten.

Eurovision 2017: EBU sucht weitere Lösungen für Russland



Russland - Irgendetwas muss der EBU an Julia Samoylova liegen. Nach dem zurückgewiesenen Vorschlag der Union, Julia aus Russland zuzuschalten und von dort singen zu lassen, sucht man in Genf nach einer weiteren Lösung, die es ermöglicht, Julia zum Eurovision Song Contest zu schicken. Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS. Sowohl Channel One als auch die Ukrainer sagten zum Vorstoß der EBU "Njet".

"Wir setzen unseren Dialog mit den ukrainischen Behörden mit der Ambition fort, dass alle Kandidaten in Kiew auftreten können, denn dies ist unsere bevorzugte Option. Sollte die Einreisesperre von Julia Samoylova aufrecht erhalten bleiben, sehen wir uns verpflichtet alternative Vorschläge zu finden.", so Communications Officer Dave Goodman. Auch eine Liveschaltung nach Russland würde laut ukrainischen Behörden einen Bruch von geltenden Gesetzen darstellen.

Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt ist auch, was passieren würde, sollte Julia Samoylova tatsächlich kommendes Jahr für Russland starten. An ihrem Status wird sich bis dahin nichts ändern, das ukrainische Fernsehen NTU müsste sich theoretisch zurückziehen, da man nicht garantieren könne, den Beitrag störungsfrei zu zeigen. Inzwischen berichten renommierte internationale Medien über die Farce, die Kiew und Moskau sich bieten, die Meldungen spielt der Ukraine zusehend in die Karten.

Previews: Road to Kyiv (07/43) - Schweiz


Schweiz - Switzerland - la Suisse - Svizzera - Svizra

Hauptstadt: Bern
Bisherige ESC-Austragungsorte: Lugano, Lausanne
Einwohner: 8,4 Millionen
Fläche: 41.285km²

Unnützer Fakt: Hierzulande haben Fondue und Raclette eigentlich nur zu Silvester eine größere Bewandtnis. In der Schweiz ist Fondue aber weit mehr, es ist ein nationales Gut und dementsprechend gibt es auch zahlreiche Fachbegriffe beim richtigen Fondue. So wird der Keramiktopf in dem der Käse vor sich hinschmelzt als Caquelon bezeichnet, meist ist dieser am langen Stiel zu erkennen. Das Gerät um das Fondue bei Temperatur zu halten trägt den Namen Rechaud.

Schweiz beim Eurovision Song Contest:
Jahr des Debüts: 1956
Siege: 1956 und 1988
Letzte Plätze (Finale): 1964 mit Anita Traversi, 1967 mit Géraldine, 1974 mit Piera Martell, 1998 mit Gunvor und 2011 mit Anna Rossinelli
Letze Plätze (Semifinale): 2010 mit Michael von der Heide, 2015 mit Mélanie René und 2016 mit Rykka
Sonstiges: Den allerersten Sieg beim Song Contest fuhr Lys Assia ein, Gerüchten zufolge soll sich dieses Ergebnis nur durch den Umstand ergeben haben, dass das luxemburgische Fernsehen auf die Entsendung von Juroren verzichtete und stattdessen die Schweizer Kollegen um Aushilfe bat. Belegen kann man dies nicht, die Wertungsbögen wurden nach der Auszählung verbrannt.

Vorjahresbeitrag: Rykka mit "The last of our kind"
Ergebnis: Platz 18 von 18 im Semifinale

Diesjähriger Beitrag:
Interpret: Timebelle
Songtitel: Apollo
Sprache: Englisch
Text & Musik: Elias Näslin, Nicolas Günthardt, Alessandra Günthardt
Auswahlmodus: Die Große Entscheidungsshow am 5. Februar in Zürich mit sechs Beiträgen, die gemeinschaftlich von den Rundfunkanstalten SRF, RTS und RSI sowie dem rätoromanischen Fernsehen ausgewählt wurden. Timebelle setzten sich mit 47,88% gegen die Konkurrenz im Televoting durch.

Vita des Interpreten: Die Gruppe Timebelle besteht aus einem europäischen Nationenmix. Leadsängerin Miruna Manescu und Emanuel Andriescu stammen aus Rumänien, Sándor Törok ebenfalls, gehört aber der ungarischen Minderheit in Rumänien an, der Gitarrist Christoph Siegrist wurde in Manchester geboren, Akkordeonspieler Rade Mijatović stammt aus Serbien und Samuel Forster wurde in Stuttgart geboren. 2015 versuchte es die Band, die nach der Zytglogge, einem Uhrenturm in Bern benannt ist, mit "Singing about love" erstmals beim Schweizer Vorentscheid, musste sich damals allerdings Mélanie René geschlagen geben.

Eurofire's Meinung: Die Wahl von Timebelle war die einzige Option, die die Schweiz in diesem Jahr im nationalen Vorentscheid hatte. Der Song ist nun keine Offenbarung und auch keine Neuerfindung irgendwelcher Musikstile, lässt sich aber gerne einmal abspielen. Es dürfte in Kiew ähnlich ankommen wie seine Vorgänger, vielleicht ein bisschen besser, den ganz großen Wurf werden die Eidgenossen aber auch dieses Jahr nicht landen. Dennoch gefällt es mir ganz gut.