Donnerstag, 1. Juni 2017

Bosnien-Herzegowina: Alte Probleme neu auf dem Tisch


Bosnien-Herzegowina - Am 13. Juni treffen sich in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo Delegierte der Europäischen Rundfunkunion, des Senders BHRT, der bosnischen Journalistenvereinigung, des Europarates und OSZE-Vertreter um über die Zukunft des Senders BHRT zu beraten und Maßnahmen zu ergreifen, den Sender vor seinem endgültigen Aus zu retten. Bereits seit Jahren strauchelt der öffentlich-rechtliche Sender BHRT aufgrund politischen Versagens.

Die EBU betont auf ihrer Website abermals, dass dringende Reformen in den Mediengesetzen von Bosnien-Herzegowina und eine garantierte Finanzierung von BHRT notwendig sind, andernfalls wäre das Land das einzige in Europa ohne einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Angestrebte Medienreformen wurden bis zum heutigen Tag nicht durchgesetzt. Die scheidende EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre appellierte an die bosnische Regierung, Sofortmaßnahmen zu ergreifen.

Ein Ende des Senders BHRT hätte laut EBU-Angaben verheerende Folgen, nicht nur für die Medienlandschaft in Bosnien-Herzegowina sondern würde auch die Gräben zwischen den ethnischen Gruppen im Land vertiefen. Beide Entitäten unterhalten eigene Rundfunkanstalten. BHRT ist seit 1993 Mitglied der Europäischen Rundfunkunion und u.a. auch für die Teilnahme am Eurovision Song Contest verantwortlich. Zuletzt nahm Bosnien-Herzegowina, spendenfinanziert, 2016 am Wettbewerb teil und flog erstmals im Halbfinale raus.

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