Sonntag, 14. Mai 2017

Eurovision 2017: Analyse der Punktevergabe



Ukraine - Dafür lohnt es sich auch wach zu bleiben: Die EBU hat nunmehr die vollständigen Ergebnisse beider Semifinals und der Finalshow veröffentlicht, sprich die nationalen Ergebnisse der Juroren und der Zuschauer. Zunächst Deutschland, Levina hat, wie in der Finalshow zu sehen war drei Punkte von der irischen Jury erhalten. Hinzu kommen noch drei Punkte aus der Schweiz beim Televoting. Damit endet die deutsche Bilanz allerdings auch schon. Bei der Schweiz bedankten wir uns im Halbfinale mit zwei Punkten im Juryvoting.

Levina lag in Armenien, wo sie auf Promotiontour war im Televoting auf Rang 12, ebenso in Spanien. In Österreich und Georgien auf Rang 14 und in Rumänien auf der 15. Die schwedischen und britischen Juroren hatten "Perfect life" an Position elf gesetzt. Alle übrigen Ergebnisse sind eher mau, grundsätzlich wurde Levina aber von den Juroren Europas eher geschätzt als im Televoting.

Die deutsche Jury setzte Norwegen vor Portugal an die Spitze. Bei den deutschen Anrufern kam Norwegen lediglich auf Position 20. Auf den letzten Platz setzten unsere Juroren Israel. Die deutschen Zuschauer vergaben ihre Höchstwertung an Portugal, gefolgt von Belgien, Kroatien, Moldawien und Rumänien. Schlusslichter im deutschen Televoting waren Spanien und ganz hinten Dänemark. Anzumerken ist, dass die deutschen Juroren auf Eurovision.tv falsch dargestellt werden, dort ist von Namika, Sarah Connor und Co die Rede, die im vergangenen Jahr abstimmen.

Übereinstimmend haben die armenischen Juroren Aserbaidschan konsequent auf die 25 gesetzt, auch im Televoting landet der Klassenfeind ganz hinten. Gleiches Bild bietet sich auch bei Aserbaidschan, Artsvik lag sowohl bei den Zuschauern als auch bei allen fünf Juroren ganz hinten, als hätten beide Beiträge nicht existiert. Wenig überraschend tauschten sowohl Griechenland als auch Zypern im Jury- und Televoting 24 von 24 Punkten aus.

In Skandinavien funktionierte die Nachbarschaftshilfe bedingt, Norwegen vergab im Televoting fünf Punkte an Schweden, hingegen keine Punkte an Dänemark. Dänemark revanchierte sich im Televoting mit sieben Punkten und sechs Zählern bei den Juroren bei Norwegen, Schweden erhielt jeweils Zwölf von Juroren und Zuschauern. Und auch die Finnen zeigten sich mit allen drei Ländern solidarisch. Anja Nissen profitierte zudem durch ihre Popularität in Australien.

Zumindest bemerkenswerte Unterschiede gab es im Finale u.a. bei der bulgarischen Stimmabgabe, dort lag Frankreich im Televoting auf der eins, bei den Juroren nur auf Platz 18. In Georgien fiel es sogar noch extremer auf, Weißrussland lag bei den Zuschauern auf der Fünf, bei den Juroren hingegen nur auf Platz 23. 

Im Semifinale erhielt San Marino seinen einen Punkt tatsächlich aus dem deutschen Televoting. Die deutschen Juroren hatten für San Marino nichts übrig, auch Nicole setzte die Komposition von ihrem Ziehvater Ralph Siegel nur auf die 16. Österreich wurde mit vier Punkten von den Zuschauern belohnt, von den Juroren gab es sogar sechs, die Schweiz erhielt aus Deutschland überhaupt keine Punkte im Televoting, von den Juroren zwei Punkte. Anders als im Finale erhielt Österreich von den Zuschauern darüber hinaus noch sechs Punkte aus den Niederlanden, vier aus Rumänien und Kroatien und ein paar niedrigere Wertungen aus sieben anderen Nationen.

Im ersten Semifinale kassierte Tschechien immerhin zwei Punkte von den Zuschauern aus Portugal und diverse Zähler, darunter zwölf aus Portugal und zehn aus Spanien und Slowenien von den Juroren. Tschechien ist somit einer der am meist gepushtesten Jurylieblinge. Lettland, das auf den letzten Platz kam, erhielt einen Punkt von aserbaidschanischen Juroren, ansonsten profitierte man lediglich vom Televoting, sieben Punkte aus dem UK waren dort die Spitze. 

In jenem Semifinale erhielt Aserbaidschan von den armenischen Zuschauern zwar keine Punkte, landete aber vor Lettland auf Platz 16 im Televoting. Die Juroren blieben allerdings konsequent und setzten Dihaj geschlossen auf den letzten Platz. Armenien setzte im Halbfinale auf Hovig, der natürlich durch seine armenischen Wurzeln punkten konnte. Sehr auffällig hingegen ist die Übereinstimmung der aserbaidschanischen Juroren im Halbfinale. Fast alle Beiträge erhielten von den Juroren ähnliche Wertungen, was fast schon ein bisschen zu harmonisch wirkt, um nicht abgesprochen zu sein. 

Alle Einzelheiten aus den drei verschiedenen Shows können hier abgerufen werden. Die Europäische Rundfunkunion ermöglicht somit die größtmögliche Transparenz bezüglich der abgegebenen Stimmen, sowohl im Televoting als auch von den einzelnen Juroren. Und damit verabschiede ich mich zunächst einmal und melde mich morgen wieder mit einer großen Zusammenfassung vom Finale, Reaktionen, Bildern und eventuellen Aussichten auf den Eurovision Song Contest 2018, der aller Voraussicht nach in Lissabon stattfinden wird.

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