Dienstag, 16. Mai 2017

Deutschland: Kritik von allen Seiten



Deutschland - Zwei Tage nach der erneuten Punktemisere in Kiew gibt es weitere Stimmen, die sich zum Abschneiden von Levina äußern. Darunter auch Ann Sophie, die 2015 in Wien mit null Punkten heimfuhr. Sie kritisierte den federführenden NDR bereits direkt nach der damaligen Show, wurde fallen gelassen und nicht richtig vermarktet.

"Zero of our times":
Ann Sophie 2015 in Wien
"Ich möchte Levina sagen, es liegt nicht an ihr,", so Ann Sophie, "Ich finde, dass Deutschland es sich zu einfach macht. Frei nach dem Motto: "Das wird schon irgendwie laufen!" (...) Ich war bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich im deutschen Hamsterrad gefangen, vom Ausland war nie die Rede." Zumindest in diesem Punkt hat der NDR gelernt und Levina durch diverese Nationen auf Promotiontour geschickt.

Auch Altmeister Ralph Siegel findet Worte zum deutschen Abschneiden: "Levina hatte deshalb keine Chance, weil ihr Lied einfach nicht so stark war wie andere Lieder und Show-Darbietungen in diesem unglaublichen Wettbewerb. Sie hat gut gesungen, gut ausgesehen,war gut gestylt und lächelte und strahlte in einer guten Choreografie und gutem Licht. Nur: Der Feind des Guten ist einfach das Bessere."

Versuchte sich in San Marino
auszuleben: Ralph Siegel
Auf die Frage, was man ändern könnte oder sollte sagte Siegel: "Die Antwort könnte ich Ihnen geben, sie wäre sehr differenziert und ausführlich, aber es gibt einfach zu viele Menschen, die meine Meinung zu diesem Thema seit Jahren nicht ernst nehmen und darüber lächeln." Ebenfalls ein Seitenhieb auf den NDR der Siegels Bewerbungen jahrelang stiefmütterlich behandelte, sodass er schließlich wieder in San Marino anheuerte.

Die Forderungen nach Stefan Raab werden wieder lauter, zuletzt erklärte ProSieben-Chef Thomas Ebeling, dass er mit Raab in Kontakt steht und über neue Formate nachdenkt. Dennoch: "Ich glaube aber nicht, dass Stefan Raab in naher Zukunft zurück vor die Kamera will.", so Ebeling. Raab wird, nach all seinen Verdiensten bei der Eurovision und seinem seinem Abschied vom aktiven TV-Auftreten kaum wieder zurückkommen und erneut die Scherben zusammenzufegen. 

Der NDR wird den Karren alleine aus dem Dreck ziehen müssen und dies ist auch notwendig, da wir sieben Jahre nach Lenas Sieg in Oslo wieder auf dem Stand von 2009 sind, als der Song Contest in Deutschland aufgrund der Ergebnisse unattraktiv wurde.Fakt ist nur, eine Analyse und Reformen wie Thomas Schreiber sie ankündigte, wird nicht ausreichen, es müssen auch logische Konzepte entwickelt werden, die in diversen anderen Nationen problemlos funktionieren, hier aber z.T. schon an bürokratischen Hürden im Vorfeld scheitern, Raab konnte Ende 2009 auch erst auf Umwegen gewonnen werden...

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