Samstag, 8. April 2017

Israel: Zukünftige Probleme mit der EBU?



Israel - Täglich na ja, jährlich grüßt das Murmeltier, auch in Israel. Dort heißt es nun, dass der neu geplante Sender Kan möglicherweise in Zukunft Probleme mit der EBU bekommen könnte. Grund hierfür sind die Nachrichtenformate des Senders, die offenbar staatlicher Zensur unterliegen könnten. Das meldet die Frankfurter Rundschau. "Seit Monaten haben sie neue Nachrichtenformate entworfen, Ideen für Talkrunden entwickelt und jetzt soll alles für die Katz gewesen sein.", heißt es darin.

2015 beschloss die israelische Regierung den "aufgeblähten" Apparat der IBA zu reformieren. Nun geht es darum, dass der Sender insbesondere in seinem News-Programm beschnitten wird, investigative Nachrichten dürften gestrichen werden, übrig bleibt ein Unterhaltungs- und Kulturprogramm. "Hunderte verlieren ihren Job wegen dieser Vereinbarung, bloß weil drei oder vier von ihnen Netanjahu nicht genehm sind.", wird Kan-Direktor Gil Omer zitiert. Kritische Berichte würden völlig wegfallen.

Da sich die Mitgliedssender der EBU einem Vollprogramm verpflichtet sind, inklusive unabhängiger Nachrichten, gibt es nun erste Berichte, der neue Sender könnte aus der Rundfunkunion fliegen, da es diesen Auftrag nicht mehr erfüllen kann. Auf die Teilnahme in Kiew dürfte sich dies noch nicht auswirken, was allerdings in Zukunft mit dem israelischen Staatsfernsehen innerhalb der EBU passiert, bleibt zunächst abzuwarten, der bosnische Sender BHRT ist beispielsweise immer noch Teil der EBU, wenngleich er komplett heruntergewirtschaftet wurde.

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