Donnerstag, 26. Januar 2017

Quergehört: Die britischen Songs im Check



Großbritannien - Nachdem die Kandidaten von "You Decide" in Großbritannien durch die BBC bekannt gegeben wurden und wenig später von Jason Blyth, einem Musiklehrer aus Schottland erklärt wurde, dass sein Titel "Tear up the dark" nun von Teodora Dinu beim rumänischen Vorentscheid eingereicht wurde, habe ich mir einmal die Mühe gemacht und die ausgewählten Kandidaten inklusive ihrer Beiträge näher unter die Lupe zu nehmen.

01. - Olivia Garcia - Freedom hearts
Olivia kennen die britischen Zuschauer aus der Castingshow X-Factor und hat einen relativ eingängigen Titel mit Steigerungspotenzial zum Ende des Titels hin. Für das UK ist es angesichts der hohen Dichte von Songs die die Charts weltweit bevölkern zu weichgespült und die Erwartungshaltung von den Briten beim Song Contest viel zu hoch, es ist aber eine vernünftig produzierte Nummer.

02. - Holly Brewer - I wish I love you more
Anders sieht es mit "I wish I loved you more" von Holly aus, das bei mir einfach keinen Eingang findet. Auch die 21jährige Pianistin startete ihre Karriere bei X-Factor. Sie scheint auch eine ganz süße Maus zu sein, der Titel, für den sie ein internationales Team gewinnen konnte, zieht sich in die Länge und verschwindet in der Belanglosigkeit. Das würde in Kiew tatsächlich auch nichts erreichen, außer vielleicht Hohn und Spott über die Popnation.

03. - Lucie Jones - Never give up on you
Noch eine Darstellerin von X-Factor aus dem walisischen Pentrych bei Cardiff. Eine kleine Karriere hat sie bereits hinter sich, hat nach ihrer Teilnahme 2010 ein Album veröffentlicht und war mit einem Musical in China auf Tour. Die Ballade für "You Decide" kommt aber leider auch etwas latschig und ohne großes Drama daher, so etwas würde sich auch Radio Hamburg nicht trauen zu spielen, da hilft auch Emmelie de Forest nichts, die sich aktiv an der Produktion beteiligt hat...

04. - Dany Johnson - Light up the world
Nach dem Intro habe ich im Refrain einen Keychange gewünscht, was verheißungsvoll begann, wurde sogleich ausgebremst und klingt wie ein Song, den Christer Björkman aus Mitleid in den Vorrunden des Melodifestivalen platziert hat, wissend, dass dieser gnadenlos abschmieren wird. Und so würde es im schlimmsten Fall auch in Kiew passieren. Leider überhaupt nicht mein Fall.

05. - Salena Mastroianni - I don't wanna fight
Ein ähnlicher Fall wie bei Dany Johnson, erst füttert uns die Strophe an und dann verliert sich der Chorus in der Mittelmäßigkeit. Man mag gar nicht erwarten, dass hinter diesem Titel, ähnlich wie bei Lucie Jones die Band The Treatment steckt. Wenn man es nüchtern betrachtet, findet sich auch hier eine verlorene Seele aus dem unerschöpflichen Castingpool von X-Factor, der aber in Kiew keinen Pfifferling gewinnen würde.

06. - Nate Simpson - What are we made of
Die letzte Nummer klingt wie ein Track aus dem Album zum König der Löwen, allerdings auf der B-Seite. Auch bei diesem X-Factor-Kandidaten bedarf es einer ziemlich großen Menge Feuerwerk und Glitzer um über das langweilige Lied hinwegzutäuschen. Insgesamt war es ein ziemlich ernüchterndes Stück, wenngleich ich gespannt bin, ob er die hohen Töne live auch zu treffen vermag. In Kiew sehe ich allerdings schwarz.

Insgesamt, so kann man festhalten - hätten alle sechs Kandidaten auch in der Castingshow, aus der sie entstammen, nicht viel erreicht. Am ehesten könnte ich mich noch mit Olivia in Kiew anfreunden, aber der Bombasttitel bleibt auch in diesem Jahr aus, ich möchte sogar behaupten, dass mir die Beiträge aus dem Vorjahr allesamt besser gefallen haben. Klar, das ist meine subjektive Meinung, aber ich möchte dem Guardian in seiner Berichterstattung recht geben, dass es heuer ein ziemlich schwaches Teilnehmerfeld im UK ist. "Tear up the dark" hätte dem britischen Vorentscheid zwar auch kein neues "Save your kisses for me" beschert, hätte die ganze Show aber zumindest minimal aufgewertet.

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