Mittwoch, 8. Juni 2016

Bosnien-Herzegowina: Keine hohen Erwartungen mehr



Bosnien-Herzegowina - Heute läuft die zuletzt gesetzte Frist der Europäischen Rundfunkunion ab, die die Organisation dem bosnischen Sender BHRT eingeräumt hat, um seine Schulden zurückzuzahlen. Diese Frist wurde langfristig bereits mehrmals verlängert. Am Morgen gab man in Sarajevo bekannt, dass immerhin 125.000 Euro gesammelt wurden.

So marode die Fassade,
so marode die Finanzen
Diese Summe reicht zumindest, um die Übertragungsrechte für die Fußball-Europameisterschaft zu sichern. Allerdings ist der Betrag nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und macht lediglich rund 10% der Schulden aus, die das bosnische Fernsehen inzwischen bei der EBU angesammelt hat. Die beiden verantwortlichen Entitäten in Bosnien-Herzegowina, die Föderation Bosnien und Herzegowina sowie die Republik Srpska konnten sich bisher über die Finanzierung des Senders nicht einig werden.

Beim Rundfunk BHRT selbst glaubt man unterdessen nicht mehr an einen Verbleib in der Europäischen Rundfunkunion, am 30. Juni sollen alle Geschäftsfelder des Senders zunächst ausgesetzt werden. Auch Vertreter der Europäischen Union haben bereits vor der Schließung gewarnt, das Schließen eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks würde die Verhandlungen für eine EU-Mitgliedschaft stark gefährden. 

Sollte BHRT tatsächlich nicht im Stande sein, seinen unabhängigen Sendebetrieb aufrecht zu erhalten und das Signal abschalten, könnte es ein langwieriger Prozess werden, wieder einen funktionierenden Sender auf die Beine zu stellen. Von der Teilnahme am Eurovision Song Contest wollen wir besser gar nicht erst anfangen...

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