Montag, 6. Juli 2015

Montenegro: Jurystreit geht in die nächste Runde


Montenegro - Das montenegrinische Fernsehen RTCG unterhält uns im diesjährigen Sommerloch durch den Wirbel um die angebliche Stimmenmanipulation im Finale des Eurovision Song Contests 2015 in Wien. Nach Auffälligkeiten wurde das Juryvoting des Landes für ungültig erklärt, nach einer Debatte der Reference Group wurde RTCG mit einer Geldstrafe gerügt.

Nunmehr sind die vermeintlich manipulierten Stimmen online. Im Detail geht es primär um folgende Wertungen der fünf Juroren Senad Drešević, Renata Perazić, Ilija Dapčević, Darko Nikšević und Aleksandra Vojvodić:

- 1 - 2 - 2 - 3 - 2:  Albanien 
- 7 - 6 - 7 - 7 - 6:  Griechenland 
- 5 - 5 - 5 - 5 - 5:  Italien 
- 2 - 1 - 1 - 1 - 1:  Serbien 
- 4 - 4 - 4 - 4 - 4:  Slowenien

Hätte das Juryvotum am Finalabend gezählt, hätte Slowenien drei Punkte mehr aus Montenegro erhalten, Armenien und Rumänien hätten zudem Punkte erhalten. Die EBU strafte Montenegro nachträglich ab, RTCG droht mit Konsequenzen und stellt seine Teilnahme 2016 in Frage.

Delegationsleiter Sabrija Vulic forderte nach dem Imageschaden beim Eurovision Song Contest in einem offenen Brief eine Relativierung des Sachverhaltes und die Berücksichtigung der Jurystimmen. Es sei schwer, für das kommende Jahr Leute zu finden, die noch Teil der Jury sein wollen, zudem steht auf keinem Blatt geschrieben, dass Jurymitglieder nicht den gleichen Geschmack haben dürften.

Auch uns fällt auf, dass es in einigen Ländern und vor allem auch in den Vorjahren auffälligere Abstimmungen gab, man beachte das von der EBU tolerierte Ignorieren zwischen Armenien und Aserbaidschan. Das letzte Wort aus Podgorica ist wohl noch nicht gesprochen.

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