Samstag, 16. Mai 2015

Tag 6: Rückführung ins Schwarz-Weiß-Fernsehen


Zypern - Bedächtig still wurde es, als Zypern seine zweite Bühnenprobe absolvierte. Giannis alias John Karayiannis sang im gewohnten Nerd-Stil mit dicker Hornbrille, schwarzem, stylischen Anzug und nur mit dem Mikrofonständer bewaffnet seine Ballade "One thing I should have done". Auch ihm kann man, ähnlich wie Mélanie René, nicht vorwerfen, er könne nicht singen, er singt einfach nur ein ziemlich dröges Lied, das vielleicht bei einem romantischen Lagerfeuer oder als Kuschemusik in der Badewanne funktioniert, aber wohl nicht beim Song Contest.
 
Die Statistiker in Wien haben zudem ausgerechnet, dass der Beitrag erst nach 55 Sekunden von schwarz-weiß auf bunt umschaltet, die Kugeln oder Sterne im Hintergrund dann in weiß und allen erdenklichen Farben schimmern, was für eine wirklich schicke Stimmung sorgt. Die zypriotische Delegation gab sich mit ihrem minimalistischen Auftritt sehr zufrieden, die Kameraführung und die genutzten Effekte sorgen für die gewünschte Atmosphäre.
 
Die Pressekonferenz des zypriotischen Sängers war geprägt von Tourismuswerbung für den Neusiedler See, auf dem John sich für den Dreh des Videoclips vor seinem Beitrag im Paddeln beweisen musste, dieser sei ja gar nicht so weit von Wien entfernt und würde sich für die anwesende Pressemeute hervorragend als Ausflugsziel anbieten. John fügte hinzu, dass ihm die Paddelei auch sehr viel Spaß gemacht hätte.
 
Ansonsten gab es auch hier nicht mehr viele neuen Input, die Kameraführung und der Klick für das Umschalten von farblos auf HD-Fernsehen seien optimiert worden, jetzt läuft alles auf die Sekunde genau. Er erklärte noch, dass er ja stets nicht nervös sei und er bereits als 13jähriger an den nationalen Vorrunden für den Junior Eurovision Song Contest teilgenommen habe, die Erfahrung in Wien sei für ihn jetzt aber natürlich die größte Erfahrung und der Höhepunkt seiner noch jungen Karriere.

Giannis (John) Karagiannis mit der Nana Mouskouri-Gedächtnisbrille

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