Dienstag, 12. Mai 2015

Tag 2: Buntes aus Österreich

 
Europa - So schnell gehen zwei Tage vorbei, in Wien finden derzeit die letzten Meet & Greets statt, andere Delegationen hatten nach dem gestrigen Tag bereits heute eine kurze Verschnaufpause und andere Teams sind noch gar nicht in Wien eingetroffen. Die Proben sind für heute durch und so langsam konnte man einen ersten Eindruck von dem gewinnen, was uns im ersten Semifinale erwartet, das in genau einer Woche stattfindet.

Zu den Gewinnern des heutigen Probentages dürfte die russische Sängerin Polina Gagarina zählen, der man einfach eine großartige Stimmen attestieren muss. Sie kann nichts für die Lage in und um Russland, wurde bisher auch nicht ausgebuht sondern erfuhr großes Lob aus den Reihen der Journalisten und anwesenden Fans. Beim Meet & Greet ging es ebenfalls unpolitisch zu, Polina sprach über ihre Leidenschaft, wie gern sie mit ihrem orangefarbenen Fahrrad fährt und schlug auch sonst seichte Konversation an.

Die Weißrussen, so ist aus Wien überliefert, mussten auf Dolmetscher zurückgreifen, Uzari wurde übersetzt, Maimuna erhielt für ihre Englischleistungen ein "mangelhaft". Ihr Song "Time" sei an die Titelmelodie vom Herr der Ringe angelehnt. Uzari sprach über sein Engagement als Backingsänger von Anastasia Vinnikova 2011 in Düsseldorf. Damals hatte er übrigens noch krauseres Haar als 2015. Bojana, die heute ebenfalls eine sehr gute Probe absolvierte, erfuhr vom Regisseur der Bühnenshow, dass die weißen Fahnen bis zum Semifinale durch bunte Fahnen ersetzt werden sollen. Am Rest der Performance soll ebenfalls noch geschraubt werden.

Im Interview mit dem ORF kamen auch die Moderatorinnen der Pressekonferenzen, Kati Bellowitsch und die gebürtige Ägypterin Riem Higazi vom Radiosender FM4 zu Wort. "Ich will jetzt nicht kitschig klingen, aber ich habe mich mein ganzes Leben auf diesen Augenblick vorbereitet.", freute sich Riem, die gemeinsam mit Kati die insgesamt 95 Pressekonferenzen in Wien absolvieren wird. Kati, die auch die österreichischen Punkte am Finalabend vorlesen wird, moderiert zudem mit Kommentator Andi Knoll die diesjährige Opening Ceremony, den Willkommensempfang am Rathausplatz am Samstag.

Wie man ansonsten aus Wien hört, sind alle mehr oder weniger zufrieden, ob die Delegationen, die sich auch etwas von der Stadt und der Umgebung ansehen, wie etwa die armenische Gruppe Genealogy, die sich zur Weinverkostung auf einem Landgut einfand oder die hiesigen Journalisten, die fleißig von der Verpflegung durch ein organisiertes Catering oder eigens geschaffene Raucherlounges, Ruhezonen und Sitzgelegenheiten zu österreichischer Musik berichten. Offenbar hat der ORF bei seiner Vorbereitung auf das Event alles richtig gemacht.

Und die Stadt Wien geht sogar noch einen Schritt weiter und präsentierte, unabhängig vom Eurovision Song Contest sondern vielmehr in Bezug auf den kurz bevorstehenden Life Ball im Rathaus homosexuelle Ampelmännchen. Die Stadtverwaltung installierte etwa 50 lesbische und schwule Ampelmännchen an den Fußgängerampeln der Stadt. Bis Ende Juni sollen die Pärchen installiert bleiben und durch den Hinguckeffekt auch dafür sorgen, dass an prominenten Plätzen weniger rote Ampeln überquert werden.

Zu guter Letzt hat sich auch der ehemalige Vorentscheidungsmoderator Thomas Hermanns nach langer Zeit mal wieder zu Wort gemeldet. 2008 schmiss er beleidigt hin, nachdem die No Angels in Belgrad untergingen. Dennoch sei er immer noch ein großer Song Contest-Fan, der allerdings von den Vorbereitungen nichts mitbekommen möchte: "Ich möchte mich überraschen lassen. Wenn man sich vorher kein Bild gemacht hat, dann sind die Überraschungseffekte und Aha-Erlebnisse am größten.", stellte er richtig fest. 

Riem und Kati moderieren die PKs | Genealogy irgendwo auf einem Weingut
Die Austropop-Lounge | Und die Versorgungsstation für die Journalisten
In 12 Tagen reiht sich jemand Neues ein | Die Postboxes der Journalisten
Polina Gagarina beim Meet & Greet | Und die Leihgabe eines großzügigen Sponsors
Der abschließende Probenplan für morgen folgt in wenigen Minuten in einem separaten Posting.

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