Donnerstag, 12. Februar 2015

Armenien: Zufall oder Kalkül?


Armenien - Wir haben ja lange nicht mehr über die politischen Botschaften beim Song Contest gesprochen. Titel und Gruppenname der armenischen Formation, die gestern von ArmTV vorgestellt wurde, deuten aber genau dies an, etwas subtiler als die Georgier 2009 mit "We don't wanna put in", aber die Vorzeichen stehen auf Konfrontation.

Armenien ist stolz auf seine weltweit verteilte Diaspora in allen Erdteilen, regelmäßig fällt die Masse der Exil-Armenier bei Punktevergaben aus den Benelux-Staaten oder Frankreich auf. Somit ist es für ArmTV eine logische Konsequenz, dass die Gruppe aus sechs Armeniern bestehen soll, die aus allen Erdteilen zusammenkommen. Die hier genannten Interpreten selbst wurden jedoch noch nicht bestätigt.

Möglicher Knackpunkt des armenischen Beitrags mit fadem Beigeschmack ist der Bandname "Genealogy" zu Deutsch "Ahnenforschung" und der Songtitel "Don't deny" sprich "Leugne es nicht". Insbesondere im 100. Jahr nach dem Genozid an den Armeniern im Jahr 1915 erscheint der Zufall dieser Kombination schon recht groß. Bisher hat noch niemand darauf reagiert, weder die EBU, noch die Türkei als Nachfolger des Osmanischen Reiches oder Armenien selbst.

Wir wollen keiner Seite irgendetwas Böses unterstellen, insbesondere weil mich ein Jahrhundert zurückliegende Ereignisse in Bezug auf den Eurovision Song Contest null interessieren, eine Brisanz durch den armenischen Beitrag dürfte jedoch dennoch bestehen. Wir sind gespannt, was da noch aus Yerevan auf uns zukommt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen